Kirchhellener Sand für die Welt

Von Kirchhellen aus in die Niederlande, Dubai und jetzt auch Schweden – Der Kirchhellener Reitsand der Firma Ellekotten ist ein Exportschlager

Udo Ellekotten leitet das Familien­unternehmen seit er 25 Jahre ist. Foto: Julian Schäpertöns

Dass Kirchhellen bunt und vielfältig ist, ist wohl bekannt. Und auch ortsansässige Unternehmen beweisen eine hohe Angebotsvielfalt. In den nächsten Monaten möchten wir Ihnen einige Kirchhellener Betriebe und ihre Geschichte vorstellen. Den Anfang macht die Firma Ellekotten. Gemeinsam mit Udo Ellekotten haben wir auf die Unternehmenshistorie und -zukunft geblickt.

Gegründet wurde das Familienunternehmen Ellekotten als Transportfirma im Jahr 1969. Ende der 1970er folgte dann die Erweiterung des Leistungsprofils mit der Übernahme der ersten Sandgrube am Alten Postweg. Seitdem stehen Sandlieferungen und Verfüllungen auf der Tagesordnung.

„Mein Vater hat die Firma aufgebaut. Doch nach seinem frühen Tod mussten meine Mutter Ingrid und ich das Unternehmen alleine weiterführen“, berichtet Udo Ellekotten. Mit gerade einmal 25 Jahren wurde der Kirchhellener Unternehmer ins kalte Wasser geworfen. „Ich bin in den Betrieb hineingewachsen und musste mir viel selbst beibringen“, weiß Udo Ellekotten, der sich mit seinem Betrieb nun insbesondere auf naturbelassenen Reitsand spezialisiert hat.

Abwechslungsreicher Beruf

Die Sandgrube der Firma Ellekotten liegt in der Kirchheller Heide. „Wir bleiben an einem Standort immer nur acht bis zehn Jahre. Das kommt auf die Materialstärke an“, erklärt der Unternehmer. Anschließend werden die Sandgruben wieder befüllt und mit Mutterboden versiegelt. So können sie wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Die aktuelle Sandgrube ist elf Hektar groß, wobei nur fünf Hektar bearbeitet werden. Mit HiIlfe einer Siebanlage werden die verschiedenen Korngrößen selektiert.  

Auch wenn Udo Ellekotten bereits seit vielen Jahren das Familienunternehmen leitet, ist er sich nicht zu schade, noch heute selbst auf den Bagger zu springen und in der Sandgrube mit anzupacken. „Den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch zu sitzen, ist nicht mein Ding. Ich bin froh, wenn ich mal nach draußen komme“, erklärt der Grafenwälder. „Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich, da man mit verschiedenen Personen zusammenarbeitet.“ Neben dem Firmenchef arbeiten noch seine Mutter Ingrid, seine Frau Tina und zwei Maschinisten in dem Betrieb.

Kleines Team, große Projekte

Schlagzeilen machte das Unternehmen insbesondere vor drei Jahren: „Kirchhellener Sand wird nach Dubai geliefert“. Auch Udo Ellekotten selbst war zunächst überrascht über die Anfrage aus dem Wüstenstaat. Doch schnell stellte sich heraus, die meinen das ernst. „Wir sind sehr stolz darauf, dass unser Kirchhellener Reitsand nun auch in Dubai ist“, sagt Udo Ellekotten. Kurz darauf kam dann der zweite große Auftrag auf das kleine Kirchhellener Unternehmen zu. Denn auch in Schweden hat man bereits von der hohen Qualität des Equiterra-Reitsandes gehört. „Für einen Reitplatz in Eslöv haben wir 500 Tonnen Reitsand rübergefahren“, erzählt Udo Ellekotten. „Von unserer Sandgrube aus ging es zum Bahnhof nach Duisburg und dann weiter mit dem Zug nach Malmö. Drei Tage dauerte der Fertigungsprozess und die Lieferung.“

Qualität in jedem Korn

Dass der Equiterra Reitsand so beliebt ist, kommt nicht von ungefähr. Denn das Familienunternehmen ist seit mehr als 25 Jahren Experte auf dem Gebiet. „Unser Kirchhellener Natursand ist einzigartig auf der Welt“, weiß Udo Ellekotten, der selbst als Springreiter an Turnieren teilnahm und sich an der mangelnden Qualität der Reitböden störte. Der abgebaute Kirchhellener Natursand hingegen besteht aus einem Quarzfeinsand, der an den Kanten gerundet ist. Das verhindert den Abrieb an Huf und Eisen.

von Katharina Boll