Familie Watzmann lässt grüßen

Ein Reisetipp aus der kirchhellen.online-Redaktion: Das Berchtesgadener Land – Aktivurlaub, Kultur und Geschichte in einem

Ein Ausblick, der für sich spricht - Foto: Gundis Jansen-Garz

Kennen Sie Frau Watzmann? Falls nicht, sollten Sie sie auf jeden Fall kennenlernen. Frau Watzmann gehört zu Herrn Watzmann und den Kindern. Von Berchtesgaden aus gesehen zeigt das Bergmassiv des Watzmanns die höchste Erhebung (2.713 Meter) des Herrn Watzmann rechts, links davon die kleinere Frau Watzmann und dazwischen mehrere Gipfel, die die Kinder darstellen.

Das Berchtesgadener Land steht für Abwechslung und Vielfalt wie kaum ein anderes Urlaubsgebiet in Deutschland. Die schroffe Bergkulisse lädt zum Wandern und Klettern ein, in den klaren Bergseen darf geschwommen werden und wer es gerne historisch mag, kann im Obersalzberg Geschichte erleben.

Wie ein Fjord schlängelt sich der Königssee mit seinem glasklaren Wasser durch den einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands. Bei der Überfahrt zur Halbinsel St. Bartholomä mit der barocken Wallfahrtskirche und ihren roten Zwiebeltürmen hört man das berühmte Echo. Hier erlebt man aber auch Steinadler, Hirsche, Murmeltiere und unzählige Pflanzenarten, die sich rund um Herrn Watzmann ungestört entwickeln. Früh morgens mit dem ersten Schiff sollte es losgehen – denn der Königssee ist touristisch ähnlich erschlossen wie Schloss Schwanstein oder der Kölner Dom. Doch Frühaufsteher schaffen es, vor all den Anderen die Eiskapelle am Fuß der Watzmann-Ostwand zu erreichen. Sie zählt seit 2010 zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern; eine vom Schmelzwasser im Lawinenschnee geschaffene Eishöhle. Zurück zum Bootsanleger in St. Bartholomä geht es über den Königssee weiter zur Saletalm und von dort zu Fuß zum Obersee. Die Fischunkelalm ist zwar kein Geheimtipp mehr, der Blick über den Obersee mit dem einzigartigen Bergpanorama aber derart beeindruckend, dass man gar nicht mehr zurück mag. Eine frische Buttermilch oder ein kühles Bier zum Butterbrot erlauben eine Auszeit mit Ausblick. Wer mag, geht noch zu den Wasserfällen, die mit Getöse aus dem Bergmassiv rauschen.

Wandern und Klettern inmitten der Felsenwände oder drumherum

Rund 230 Kilometer Wanderwege und alpine Steige erschließen den Nationalpark Berchtesgaden. Er erstreckt sich von der Reiteralm über Hochkalter, Steinernes Meer und Watzmann bis hin zum Jenner. Wer hoch hinaus will, wandert oder klettert zu den atemberaubenden Gipfeln Steinernen Meers. Doch es muss nicht immer die berühmt-berüchtigte Watzmann-Ostwand sein, die selbst für echte Bergfreaks ein hoch gestecktes Ziel ist. Die Region am Fuß des Bergs hat ebenso ihre Reize. So darf eine Tour durch die Wimbachklamm in Ramsau nicht fehlen. Die imposante Schlucht führt über Treppen und Brücken, während links davon die Wimbach ins Tal rauscht. Je nach Lust und Kondition kann man weiter hoch zum Wimbachschloss und der Wimbachgries gehen oder man wählt die Variante durch den Zauberwald mit seinen Gletschermühlen zurück. In Ramsau steht die bekannte Kirche, die Kalenderblätter ebenso wie Puzzle ziert. Die Pfarrkirche St. Sebastian mit der Brücke über die Ramsauer Ache im Vordergrund und Bergidylle im Hintergrund wurde von unzähligen Künstlern auf Leinwand verewigt oder fotografisch festgehalten. Von dort führt der Malerweg zum Hintersee. Eine familienfreundliche Wanderung ist auch der Weg zum Toten Mann, der mit der Hirscheckbahn oder wandernd über den Hirscheck erreicht wird. Der Weg zurück führt über den Soleitungsweg.

