Schönheit aus der Natur

Natürliche Kosmetika selbst herstellen und Kontrolle über die Inhaltsstoffe bekommen – Die richtige Pflege für Ihren Hauttyp finden

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Durch die trockene Heizungsluft drinnen und die (zumindest teilweise) klirrende Kälte draußen ist die Haut in den Wintermonaten besonders trocken und rissig geworden. Aber viele herkömmliche Kosmetika verbessern diesen Zustand nicht. Im Gegenteil, die vielen chemischen Zusätze können die Haut zusätzlich belasten.

Naturkosmetika sind Produkte zum Wohlfühlen. Sie überzeugen durch die Unbedenklichkeit der verwendeten Inhaltsstoffe. Chemische Zusätze können die Haut reizen. Kräuterexperte Werner Gahlen kennt die Problematik: „Viele Menschen reagieren allergisch auf chemische Inhaltsstoffe in Kosmetika. Dagegen kann man die passende Pflege ganz leicht selbst herstellen und das ist auch noch kostengünstig.“ Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, kann seine Pflegeprodukte selbst herstellen und dabei auf natürliche Inhaltsstoffe setzen. Ob trockene oder fettige Haut, mit dem richtigen Öl kann die Haut perfekt gepflegt werden.

Selbstgemachte Naturkosmetik – Tradition unserer Großmütter wird wiederbelebt

Schon unsere Großmütter sahen die Natur als einen Ort der Schönheit. Sie stellten ihre Pflegeprodukte selbst her und schworen auf ihre Wirksamkeit. Mit der zunehmenden Menge an verschiedenen Kosmetika in der Schönheitsbranche wurde es für viele überflüssig, sie weiterhin selbst herzustellen. Doch in den letzten Jahren kam es zu einem Umdenken, das durch die Zunahme von Allergien und Hautirritationen in Gang gesetzt wurde. Viele kamen zu der Erkenntnis, dass die chemischen Inhaltsstoffe zu gesundheitlichen Schäden führen können. Deshalb wurde die Freude am Selbermachen von Kosmetik wiederentdeckt. Mit der Herstellung der eigenen Körperpflege hat man die Kontrolle über die Inhaltsstoffe und kann der eigenen Kreativität freien Lauf lassen.

Pflanzliche Ringelblumensalbe schnell hergestellt

Ringelblumen gelten bereits seit dem Mittelalter als Heilpflanzen. Sie haben regenerierende Eigenschaften, die das Hautbild verfeinern und zu einem gesunden Erscheinungsbild beitragen. Ihre Wirksamkeit verdankt die Ringelblume den ätherischen Ölen in der Ringelblumenblüte. Besonders in den kalten Wintermonaten wird die Haut beansprucht. Trockene und rissige Stellen können mit Ringelblumensalbe behandelt werden.

Ringelblumensalbe in Kombination mit Schweineschmalz ist ein altes Hausrezept von vielen Großmüttern. Das Schweineschmalz soll die gewünschte Konsistenz bringen und schnell einziehen. RVR-Kräuterexperte Werner Gahlen kennt jedoch eine alternative Variante mit Bienenwachs. „Denn heutzutage ist es nicht notwendig und auch nicht mehr üblich auf tierische Fette zurückzugreifen“, weiß Werner Gahlen. Bienenwachs eignet sich hervorragend zum Herstellen von Cremes und Pflegeprodukten. Die Konservierung und Haltbarkeit wird mit Hilfe von Propolis, einem Bienenharz, sichergestellt.

Für die Herstellung einer eigenen Körperpflegelotion braucht man nicht viel. Die Ringelblumen sollten möglichst unverarbeitet sein. Man findet sie häufig in unserer Umgebung in der Natur. Zusammen mit Distelöl werden die Blütenblätter der Ringelblume erwärmt. „Wichtig ist, dass die Zutaten nicht gekocht werden. Sonst verlieren sie ihre pflegenden Inhaltsstoffe“, rät Werner Gahlen. Er lässt die Tinktur nach dem Erwärmen meist über Nacht stehen und erwärmt diese am nächsten Morgen noch einmal. Die Flüssigkeit wird dann durch ein Sieb geschüttet. Damit entfernt man die übrigen Ringelblumenblüten. Bienenwachs und ein paar Tropfen Propolis werden hinzugegeben. So bekommt die Creme die gewünschte Konsistenz und wird haltbar gemacht. Dann wird die Creme nur noch in ein Gefäß umgefüllt und beschriftet. Fertig ist Ihre persönliche Ringelblumensalbe. Wer seiner Creme eine Duftnote verpassen möchte, kann Rosenblüten in Mandelöl einlegen und zu der Creme hinzugegeben. „Der Duft der Rosen ersetzt das Parfüm“, weiß Werner Gahlen.

