Ein Kreuzweg für Feldhausen

Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde gingen wir auf Spurensuche auf dem Friedhof in Feldhausen

Foto: Katharina Boll

Mehr als 50 Werke des Künstlers Josef Grasedieck sind derzeit im Heimathaus ausgestellt. Ein beeindruckender Querschnitt der Werke des Kirchhellener Künstlers und Bildhausers wird hier geboten. Von Gemälden über Holzschnitzereien bis hin zu Werken aus Kännelkohle können interessierte Besucher betrachten. Und auch zur Geschichte des 2013 verstorbenen Künstlers kann man hier einiges nachlesen. Doch Josef Grasediecks Kunst ist weit mehr, als in einer Ausstellung gezeigt werden kann. Das haben wir von der LebensArt bei einem Besuch des Friedhofes in Feldhausen feststellen können. Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde haben wir die Grabsteine gesucht, die Josef Grasedieck selbst geschaffen hat und noch heute als Stationen des Kreuzweges dienen.

1953 begann Josef Grasedieck mit seinen ersten Arbeiten als Bildhauer. Seit dem schuf er bis zu seinem Tod mehr als 500 Werke. Darunter auch Wegkreuze und Grabsteine, die natürlich nicht im Heimathaus ausgestellt werden können. Deshalb haben wir uns auf die Suche der beeindruckenden Werke gemacht.

Der Friedhof in Feldhausen

Insbesondere auf dem Friedhof in Feldhausen ist Josef Grasediecks Kunst noch allgegenwärtig. Denn in seiner Zeit als Bildhauer fertigte er viele Grabsteine an, von denen einige auf dem Friedhof in Feldhausen zu betrachten sind. Auch auf dem Grab von Josef Grasedieck selbst, der seit 2013 hier seine letzte Ruhestätte fand, findet man einen der „besonderen“ Grabsteine. „Besonders“, da viele der Grabsteine mehr als eine Erinnerung an die dort begrabenen Personen sind. Sie dienen außerdem als Stationen des Kreuzwegs.

Kreuzweg für Feldhausen

Auch die Grabstätte von Josef Grasedieck bildet eine Kreuzwegstation. - Foto: Katharina Boll

Der Kreuzweg in Feldhausen blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits Ende der 1960er Jahre kam der damalige Pastor Bettmer, der von 1965 bis 1968 das Amt des Pastors in Feldhausen inne hatte, die Idee, auf dem Friedhof in Feldhausen einen Kreuzweg anzulegen.
Daraufhin wurden Grufteninhaber des äußeren Gruftenkranzes gezielt angesprochen und gebeten,  das Grabmal als Kreuzwegstation gestalten zu lassen. Dieser Gedanke wurde damals freudig aufgegriffen. Es gab nur eine Unterbrechung, weil die Westseite am Hövekes Weg wegen der Anlage einer Pforte zunächst nicht belegt werden konnte. Dieses Hindernis wurde jedoch später durch die Grabmäler Schlagkamp und Grasedieck behoben.

Der erste Karfreitag-Kreuzweg auf dem Friedhof war ein besonderes Ereignis. Doch lädt der Kreuzweg auch, so schrieb Pastor Bettmer in der Festschrift des Kirchen­chores 1968, zum persönlichen, besinnlichen und tröstlichen Gebet ein.

Seit nun 20 Jahren wird auf dem vollständigen Kreuzweg, der aus Kunstwerken Josef Grasediecks besteht, gebetet. Vor der Fertigstellung wurden Holz- beziehungsweise Stationstäfelchen auf die Gräber gelegt, die noch nicht mit einer Kreuzwegstation versehen waren.