Kirchhellen auf einem guten Weg

Die Kolpingsenioren Kirchhellen luden ein zum Thema „Was gibt es Neues im Dorf Kirchhellen“ mit Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder (stehend) spricht über die Entwicklungen im Dorf - Foto: privat

„Ja, in Kirchhellen tut sich was, es ist Neues zu entdecken. Manchmal im Kleinen, manchmal im Großen, manchmal sehr öffentlich wirksam, manchmal mehr im Verborgenen“. So begann Ludger Schnieder seine Ausführungen vor den rund 50 Kolpingsenioren im Pfarrheim Sankt Johannes.

 

Zu Beginn des Vortrages ging es um die versuchsweise eingeführte Einbahnregelung auf der Hauptstraße. Nach den anfänglichen Irritationen übersahen immer wieder Verkehrsteilnehmer die neue Beschilderung. Das war besonders der Fall, als die Verwaltung aus Schnieders Sicht viel zu früh die Papppolizisten entfernen ließ, die auf die Einbahnregelung hinwiesen. Heute halte sich nun doch die große Mehrheit dran. Man solle nun in Ruhe den Jahresversuch abwarten. Ludger Schnieder betonte noch mal ausdrücklich, dass aus seiner Sicht die Hauptstraße verkehrlich geöffnet sein müsse: „Ideen, die Hauptstraße in eine Fußgängerzone umzuwandeln, zögen automatisch eine Reduzierung der Kundenströme und damit einen Kaukraftschwund mit sich. Wir können stolz sein, so wird es auch im aktuellen Einzelhandelskonzept beschrieben, dass wir ein gutes und umfassendes Geschäftsangebot in Kirchhellen haben“.

Beim Thema „Breitbandnetz" zeigte sich der Bezirksbürgermeister sich überhaupt nicht zufrieden. Ein gutes Breitbandnetz gehöre heute dazu, denn es würden mehr stabile, schnelle Internetverbindungen für geschäftliche sowie private Aktivitäten benötigt. Die umliegenden Städte wie Dorsten, Schermbeck und Hünxe machten es vor. Hier würde nicht nur innerstädtisch, sondern auch flächendeckend auf dem Land ein Breitbandnetzt ausgebaut.

Radwege ausbauen

Besonders liege ihm auch der Fahrradverkehr am Herzen, der in Kirchhellen stark vertreten ist. „Nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum gemeinsamen Ausflug ins Grüne. Seit langem besteht der Wunsch, den Radweg von Gahlen nach Kirchhellen zu bauen. In vielen Gesprächen haben wir es geschafft auch die letzten Ankäufe von benötigten Flächen abzuwickeln. Jetzt scheint leider wieder ein Stillstand einzutreten“. Mittlerweile sind auch hier die Gahlener und Schermbecker deutlich weiter als Kirchhellen, denn in ihrem Bereich sind die Fällarbeiten für die Fahrradtraße bereits erfolgt. Man kann den Eindruck gewinnen, dass der Radweg auf der Prioritätenliste der Stadt Bottrop nicht ganz oben steht.

Noch mehr Neubauten oder nicht?

Für das Baugebiet „Schultenkamp“ sei er froh, dass es gelungen sei, den Baustellenverkehr von der Rentforter Straße in den neuen Kirchhellener Ring in das Baugebiet fahren lassen zu können. Dadurch würde die starke Schmutz - und Geräuschbelastung der neuen Anwohner des ersten und zweiten Bauabschnittes, aber auch auf der Hackfurthstraße reduziert werden. Weiter ging Schnieder auch auf die aktuellen und zukünftige Bebauung neben dem „Schultenkamp“ auch auf „Tappenhof“ und „Gertzkamp“ und weitere kleinere Baugebieten ein und verdeutlichte, dass aus seiner Sicht der Bedarf für die Ortsteile „Kirchhellen Mitte“ und „Feldhausen“ vorerst gedeckt sei.

Diese Frage wurde unter den 50 Kolpingsenioren sehr stark diskutiert. Während eine Gruppe argumentierte, dass das ländliche Kirchhellen noch mehr seinen Charakter verliere, solle man keine weitere Bebauung zulassen. Aber auch die Meinung einer Kolpingschwester fand Zustimmung: "Man hat uns vor über 40 Jahren auch die Chance gegeben, hier heimisch zu werden. Warum sollen wir in Zukunft nicht auch anderen diese Möglichkeit geben?“

Für Grafenwald hält Schnieder ein weiteres Baugebiet für sinnvoll. Nachdem der Verwaltungsvorschlag zwischen Vossundern und Friedensstraße nicht weiterverfolgt würde, sei man nun auf der Suche nach anderen geeigneten Flächen, die zur Entwicklung des Ortsteils genutzt werden sollten. "Ich habe der Verwaltung vor einem Jahr eine Aufstellung von nach meinem Dafürhalten geeigneter Flächen zukommen lassen und warte weiterhin auf Antworten." Hier sei es wichtig, dass Flächen ausgewiesen werden, damit Kindergärten und Schule weiterhin bestehen könnten.

Die Ausschreibung für den Ausbau der Schneiderstraße sei erfolgt, sodass die Arbeiten laut Auskunft der Verwaltung im Frühjahr dieses Jahres starten können.

Kirchhellen ist lebenswert

Beim Gewerbe konnte ebenfalls etwas Neues vermeldet werden: Die Verwaltung der Stadt habe nun die Fläche, die im Flächennutzungsplan nördlich „Im Pinntal“ zwischen „Gartenstraße“ und „Schulstraße“ als Gewerbegebiet ausgewiesen sei, erworben. In den nächsten Jahren können dann hoffentlich dort besonders jüngere Kirchhellener neue Gewerbebetriebe schaffen.

Zum Thema „Neues Feuerwehrgerätehaus“ könne er zur Zeit zwar leider keine genauen Angaben machen, aber die Verwaltung sei bemüht, eine vernünftige Lösung zu finden. „Wir als Bezirksvertretung sind stets bemüht, das Beste für Kirchhellen und seine Mitbürger und Mitbürgerinnen zu erreichen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kirchhellen sehr lebenswert ist und stolz darauf, mich für diesen Stadtteil einsetzen zu dürfen."

 

von Katrin Kopatz