Heute Kindergarten, einst eine Schule

Mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde sind wir der Geschichte auf der Spur

Kaum zu glauben, aber die kleinen Hüpfer, die tagtäglich im Ekeler Kindergarten herumtollen, tun dies in einem Gebäude, das bereits 1876 erbaut wurde. Darauf machte uns der Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen aufmerksam und so schauen wir uns den heutigen Kindergarten und seine Geschichte einmal genauer an.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Infrastruktur Kirchhellens noch weit entfernt von der, wie wir sie heute kennen und schätzen. Die Wege von Ekel zur Dorfschule in Kirchhellen waren nur zu Fuß erreichbar und weit. Immer wieder mussten Kinder aus Ekel deswegen aufgrund sehr schlechter Wind- und Wetterbedingungen auf den Unterricht verzichten. Somit kämpfte die Ekeler Bauernschaft Jahrelang um eine eigene Schule – ein Wunsch, der 1876 endlich in Erfüllung ging. Auch für die bis dato einzige Dorfschule in Kirchhellen war dieser Entschluss entlastend, denn dort waren seit 1870 die Klassenzimmer mit der stetig wachsenden Schülerzahl übervoll. In Ekel gab es somit direkt zwei Klassen: Eine für all jene Kinder der heutigen Klassen eins bis vier, die hier gemeinsam unterrichtet wurden (Unterklasse), und eine weitere (Oberklasse) für Schüler der fünften bis achten Jahrgangsstufe.

In die (Kriegs-)Jahre gekommen

Im Jahr 1890 zählte die Schule bereits 96 wissbegierige Kinder. Das Gebäude war zunächst eingeschossig mit einem Dachgeschoss, wurde jedoch im Jahr 1910 aufgestockt und überstand daraufhin sogar beide Kriege als einige der wenigen Schulen unbeschadet. Kurz nach Kriegsende konnte der Unterricht also wieder aufgenommen werden. Dennoch zehrten die Kriegsjahre am Gemäuer, denn während dieser Zeit standen nur die notwendigsten Reparaturen auf dem Programm. Die Folge: Zugige Fenster, qualmende Kohleöfen und Plumpsklosetts prägten den Alltag.1969 wurden schließlich Volksschulen zu Grund- und Hauptschulen umstrukturiert, was die Schule in Ekel vor das Aus stellte. Hier reichte die Anzahl der Kinder für diese Schulformen einfach nicht aus.

Kinderlachen – damals wie heute

Der Kirchbauverein Ekel nahm sich deshalb des Gebäudes an und funktionierte es in einen Kindergarten um, der bis heute von der Pfarrei St. Johannes „betrieben wird“. Dafür waren jedoch eingehende Umbau- und Sanierungsmaßnahmen notwendig. Heute fungiert der Kirchbauverein zu einem Großteil als Förderverein für den Kindergarten – gibt es nun noch immer keine eigene Kirche im Ortsteil Ekel. Mithilfe der finanziellen Mittel des Fördervereins konnte jedoch auch ein Anbau für die Betreuung der unter Dreijährigen geschaffen werden. Eine Maßnahme, die zur heutigen Betreuungsform einfach dazugehört und es möglich macht, dass aktuell etwa 40 Kinder den Kindergarten Ekel mit fröhlichem Kinderlachen erfüllen.