Die Glocken von St. Johannes der Täufer Kirchhellen

Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde haben wir uns mit der Geschichte der Glocken von St. Johannes d.T. beschäftigt

Foto: Privat

Anfang März öffnet die neue Ausstellung im Heimathaus zum ersten Mal ihre Türen. Thema ist der Kirchenbrand, der vor nun 100 Jahren die alte Kirche St. Johannes d.T. zerstörte. Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde durften wir schon einmal vorab einen Blick in das Heimathaus werfen und sind auf die spannende Geschichte der St. Johannes d.T. Glocken gestoßen. Bärbel Grütjen hat sich intensiv mit dem Thema befasst und wusste viel Interessantes zu berichten.

„Wir können die Geschichte der Glocken bis ins 17. Jahr­hundert zurückverfolgen“, berichtet Bärbel Grütjen, Mitglied des Vereins für Orts- und Heimatkunde. Damals wurden die Glocken noch in Kirchhellen selbst gefertigt. Erste Belege über die Anfertigung einer Glocke liegen dem Verein aus dem Jahr 1605 vor. Im Jahr 1617 bekam St. Johannes d.T. eine weitere Glocke. 1642 war das Geburtsjahr der dritten Glocke.

Umzug und Kirchenbrand

Im Jahr 1844 bekamen die drei Glocken ein neues Zu­hause. Im Zuge der Erweiterung der Kirche kamen die Glocken in einen neuen Turm, der ihnen eine sichere Bleibe verschaffen sollte.

Doch Anfang des 20. Jahrhunderts schlugen die Glocken ein letztes Mal. Am 17. März 1917 erreichte Kirchhellen eine Anweisung des Kriegsministerums bezüglich der Beschlagnahmung der Glocken. Ab sofort durfte nur noch eine Glocke geläutet werden. „Doch zur Ablieferung kam es gar nicht mehr“, weiß Bärbel Grütjen. Denn am 12. Juni 1917 stand die Kirche in Flammen und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Trotz Nachkriegssorgen und Inflation schritten die Kirchhellener erneut zur Tat, um ihre Kirche wieder aufzubauen. Im Zuge dessen mussten auch neue Glocken her. So beauftragte der damalige Pastor Schlöter die Glockengießerei „Petit & Gebr. Edelbrock“ aus Gescher mit der Herstellung. Im Jahr 1926 stand die Kirche und sechs neue Glocken erklangen vom Kirchturm.

Doch lange hielt die Freude nicht. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurden fünf Glocken vom Kriegsministerium beschlagnahmt. „Nur die Schutzengelglocke ließ man uns in St. Johannes d.T.“, erklärt Bärbel Grütjen. Nach schweren Nachkriegsjahren machte es erst die Währungsreform möglich im Jahr 1950 und 1953 zwei weitere Glocken anzuschaffen.

Die Glockenfreunde von St. Johannes d.T. Kirchhellen

Im Oktober 1982 gründete sich eine Bürgerinitiative der besonderen Art, die Glockenfreunde von St. Johannes d.T. Die 50 Mitglieder sammelten für die Anschaffung drei neuer Glocken. Innerhalb von neun Monate kamen so 100.000 DM zusammen. Am 24. Juni 1983 wurden die Glocken mit einem Festumzug nach St. Johannes d.T. gebracht und am 27. Juni hochgezogen. Zum ersten Mal läuteten sie am 3. Juli als die Wallfahrer von Kevelaer zurückkamen.

Weitere Informationen im Heimathaus Kirchhellen

Die ausführliche Geschichte der St. Johannes d.T. Glocken können Interes­sierte in der Ausstellung im Heimathaus nachlesen. Daneben gibt es viele weitere spannende Ausstellungsstücke zu entdecken.
Besichtigen kann man die Aus­stellung vom 11. März bis zum 28. Mai immer donnerstags von 10 bis 13 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr.