Politiker enttäuscht von Verwaltung

Einbahnstraße im Wiedau kann laut Verwaltung nicht rückgängig gemacht werden, obwohl es vor drei Jahren versprochen wurde

Die Einbahnstraßenregelung im Wiedau sollte eigentlich dieses Jahr aufgehoben werden. Die Bezirksvertreter ärgern sich, dass die Stadt ihr Versprechen nicht hält. Foto: Julian Schäpertöns

Als im Jahr 2015 die Sekundarschule in den Containern an der Gregorstraße Ecke Wiedau startete, wurde aus der Straße Wiedau eine Einbahnstraße. Dies beschloss die Bezirksvertretung damals, um an der Schule den Verkehr zu beruhigen und für mehr Sicherheit der Schüler zu sorgen. Damals versprach die Verwaltung der Stadt Bottrop, dass diese Maßnahme wieder aufgehoben werden kann, wenn die Sekundarschule in ihr neues Gebäude am Kirchhellener Ring zieht. Nun ist die Sekundarschule umgezogen, die Bezirksvertreter haben die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung beantragt – doch die Stadt stellt sich quer. Neue Vorschriften lassen eine Rückkehr zum Ursprung nicht zu...

 

„Völlig daneben“, findet Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (CDU) die Begründung der Stadt, die Einbahnstraßenregelung nicht wieder aufzuheben. Bereits im August hat die Bezirksvertretung einstimmig beschlossen, die Straße wieder auf beide Seiten freizugeben. Die Verwaltung will dies aber nicht tun. Denn, die Straße sei nach neuesten Vorschriften zu schmal, um beidseitig befahren zu werden. „Wir würden die Sicherheit der Fußgänger gefährden“, so Monika Werwer, Leiterin des Straßenverkehrsamtes. Sie berief sich dabei auf eine Vorlage des Fachbereich Tiefbau. Die Regelbreite für Gehwege liege inzwischen bei 2,50 Meter, in Ausnahmefällen auch bei 2,10 Meter. Um die Flächen für Fußgänger in der notwendigen Breite gewähren zu können, sei die Einbahnstraße für den Kfz-Verkehr erforderlich, da die vorhandene Straße keine ausreichende Restfahrbahnbreite aufweise. Diese Regel müsse nach einem Neu- und Umbau eingehalten werden.

 

Dass sei „trügerische Sicherheit“, so Ludger Schnieder. Er habe selbst mit dem Zollstock auch andere Straßen in Kirchhellen vermessen, die nach dieser Regelung zu schmal seien und nun quasi zur Einbahnstraße gemacht werden müssten. „Die gleiche Situation haben wir zum Beispiel auch auf der Burgstraße oder anderen Straßen im Dorf“, so Schnieder. „Woanders, wie an der Hauptstraße, müssen wir fast schon darum betteln, dass wir eine Einbahnstraße bekommen. Und an Stellen, wo es keinen Sinn mehr macht, hält die Stadt an ihre Einbahnstraßen fest.“

 

Schnieder kann den Ärger der Anwohner verstehen, denen damals versprochen wurde, dass die Einbahnstraße wieder rückgängig gemacht wird, sobald die Sekundarschule umgezogen sei. Auch Bezirksvertreterin Dorothee Askemper (CDU) äußerte sich: „Durch solche Entscheidungen geht das Vertrauen in die Fachämter verloren.“

 

Monika Werwer versicherte, dass die Fachbereiche Tiefbau, Stadtplanung und Straßenverkehrsamt die Frage noch einmal intern besprechen und sich, gerade weil es um den Schulweg zur Gregorschule geht, von der Polizei beraten lassen werden. „Im weiteren Verlauf wird das Prüfergebnis der Verwaltung der Bezirksvertretung Kirchhellen mitgeteilt“, so Werwer.

von Julian Schäpertöns