Die Copacabana in Spanien

San Sebastian ist Kulturhauptstadt 2016, Feinschmeckerparadies und Surf-Mekka - Hier werden Urlaubsträume zur Wirklichkeit

Ein traumhaftes Bild bietet sich all jenen, die den Gipfel vom Monte Urgull erklimmen. - Foto: Svenja Schanz

 

Der über vier Kilometer lange Sandstrand an der Copacabana in Rio de Janeiro gilt als eines der schönsten Fleckchen auf Erden. Weltberühmt für den traumhaften Blick auf den Atlantik und die muschelgleiche Form – ein wahres Paradies. Doch was die Wenigsten wissen, auch in Europa können wir Urlaub machen wie an der Copacabana. Denn die spanische Stadt San Sebastian ist bekannt als das europäische Rio de Janeiro.

 

San Sebastian ist nicht nur Kulturhauptstadt 2016, sondern auch ein Feinschmeckerparadies und Surf-Mekka. Die vielseitige Stadt am Atlantik hat so einiges zu bieten. Davon durften sich auch die Einradfahrer des VfL Grafenwald in diesem Sommer überzeugen. Denn genau wie Rio in diesem Jahr ein sportliches Event beheimatete, wurde San Sebastian Schauplatz für die Weltmeisterschaft im Einradfahren. Zugegeben, die Dimensionen sind nur schwer vergleichbar. Doch ist es Anlass genug, um einen genauen Blick auf die schöne spanische Stadt zu werfen.

 

Vamos a la Playa

Eine der Gründe, warum San Sebastian häufig mit der Copacabana in Verbindung gebracht wird, ist der Strand von La Concha. Die muschelhafte Form der Bucht ist für die Namensgebung verantwortlich. 1.350 Meter ist der Sandstrand lang und gilt als einer der schönsten Stadtstrände der Welt. Einem erholsamen Tag am Atlantik steht hier nichts mehr im Wege. Dank der Felsmassive des Monte Igueldo und des Monte Urgull, die die Bucht umschließen, ist das Meer äußerst still. Wer jedoch Wellen und Strand-Action im Urlaub nicht missen möchte, der sollte den Surfer-Beach aufsuchen. Der Strand la Zurriola ist beliebt bei jungen Menschen und Surfern. Besonders an windigen Tagen lohnt sich ein Abstecher zu dem kleinen Strandabschnitt. Denn dann kann man nicht nur den Surf-Profis zusehen, sondern selbst die Wellen bezwingen. Ein gutsitzender Bikini beziehungsweise eine feste Badehose sind hier auf jeden Fall von Vorteil. Außerdem sollte man nicht all zu viel Angst vor Wasser haben, denn die meterhohen Wellen entwickeln eine enorme Kraft, die einen das ein oder andere Mal mitreißen wie ein kleines Papierboot. Doch der Spaßfaktor hier hat eine glatte Zehn.

 

„Das muss ich gesehen haben...“

Foto: Svenja Schanz

 

Wer nicht jeden Tag am Strand liegen möchte, hat in San Sebastian eine reichhaltige Auswahl an anderen Attraktionen. Nicht umsonst wurde die spanische Stadt zur Kulturhauptstadt 2016 gekürt. Und auch Badenixen und Beach-Boys sollten sich über ein Alternativprogramm Gedanken machen. Denn San Sebastian ist bekannt für den ein oder anderen kühleren Tag im Sommer. Diesen können Urlauber nutzen, um beispielsweise die Schönheit der Stadt von oben zu betrachten. Von den beiden Felsmassiven Mont Urgull und Monte Igueldo aus haben Sie einen perfekten Überblick über die Strände und die schöne Altstadt. Der Aufstieg lohnt sich also. Mit den umwerfenden Fotomotiven erblassen die Zuhausegebliebenen auf jeden Fall vor Neid.

Die zwischen La Concha und der Mündung des Flusses Urumea gelegene Parte Vieja-Alde Zaharra (deutsch: Altstadt) ist ebenfalls eine bekannte Touristenattraktion. Abends versammeln sich hier Straßenkünstler und -musiker, die zu einem pulsierenden Nachtleben beitragen. Auch die vielen urigen Kneipen sind immer gut besucht.