Propolis – der Alleskönner

Für Menschen mit unreiner Haut ist Propolis ein wichtiger Zusatz in selbst hergestellten Cremes. Propolis ist ein Kittharz, Bienen nutzen ihn, um den Bienenstock vor Keimen und Pilzen zu schützen. Es gilt als ein natürliches Allheilmittel, und trägt zu einer schönen Haut bei. Ägypter nutzten schon eine Propolis-Tinktur, um Tote zu mumizifizieren. Es macht Dinge luftundurchlässig. Kräuterexperte Werner Gahlen kennt die heilende Wirkung des Kittharzes: "Es hilft effektiv bei Akne, weil es die Bakterien eindämmt. So kann sich nichts entzünden." In Salben ist Propolis sher mild, hilft aber trotzdem bei unreiner Haut.

Die richtige Lippenpflege

Besonders in den Wintermonaten neigen die Lippen dazu spröde zu werden. Unschöne Hautfetzen und Risse kommen zum Vorschein. Viele greifen da zu gewöhnlichen Lippenpflegestiften aus Drogeriemärkten, um trockenen Lippen vorzubeugen. Nach dem Auftragen fühlen sich die Lippen geschmeidiger an und man glaubt einen Effekt zu bemerken. „Bei den gewöhnlichen Lippenpflegestiften bleiben die Fette jedoch nur oben auf der Lippenhaut und ziehen nicht ein. Man meint, man hätte gepflegte Lippen, dies ist aber ein Irrtum“, erklärt Werner Gahlen. „Da Menschen immer wieder eine Fettschicht mit Lippenpflegestiften auftragen, verlernt die Haut selber nachzufetten. Die Haut denkt, wenn immer wieder Fett geliefert wird, muss sie es nicht selbst produzieren.“ Werner Gahlen kennt ein Rezept für eine Lippenpflegecreme, die dieser Problematik vorbeugt. Hagebuttenkernöl, Mandelöl und Ringelblumenöl beinhalten natürliche Fette, die von den Lippen aufgenommen werden können. Für einen angenehmen Duft sorgt das Mandarinenöl, das die Haut zusätzlich beruhigt. Die Zutaten werden zunächst alle erwärmt und zusammen mit Bienenwachs in einen kleinen Topf gegeben. Die natürliche Lippenpflege unterstützt das selbständige Nachfetten der Haut.

Das richtige Öl für den eigenen Hauttyp

Wer Naturkosmetik selbst herstellen möchte, muss auf seine persönlichen Hautbedürfnisse achten. Bei der Verwendung von Ölen können Unwissende Fehler machen. Für fettige bis trockene Haut gibt es unterschiedliche Öle. Im Winter leidet besonders die trockene und anspruchsvolle Haut unter der Kälte draußen und der Heizungsluft drinnen. Für diesen Hauttyp ist ein Öl mit vielen ungesättigten Fettsäuren gut geeignet. Denn ungesättigte Fettsäuren dringen tief in die Haut ein. Die gesättigten Inhaltsstoffe schützen die Haut von außen. Olivenöl, Arganöl oder Nachtkerzenöl empfehlen sich für trockene und beanspruchte Haut. Menschen mit fettiger Haut neigen häufig zu Hautunreinheiten. Eine zu starke Talgproduktion ist der Auslöser dafür. Leichte pflanzliche Öle können bei der Behandlung von unreiner Haut helfen. Ein Klassiker ist das Aloe-Vera-Öl. Die Fettproduktion wird durch das aufgetragene Öl gedrosselt.

Ein Spaziergang durch die heimischen Wälder lohnt sich. Es muss nicht immer die Kosmetik aus den Drogeriemärkten sein, die mit chemischen Inhaltsstoffen belastet ist. Wer mit offenen Augen durch unsere Natur geht, findet viele wirksame Pflanzen. In einem Kurs von RVR-Kräuterexperte Werner Gahlen erfährt man mehr zum Thema natürliche Kosmetik. Zusammen mit ihm werden Cremes hergestellt und er gibt Tipps zum Nachmachen für Zuhause. Beim Suchen von natürlichen Zutaten gilt die Devise, am besten dort sammeln, wo es wenig Verkehr gibt und wo wenige Hunde unterwegs sind.

 

von Katharina Boll

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