Ein Spaziergang zum Hermann-Löns-Denkmal

Mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde sind wir der Geschichte auf der Spur

Wer bei einem Spaziergang durchs schöne Kirchhellen nicht nur die Natur genießen, sondern zudem etwas Historisches bewundern möchte, der sollte sich das Hermann-Löns-Denkmal am Heidhofsee zum Ziel machen.

Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen haben wir uns diesen 3.500 Kilogramm schweren und geschichtsträchtigen Steinbau einmal genauer angesehen .Nicht immer stand das Denkmal an seiner heutigen Stelle südwestlich des Heidhofsees. Bereits zwei Mal musste der Koloss mit der Inschrift „Hermann Löns“ umziehen.

Gedenken an den Heimatdichter

Doch von Anfang an: Am Alten Postweg, in der Nähe von Schacht 10, entspringt der Schwarzbach. Und genau hier wurde auch der Quarzfindling aus der Tertiärzeit gefunden, der den Kern des Hermann-Löns-Denkmals bildet. Der Quarzitblock wurde 1922 bei Rodungsarbeiten zu Tage gefördert und am 2. Juni 1929 vom Essener Aquarien- und Terrarienverein für ein Denkmal an den Heimatdichter Hermann Löns verarbeitet. Zunächst fand der Gedenkstein auf dem Gelände der Familie Haseke seinen Platz.

Noch vor etwa 150 Jahren war die Landschaft der Kirchhellener Heide weit und offen, durchzogen von Ginsterbüschen, Birkenpartien und Heideflächen sowie durchkreuzt von Sandwegen und gerne genutzt für Kutschfahrten oder zu Wallfahrtszwecken. Auch der Heidedichter Hermann Löns wusste diese Landschaft zu schätzen, sodass das Kirchhellener Löns-Denkmal mit einer bronzenen Tafel an diese Reisewege erinnern sollte. Die Tafel fiel jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg Metalldieben zum Opfer und wurde durch eine Steinplatte ersetzt.

Würdiges Zuhause

Mit dem Ausbaus des Alten Postweges im Jahr 1966 musste das Denkmal von seiner ursprünglichen Stelle am Schwarzbach weichen und fand zunächst an der Holthausener Straße einen neuen Standort. Mit diesem waren die Kirchhellener allerdings so gar nicht einverstanden, da die Nähe zu Schacht 10 nach Meinung des Heimatvereins nicht zu dem bekannten Heidedichter passte. Nach einigen Überlegungen, welcher Platz dem Dichter gerecht werden könnte, entschieden sich der Kirchhellener Heimatverein und die Chorgemeinschaft „Sing-Sing“ für den Heidhofsee. Hier ist seit 1982 das Zuhause des Denkmals und damit ein schönes Ziel für Spaziergänger und Ausflügler geschaffen worden