Reisen ohne Sorgen

Horrorhotels? Flugausfälle? Überbuchte Ferienanlagen? "Möglich, aber das sind nur Ausnahmen", so die Reiseexperten.

Foto: © Rainer Sturm - Pixelio

Gut zwei Wochen der NRW-Sommerferien sind vorbei, zahlreiche Urlauber sind bereits an ihrem Entspannungsziel angekommen, für viele geht es in der zweiten Ferienhälfte los zum lang ersehnten Erholungstrip Richtung Süden. Im Fernsehen ist immer wieder zur Hauptreisezeit von überaus schlechten und dreckigen Hotels sowie doppelt gebuchten Zimmern und damit jeder Menge Stress und Ärger zu hören. "Unsere Erfahrung sieht anders aus: der Urlauber ist König", so Reiseverkehrskauffrau Ellen Homann.

Wichtig sei insbesondere eine gute Vorbereitung, und die umfasse neben einiger Informationen über das gewünschte Ziel auch entsprechende Versicherungen, so Ellen Homann des Kirchhellener Reisebüros Rosee Reisen. "Eine Reiserücktrittsversicherung ist immer zu empfehlen und kostet nicht viel." Maximal 18 Euro, dafür bekommt der Kunde aber auch den vollen Schutz: Kostenerstattung vor Reisebginn (wegen Krankheit, plötzlicher Arbeitslosigkeit oder einer wichtigen Prüfung, die noch ansteht) sowie bei Reiseabbruch. Und das nicht nur bei eigener Krankheit, sondern auch wenn Zuhause ein Familienmitglied erkrankt oder ein Todesfall eingetreten ist. Das Komplettpaket verfügt außerdem über eine Auslandskranken- und Gepäckversicherung. "Doch das Gepäck wird in den meisten Fällen während der Reise beschädigt oder geht verloren, sodass es automatisch über die Fluglinie versichert ist. Wichtiger ist eine ausreichende Krankenversicherung und ein Reiserücktrittsschutz."

Trend: Frühbucher

Ging vor etwa zehn Jahren der Trend noch zum Super-Last-Minute-Reisen - also mit gepackten Koffern zum Flughafen, Schnäppchen buchen und sofort losfliegen - ist es mittlerweile genau anders herum, wie die Reiseverkehrskauffrau berichtet: "Die Reisen werden ein Jahr im Voraus gebucht. Ganz spontan Reisenden können wir natürlich auch immer noch etwas Schönes anbieten, aber da ist Flexibilität in Sachen Reisezeit, -ziel und Komfort gefragt."

So oder so: Die Hotels und Touristenhochburgen sind auf jeden Urlauber angewiesen, sodass dieser sich in der Regel auf einen reibungslosen Ablauf während der Anreise als auch vor Ort verlassen kann. Dazu tragen auch die modernen Kommunikationsmittel bei: dreckige Zimmer, mieses Essen, schlecht gelauntes Personal. Allzuschnell landen Fotos oder Videos im Internet. Auch Bewertungsportale geben Einblicke über den Service und die Gesamtqualität vor Ort, also auch dort gerne im Vorfeld nachlesen. Wer direkt über ein Reisebüro bucht, profitiert von weiteren Vorteilen, wie Ellen Homann erklärt: "Wir arbeiten schon lange mit vielen Hotels und Veranstaltern zusammen, kennen die Anlagen teilweise aus eigener Erfahrung und setzen auch auf die Rückmeldungen unserer Kunden. Von Horrorhotels wurde uns noch nie berichtet."

Bis zu 600 Euro Entschädigung

Zudem hilft das Reisebüro jederzeit weiter, wenn es doch Probleme geben sollte. Bei verspäteten Flügen steht dem Kunden nach zwei Stunden Verpflegung zu, was meist in Form von Essensgutscheinen passiert. Wird ein Flug komplett gestrichen, dann muss eine Unterkunft gestellt werden. Im Reiseanschluss kann der Kunde zudem eine Entschädigung geltend machen: Je nach Distanz zwischen 250 und 600 Euro. Ellen Homann: "Das Problem ist, dass die Reisenden sich direkt am Flughafen kümmern müssen. Sie dürfen auf keinen Fall nach Hause fahren, bevor nicht geklärt ist, wie es weitergeht, da sonst Ansprüche verfallen." Wer unsicher ist oder nicht weiterkommt, für den übernimmt das Reisebüro notwendige Telefonate. "Der Kunde muss nur versuchen, alles zu belegen. Also Bordkarten aufbewahren, Anzeigentafeln fotografieren oder sich eine Bescheinigung über den Ausfall vom Bodenpersonal der Airline geben lassen."

Lösungen sind immer da

Sollte es zu einer Hotelüberbuchung gekommen sein, hat der Kunde ein Recht auf gleichwertige Alternativen, die ihm seitens des Reiseveranstalters zur Verfügung gestellt werden müssen. Kommen keine Alternativen infrage, tritt das Recht auf Reiserücktritt in Kraft - bei voller Preiserstattung. Ansonsten gilt vor Ort, etwaige Mängel zu dokumentieren und sie der Reiseleitung zu melden. Entweder gibt es dann direkt einen Ausgleich, wie ein anderes, manchmal sogar höherwertiges, Zimmer, oder nach Reiserückkehr die Möglichkeit der Reklamation mit teilweiser Kostenerstattung. "Zunächst ist es aber ausreichend, das Hotelpersonal auf Mängel aufmerksam zu machen und gemeinsam mit der Reiseleitung nach Lösungen zu suchen. Dann lässt sich der Urlaub auf jeden Fall entspannt genießen."

Heute buchen, übermorgen fliegen

Auch wenn es immer beliebter wird, lange im Vorfeld seine Reise zu planen und zu buchen, bleiben Freunde der Spontanität nicht auf der Strecke. Wer einfach nur Meer und Sandstrand sucht, der kann sich Richtung Holland orientieren. Der Süden des Landes überzeugt mit schönen Stränden und tollen Promenaden, die Fahrzeit beträgt nur etwa zwei bsi drei Stunden und wenn man sich gerne selbst versorgt, ist auf einem der zahlreichen Campingplätze sicher noch ein Plätzchen frei. Auch fliegen ist spontan möglich, "wir brauchen dafür nur etwa zwei Tage Vorlaufzeit, um Unterkunft und Flug bestätigt zu bekommen und buchen zu können." Reiseveranstalter kaufen selbst auch kurzfristig immer wieder Flugkontingente ein und bieten entsprechende Tagespreise für Last Minute-Reisen an. Doch Vorsicht: Das sind nicht unbedingt die günstigsten Angebote! Ein Hauch an Geduld und ein klein wenig Mühe beim Vergleichen zahlt sich also auch hierbei aus.

von Katrin Kopatz

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