Die Grande Dame der Alpen und jede Menge Salz in der Suppe

Foto: Gundis Jansen-Garz

Was Kaiserin Sisi, Sigmund Freud und Franz Josef Strauß gemeinsam haben? Sie alle verbrachten ihre Sommerzeit in Bad Reichenhall. Und dabei vitalisierende Momente im Blumenmeer des Königlichen Kurgartens, am größten Freiluft-Inhalatorium der Welt oder rund um die weitläufigen Anlagen der Alten Saline erlebt. Seit 1928 schwebt außerdem die Predigtstuhlbahn in die Gipfelwelt und komplettiert die einzigartige Gemütlichkeit des Alpenstadt-Erlebnisses. Sanft gleitet die „Grande Dame der Alpen“, wie die Großkabinenseilbahn liebevoll genannt wird, noch heute zum 1614 Meter hohen Hausberg. Wer durch die Fußgängerzone spaziert, schlendert vorbei an gut erhaltenen Gründerzeit- und Jugendstil-Villen, prachtvollen Industrie-Denkmälern, die von der Salz-Geschichte des Staatsbads berichten und historischen Plätzen, die mit gemütlichen Cafés und modernen Restaurants zum Verweilen einladen. Wo einst Kupferschmiede und Färber ihrem Handwerk nachgingen, bieten heute Kunsthandwerker, Trachtenschneider und Blumenbinder einen Blick hinter die Werkstatt-Kulissen. Kleine Läden laden zum gemütlichen Shopping-Bummel. Hinter den im Jugendstil errichteten Mauern des Kurmittelhauses werden moderne Therapie- und Wohlfühlstandards geboten. Ob klassisches Sole-Bad, Inhalation oder Gamshornmassage: Das Niveau der Anwendungen liegt ganz oben, im Wellness- wie im Gesundheitsbereich. Im Kurgarten lässt sich das gigantische Gradierhaus bestaunen, in dem hochdosierte Sole über eine 23 Meter hohe Wand aus Schwarzdornbüscheln rieselt. Hier kommt also das bekannte Salz her.

Geschichte hautnah erleben

Die Dokumentation Obersalzberg ist ein vom Institut für Zeitgeschichte München/Berlin konzipierter und betreuter Lern- und Erinnerungsort. Denn das Berchtesgadener Lande ist eng mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden. Der Obersalzberg war seit 1923 Hitlers Feriendomizil und die Propaganda der Nazis nutzte die grandiose Bergkulisse für medienwirksame Inszenierungen Hitlers als volksnahen Politiker, Kinderfreund und guten Nachbarn. Nach Ende des Krieges übernahm die US-Army den Obersalzberg und erst seit 1996, nach dem Rückzug der Amerikaner, erhielt der bayrische Staat die volle Verfügungsgewalt. Seit dem 20. Oktober 1999 ist die Dokumentation eröffnet.

Auch das Kehlsteinhaus gründet auf nationalsozialistischem Fundament. In 1843 Metern Höhe wurde es im Jahr 1938 als offizielles Geschenk der NSDAP an Adolf Hitler zu dessen 50. Geburtstag errichtet. In unwegsamen Gelände und mit beträchtlichen logistischem Aufwand musste das Haus in Rekordtempo errichtet werden. Es kostete ein Vermögen und zahlreichen Arbeitern das Leben. Seit Beendigung der Bauarbeiten führt eine eigens für das Kehlsteinhaus errichtete Straße zu einem Felsplateau. Ein 124 Meter langer, in den Fels getriebener Tunnel schließt daran an. Ein weiterer 124 Meter langer Vertikalschacht dient als Aufzug, mit dem die Gäste heute in nur 41 Sekunden ins Inneres des Hauses befördert werden. Als Sinnbild der gigantischen NS-Ideologie dient das Kehlsteinhaus als einzigartiges Bau- und Zeitgeschichtsdenkmal und stellt den „schönen Schein des Dritten Reiches“ imposant dar.

Wer die Familie Watzmann näher kennenlernen möchte, findet in Ferienwohnungen, Wellnesshotels, Almen oder Hütten Unterkünfte. Familiengerecht oder exklusiv im Sterne-Hotel, auf dem Bauernhof oder in der Almhütte – für jede und jeden ist das richtige dabei. Die Watzmanns freuen sich auf Sie.

von Gundis Jansen-Garz

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