OGS-Neubau an der Gregorschule kommt

Nach der Diskussion in der Bezirksvertretung Kirchhellen über den abgängigen Pavillon kommt nun Hilfe in Form des Landesprogramms „Gute Schule 2020“

Schon mit dem bloßen Auge erkennt man das ungewollte Gefälle in Ost-West-Richtung am Pavillon der Gregorschule. Bild: Katrin Kopatz

So schnell ändern sich die Vorzeichen. Vor 14 Tagen noch schlugen die Wellen hoch, als die Bezirksvertretung Kirchhellen mit der Bottroper Stadtverwaltung in die Diskussion um die Notwendigkeit eines Neubaus für den OGS-Betrieb an der Gregorschule einstieg. Die Kirchhellener CDU hatte per Antrag nicht nur auf die Missstände an der Gregorstraße hingewiesen und der Verwaltung schnelle Abhilfe ans Herz gelegt, die FDP stellte sogar die weitergehende Forderung auf und brachte einen Neubau mit zusätzlicher Nutzung für Veranstaltungen und Sportunterricht ins Spiel.

Für die Verwaltung verteidigte Karl Trimborn, Fachbereichsleiter Jugend und Schule, das bisherige Vorgehen der Stadt, verwies auf die Sanierung der Schule in Zusammenarbeit mit der RAG und den Umbau des Hausmeister-Hauses für den Betrieb des Offenen Ganztags an der Gregorschule. Die Bergschaden-bedingten Zahlungen der RAG, die auch für den Pavillon der Gregorschule geflossen sind, wurden demnach auch für andere Maßnahmen eingesetzt, denn nach Vorstellung der Stadt sollten die finanzierten Sanierungsarbeiten für einen geregelten Schul- und OGS-Betrieb ausreichen. 

Deutlich gestiegene Teilnehmerzahlen am Offenen Ganztag zeigen aber eines, nur der abgängige Pavillon (1. und 2. Klassen) sowie das Hausmeisterhaus (3. und 4. Klassen) lassen eine ordentliche Kinderbetreuung zu. Wer den Pavillon aber kennt, weiß, dass Seekrankheit, Schwindelgefühle und Übelkeit durchaus Begleiter nach dem Betreten des Gebäudes sein können, dass unter extremer Schieflage leidet. Die Forderung nach einem Neubau ist entsprechend nachvollziehbar und auch notwendig. 

Darin waren sich die streitenden Parteien aber auch einig. Nur die Frage nach der Dauer bis zur Realisierung entzweite die Teilnehmer der Bezirksvertretungssitzung. Während die Bezirksvertreter ein schnelles Herangehen an das Projekt forderten, dämpfte Karl Trimborn als Stadtvertreter die Erwartungen. Im Vergleich mit den anderen OGS-Standorten im Stadtgebiet liege die Gregorschule auf Grund der aktuellen Gegebenheiten nicht an vorderster Stelle für weitere Maßnahmen. 

Doch die Diskussion in der Bezirksvertretung hat Früchte getragen und die engagierte Arbeit der Bottroper Verwaltung zutage gefördert. Denn entgegen dem allgemeinen Kenntnisstand hatten Mitarbeiter der Stadt die OGS der Gregorschule für das Landesprogramm „Gute Schule 2020“ angemeldet. Demnach soll finanziert über Landesmittel im Jahr 2021 ein Neubau als Ersatz für den maroden Pavillon entstehen, wie Nadine Granow-Keysers, Abteilungsleiterin im Fachbereich Jugend und Schule, inzwischen bestätigen konnte. 

Für Fachbereichsleiter Karl Trimborn eine gute Lösung. „Ich habe die Kirchhellener Forderungen aus der Bezirksvertretung mitgenommen und die Möglichkeiten prüfen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass wir einen entsprechenden Antrag bereits gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Monaten so viele Projekte angemeldet, dass man sie gar nicht alle auf dem Schirm haben kann. Wir sind froh, dass auch im Fall der Gregorschule eine gute, zeitnahe Lösung gefunden werden konnte.“ 

Die Planungen für den Neubau an der Gregorschule sollen im Jahr 2020 beginnen. In die Planungsphase wird auch die Bezirksvertretung Kirchhellen eingebunden, die für das Projekt nun auch die Schaffung eines Veranstaltungsraumes bzw. einer Fläche für den Sportunterricht im Hinterkopf haben wird. Dann könnten künftig die Begrüßung der I-Dötze und Feierlichkeiten im angemessenen Rahmen stattfinden und die zeitaufwändigen Busfahrten zur Sporthalle entfallen.

von Oliver Mies