 

Kulinarische Genüsse

Rotwein-Liebhaber kommen in San Sebastian auf ihre Kosten. Und die, die es noch nicht sind, werden es spätestens nach den ersten Tagen in San Sebastian werden. Denn neben Sangria ist besonders Kalimotxo ein beliebtes Landesgetränk. Kalimotxo ist eine Mischung aus Rotwein und Cola, die man am besten nur eiskalt genießt. Doch dann schmeckt das süffige Getränk überraschend gut. Und nicht nur die landestypischen Getränke können überzeugen. San Sebastian ist die Hochburg der baskischen Küche. Nicht nur die bekannten Restaurants der Stadt sind bemerkenswert, die Küche hat allgemein ein sehr hohes Niveau. Einen ausgesprochen guten Ruf haben die Pintxos de Donostia, die in sehr vielen Gaststätten, insbesondere in den Kneipen der Altstadt, zu finden sind. Hierbei handelt es sich um kleine kalte oder warme Gourmetportionen der sogenannten Cocina en miniatura (Miniaturküche) – oftmals aufgespießt auf kleine Weißbrotscheiben – auf hohem gastronomischen Niveau. Wer den kleinen Häppchen nichts abgewinnen kann, der wird in anderen Restaurants fündig. Doch aufgepasst: Spanier essen viel später als wir Deutschen. Die ersten Restaurants öffnen erst gegen 19.30 Uhr ihre Türen für die hungrigen Touristen. Also „mal eben“ um 18 Uhr Essen gehen, gestaltet sich in San Sebastian äußerst schwierig. Doch wer bis 19.30 Uhr warten kann und kein Freund der baskischen Spezialitäten ist, sollte ein besonderes italienisches Restaurant in der Altstadt besuchen. La Raviolina ist bekannt für die besten Pizzen und Nudelgerichte der Stadt. Ein wahrer Geheimtipp, da auch das Preis-Leistungsverhältnis ausgezeichnet ist. Außerdem ist die frische Sangria die wohl beste in San Sebastian und ein Grund, dem Restaurant einen Besuch abzustatten.

 

Von A nach B

Im Urlaub in San Sebastian sollten sich die Besucher die Zeit nehmen, um die schöne Stadt zu Fuß zu erkunden. In den kleinen Gassen entdecken Urlauber immer wieder neue, schöne Boutiquen und Lädchen zum Stöbern. Ist die Zeit jedoch einmal knapp, bieten die guten Busverbindungen eine Alternative. 1,70 Euro kostet hier eine Fahrt. Und auch wenn es spät abends ist und die Busse nicht mehr fahren, kommt man mit ein paar Euro schnell und einfach nach Hause. Scheuen Sie sich nicht, ein Taxi zu nehmen. Die Tarife sind in San Sebastian sehr niedrig im Gegensatz zu Deutschland. Um ein Taxi zu bekommen, müssen Urlauber eine der vielen Taxistationen aufsuchen. Üblicherweise halten Taxen nur dort.

Touristen, die San Sebastian mit dem Fahrrad erkunden möchten, sollten ihr Rad lieber von zuhause selbst mitbringen. Zwar hat die spanische Stadt auch Fahrradstationen, an denen man sich zu günstigen Preisen immer wieder ein Fahrrad leihen kann. Doch so einfach es sich anhört, an der Umsetzung hapert es gewaltig. Auch mit einer Fahrradkarte ist es nicht einfach, ein Fahrrad aus der Station zu befreien. Nicht nur Urlauber stoßen hier an ihre Grenzen. Auch Einheimische verzweifeln beim Versuch sich ein Fahrrad auszuleihen. Nach endlos langen Telefongesprächen mit der Hotline wird meist ein Fahrrad freigeschaltet, doch das treibt nur die Telefonkosten und den Puls nach oben. Also besser etwas mehr Geld investieren und in ein Fahrrad-Leihgeschäft gehen.

 

von Katharina Boll

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