Interview: Die Kämpferin für Familien und Bildung

Ein gutes Ergebnis für die CDU. Viele Kandidaten ziehen über die Direktmandate ins Parlament ein. Für Anette Bunse heißt das aber, dass sie nicht wieder über einen Listenplatz in den Landtag kommt.

Foto: Julian Schäpertöns

Zur Person: Anette Bunse wurde 1958 in Kirchhellen als Antoinette Liesenklas geboren. Sie besuchte das St. Ursula Gymnasium in Dorsten und studierte Medizin in Münster und Essen. Seit 1999 ist sie Mitglied bei der CDU und seit 2009 Mitglied im Rat der Stadt Bottrop. 2012 kandidierte sie für den Düsseldorfer Landtag und ist bis 2017 Abgeordnete.

 

Was sagen Sie zu dem Ergebnis von Sonntag?
Es ist ein hervorragendes Ergebnis für Armin Laschet und die CDU. Wir haben unser Ziel erreicht und können uns auf den Weg machen für einen Richtungswechsel in NRW.

 

Waren Sie nicht enttäuscht, dass sie nicht in den Landtag gekommen sind?

Damit habe ich in den letzten Tagen vor der Wahl aufgrund von steigenden Umfragewerten für die CDU rechnen müssen. Wenn die CDU landesweit ein richtig gutes Ergebnis holt und viele Wahlkreise direkt gewinnt, ist es für CDU-Politiker aus dem traditionell eher sozialdemokratisch geprägten Ruhrgebiet meistens schwierig über einen Listenplatz in den Landtag zu kommen.

Ich bin gespannt auf die Regierungsbildung und hoffe, dass der Kontakt nach Düsseldorf weiterhin bestehen bleiben wird. Ich freue mich jetzt zunächst auf die Politik hier vor Ort und denke, dass ich von den Erfahrungen und Erkenntnissen aus meiner Zeit im Düsseldorfer Landtag profitiere und ich diese hier auf kommunaler Ebene entsprechend nutzen kann. Darüber hinaus bin ich als Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung der Frauen Union NRW in Zukunft auch weiterhin politisch auf Landesebene tätig. Demnach bleibe ich dem politischen Geschehen in unserer Stadt erhalten und habe auch noch die eine oder andere Idee, die ich künftig verfolgen möchte.

 

Warum wollten Sie Politikerin werden?
Als junge Frau habe ich Medizin studiert und mich dann aber immer im vorpolitischen Raum aktiv umgetan - vor allem als Mutter in der Schulpolitik. Schnell habe ich festgestellt, dass der Erfolg der Kinder in der Schule sehr von den Möglichkeiten des Elternhauses abhängt. Das darf Politik meiner Meinung nach so nicht hinnehmen. Im vorpolitischen Raum stößt man irgendwann an seine Grenzen und so war es schön, dass ich dann ein Ratsmandat bekommen habe und im Bottroper Schulausschuss aktiv sein konnte und schließlich auch als Mitglied im Schulausschuss des Landtags tätig werden konnte.

 

Warum haben Sie sich für die CDU entschieden?
Ich bin von der CDU geworben worden und fühle mich in der Partei sehr gut aufgehoben. Unsere Partei ist eine Volkspartei, die sie sehr viele Themen aufgreift und anspricht.

 

Wer sind Ihre politischen Vorbilder?
Mein großes politisches Vorbild ist Karl-Josef Laumann. Ich schätze ihn sehr wegen seiner Bodenständigkeit. Und Angela Merkel natürlich. Ich habe großen Respekt vor ihr.

 

Sehen Sie hier die Ergebnisse der Landtagswahl.

von Julian Schäpertöns