Zahlreich und hungrig

Wespen nerven und stechen, genau wie Wanzen und Zecken gelten sich als „Lästlinge“ – Doch keine Panik: Sie mögen lästig sein, doch im Grunde sind sie harmlos, sofern man sich entsprechend verhält

Foto: AdobeStock ©Azaliya (Elya Vatel)

Es ist fast Herbst, das Obst an den Bäumen ist reif und die Tiere müssen sich für den Winter vorbereiten. Zwangsläufig summen sie auch auf unserer Bildfläche oder besser gesagt: an unserem Esstisch. Wie Sie die Insekten von sich und Ihren Liebsten fernhalten und was Sie im Falle eines Wespenstiches tun sollten, haben wir beim Profi erfragt. Die Leiterin der Dorf-Apotheke in Kirchhellen Christiane Petri-Reers hat uns über die besten Sofortmaßnahmen gegen Wespenstiche aufgeklärt.

Was tun, um Wespen fernzuhalten?

Natürlich gibt es inzwischen in der Drogerie, im Baumarkt, im Supermarkt und online eine Vielzahl an unterschiedlichen Wespenfallen, welche die Insekten auf viele verschiedene Arten abhalten sollen oder gar töten. Spezielle Kerzen und Fallen, die die Tiere einfangen sollen, sind da noch harmlos. Viele Geräte oder Insektensprays arbeiten mit Strom oder chemischen Substanzen, die die Tiere sofort töten. Eine effektive Methode, um die Insekten von sich fernzuhalten ist dies allemal, doch ist es korrekt die Insekten sofort zu töten, nur weil sie auf Futtersuche für den Winter sind? Es gibt viele natürliche Hilfsmittel und Methoden, um die Tiere ganz einfach von sich fern zu halten:

  • Machen Sie die Tiere nicht aggressiv – schlagen Sie nicht nach ihnen und pusten Sie sie nicht an
  • Vermeiden Sie helle, strahlende Kleidung und verzichten Sie auf Parfüm oder parfümierte Cremes – davon fühlen sich die Tiere angezogen
  • Decken Sie Lebensmittel im Freien ab und lassen Sie nichts offen stehen – der Geruch lockt die Tiere an
  • Gleiches gilt für Getränke – Trinken Sie nicht direkt aus dem Glas oder einer Flasche, nutzen Sie besser einen Strohhalm
  • Bieten Sie Futter-Alternativen an – Zur sogenannten Ablenkfütterung positionieren Sie einen Teller mit Süßem abseits des genutzten Tisches
  • Auch natürliche Mittel können helfen – Wespen mögen den Duft von Tomaten und Basilikum nicht - Pflanzen in der Umgebung können helfen
  • Sehr abstoßend reagieren die Tiere auf Kaffeeduft – Zünden Sie Kaffeepulver oder Kaffeebohnen in einem feuerfesten Gefäß an, schon der dezente Rauch wird die Insekten vertreiben

Was tun, wenn Sie doch gestochen wurden?

Eine unachtsame Bewegung und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es schnell einmal passiert sein: Eine Wespe hat zugestochen. Verfallen Sie nicht in Panik, denn dazu besteht kein Grund. Die Stiche sind zwar schmerzhaft und der später einsetzende Juckreiz ist unangenehm, doch in der Regel ist ein Wespenstich ungefährlich. „Zuerst sollte kontrolliert werden, ob sich noch ein Stachel in der Haut befindet. Sollte dies der Fall sein, muss er unbedingt entfernt werden“, erklärt Christiane Petri-Reers, Apothekenleitung in der Dorf-Apotheke Kirchhellen. „Danach kann man am besten zunächst die betroffene Stelle mit einem Kühl-Akku kühlen. Wenn vorhanden ist daraufhin die Verwendung eines antiallergischen Gels zu empfehlen – Tragen Sie das Gel ruhig messerdick auf, besonders wenn sie es vorher im Kühlschrank gelagert haben, schaffen Gele wie zum Beispiel Fenistil sofortige Abhilfe. Auch kühlende Umschläge mit entzündungshemmenden Lösungen können zunächst helfen. Außerdem sollte beachtet werden, dass Kratzen zu einer möglichen Entzündung des Stiches führen kann.“

In der Apotheke können Sie außerdem sogenannte Giftsauger beziehungsweise Saugstempel sowie spezielle Stichheiler erwerben. Zweitere wirken mit Wärme: Eine sehr effektive Methode, da die Wärme des Gerätes die Eiweißstruktur des Wespengiftes zerstört und so direkt die Giftmenge reduziert.“

„Einen normalen Stich kann man mit diesen Mittel in der Regel selbst behandeln, liegt ein Stich im Mundbereich oder gar bei einem Allergiker vor, muss sofort ein Medizinier hinzugezogen werden“, betont die Apothekenleiterin. „Allergiker haben in der Regel ein Notfallsortiment für alle Fälle dabei, darin ist unter anderem ein Anti-Allergikum in Kombination mit Cortison enthalten. Allergien können sich allerdings im Laufe der Jahre entwickeln oder verändern, das heißt, sollten Sie mit Symptomen wie Atemnot, Schwindel und Erbrechen auf einen Stich reagieren und Sie haben kein Notfallpaket zu Hand, sollte sofort ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.“

Eine schnelle Reaktion bei einem eventuellen Wespenstich ist also unverzichtbar, doch sollten Sie auch bei starkem Wespenflug nicht von Panik geleitet werden. Verhalten Sie sich ruhig und berücksichtigen sie die anfangs genannten Punkte zur Fernhaltung der Insekten – so minimieren Sie die Wahrscheinlichkeit eines Stiches enorm.

von Aileen Kurkowiak

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