Hof Klaphecke in Hardinghausen

Mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde sind wir der Geschichte auf der Spur

Das ländlich gelegene Kirchhellen besticht bis heute mit dem besonderen Charme zahlreicher Bauernhöfe. Teilweise bergen sie bereits eine jahrzehntelange Geschichte, manche aber haben dem Lauf der Zeit nicht Stand halten können – darunter der Hof Klaphecke in Hardinghausen. Doch ist er es wert, dass wir diesem historischen Hof gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen einmal unsere Aufmerksamkeit schenken.

Wir reisen zurück bis in das 14./15. Jahrhundert, als der Hof noch von Johann Overbeck bewirtschaftet wurde. Erst 1932 übernahm die Familie Klaphecke den Hof, der seither den Familiennamen trägt, und nahm all die landwirtschaftlichen Aufgaben in ihre Hand, betrieb darüber hinaus aber auch bis 1971 eine Deckstation für Warm- und Kaltblüter. „Wir fingen mit drei Kaltblütern an, die Warmblüter haben wir später dazu geholt“, erzählt Marianne Rotthoff, geborene Klaphecke, die auf dem Hof ihre Kindheit verbrachte. Gemeinsam mit drei Brüdern und drei Schwestern blickt sie auf sehr schöne Jahre in ihrem Zuhause zurück. „Allerdings war es auch viel Arbeit“, erzählt die heute 86-Jährige. Pferdebesitzer aus Kirchhellen und dem angrenzenden Rheinland ließen hier ihre Pferde decken. Jeder Deckvorgang wurde in den sogenannten Deckbüchern sorgfältig dokumentiert, die Marianne Rotthoff ebenso wie zahlreiche Fotos vom Hof aufbewahrte.

Diese zeigen, dass Hof Klaphecke schon damals eine kleine Besonderheit war: Das Fachwerkhaus erstrahlte in einem markanten Rot anstelle des sonst üblichen Schwarz. Bis in die 1970er Jahre wurde der Landwirtschaftsbetrieb von Familie Klaphecke selbst betrieben, dann verpachtete sie die Ländereien. So kam es, dass der Hof in den Folgejahren umgewidmet und von unterschiedlichen Firmen genutzt wurde. Im Jahr 1998 übertrug die Ruhrkohle AG das Anwesen an die Familie Timmerhaus, die infolge der Haldenaufschüttung „Schöttelheide“ den Gutshof Fernewald verlassen musste. 1999 errichtete sie sich ein neues Zuhause auf dem Gelände des Hofes Klaphecke und zog 2000 in den Neubau ein.