Farbenreicher Familienbetrieb

Seit mehr als 50 Jahren gibt es den Malerbetrieb Brauckmann in Kirchhellen – Das Familienunternehmen wird bereits in zweiter Generation geführt

Helmut (l.) und Clemens Brauckmann im Ladenlokal am Schölsbach. Foto: Julian Schäpertöns

Auch in diesem Monat stellen wir die Geschichte eines Kirchhellener Familienunternehmens vor. Diesmal hat uns der Malerbetrieb Brauckmann einen Einblick in seine Vergangenheit gewährt. Helmut und Clemens Brauckmann haben mit uns über die Anfänge und Entwicklung gesprochen.

Zwei Generationen, eine Leidenschaft – Das Maler­handwerk wurde Clemens Brauckmann in die Wiege gelegt. Sein Vater Helmut Brauckmann übernahm vor mehr als 50 Jahren einen Malerbetrieb in Kirchhellen. Und so war Clemens Brauckmann seit Kindheitstagen oft in der Werkstatt und beim Besuch der Baustellen mit dabei und erkannte deshalb schon früh seine Begeisterung für den farbenreichen Beruf. Heute leitet er den väterlichen Malerbetrieb, der sich über die Jahre stets entwickelt hat.

Alles begann im Jahr 1964, als Helmut Brauckmann den alteingesessenen Betrieb von Malermeister Franz Vosselmann an der Kirchhellener Hauptstraße samt aller vier Mitarbeiter übernahm. „Der Betrieb lief gut. Wir bekamen viele Aufträge von der Ruhrkohle“, erinnert sich Malermeister Helmut Brauckmann an seine Anfänge. Doch mit der ersten Kohlekrise Ende der 1960er Jahre brach dem kleinen Malerbetrieb ein wichtiger Kunde weg. „Wir mussten uns neu orientieren“, erzählt Helmut Brauckmann. Er begann damit, sich einen festen Kundenkreis aufzubauen. Auch die rege Bautätigkeit in Kirchhellen half, die Auftragslücken zu schließen. Ende 1969 bezog Helmut Brauckmann ein neues Familienhaus mit angrenzender Werkstatt-Gebäude am Schölsbach. Und auch die Kunden kamen mit. „Seitdem haben wir den Standort beibehalten“, betont der Malermeister. Hier führte Helmut Brauckmann zudem ein kleines Ladenlokal. „In den 1970er Jahren stellten wir als erster Betrieb im Umkreis eine Farbmischanlage vor. Das war damals eine Sensation“, erzählt Helmut Brauckmann. „Heute gibt es die in jedem Baumarkt“, schmunzelt Clemens Brauckmann.

Generationenwechsel

Nachdem Clemens Brauckmann seine Ausbildung zum Malermeister absoliviert hatte, stieg er in die väterliche Firma ein. „Gelernt habe ich bewusst nicht bei meinem Vater im Betrieb. Das war ganz wichtig für mich, um auch andere Erfahrungen sammeln zu können“, weiß der Betriebwirt des Handwerks. Am 1. Januar 2004 kam es zum Führungswechsel im Familienbetrieb.

Mit dem Wechsel veränderte sich auch die Palette des Malerbetriebs. Standen in den 1960ern bereits die exklusive Raum- und Fassadengestaltung im Mittelpunkt, ergänzen heute Wärmedämmung, Trockenbau und Bodenbelagsarbeiten das Spektrum. Die Erweiterung des Angebots ging mit der Übernahme eines Trockenbau-Unternehmens vor acht Jahren einher.

Vieles hat sich über die Jahre geändert, doch der Standort ist gleich geblieben. Foto: Julian Schäpertöns

Die lange Tradition als Ausbildungsbetrieb übernahm Clemens Brauckmann jedoch von seinem Vater. „Unser Betrieb hat immer ausgebildet“, erklärt Helmut Brauckmann. „Damals war das noch anders. Da kamen die Eltern mit ihren 14-jährigen Söhnen vorbei und wir verabredeten alles per Handschlag. Man kannte sich im Dorf.“ So ähnlich war es auch bei Mitarbeiter Johannes Fasthoff. Er hat bereits vor 45 Jahren seine Ausbildung in dem Kirchhellener Betrieb absolviert und ist seitdem Teil des Teams, dem heute 20 Mitarbeiter angehören. „Wir stellen jedes Jahr einen neuen Lehrling ein, sodass wir zeitgleich immer drei Auszubildende haben“, sagt Clemens Brauckmann. „Doch leider fehlt wie in allen Handwerksberufen auch bei uns der Nachwuchs. Wir bekommen immer weniger qualifizierte Bewerbungen.“ Dabei wird die Arbeit in dem Unternehmen immer mehr und vielfältiger.

So sah das Ladenlokal früher aus. Foto: Privat

Heutzutage kommen die Aufträge zu 75 Prozent von Privatkunden aus der Umgebung. Doch ist der Kirchhellener Betrieb in ganz NRW im Einsatz. „Wir bauen viele Apotheken und Arztpraxen um.“ Vor zwei Jahren war der Malerbetrieb zum Beispiel bei dem Einbau der deutschlandweit ersten Apotheke mit einem „Drive in“ beteiligt. „Außerdem haben wir jüngst auch den Eingangsbereich im Movie Park neu gestaltet. Das ist für einen Maler schon eine besondere Herausforderung“, sagt Clemens Brauckmann.

Ob auch die dritte Brauckmann-Generation den Betrieb weiterführt, steht noch in den Sternen. „Meine Tochter hat Interesse an einem sozialen Beruf und Sohn Mats mit seinen neun Jahren träumt gerade eher von einer Karriere als Profi-Fußballer“, lacht Clemens Brauckmann. Aber natürlich würde der Malermeister sich freuen, wenn der Nachwuchs irgendwann in seine Fußstapfen tritt. „Der Beruf ist sehr kreativ. Wir arbeiten immer mit Menschen zusammen und es ist schön, sie mit unserer Arbeit erfreuen zu können“, schwärmt Clemens Brauckmann von seinem abwechslungsreichen Beruf.

von Katharina Boll