Die Geschichte von Franz May

Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen blicken wir auf die Geschichte von Franz May

Der Mühlenstein präsentiert nun den Namen in geeigneter Weise. - Foto: Katharina Boll

Ende August feierte der Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen mit vielen interessierten Bürgern die Einweihung des neu benannten Franz-May-Platzes in Grafenwald. Grund genug, um einmal einen genauen Blick auf die Person zu werfen, die nun dem ehemaligen Hans-Söller-Platz ihren Namen gibt. Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde haben wir uns wieder auf die Suche gemacht und Spannendes herausgefunden.

Der Arbeitskreis Grafenwald hat im Sommer 2015 das Heft Nr. 46 mit dem Thema „Neues über Grafenwald“ fertig gestellt. Eines der Themen bezieht sich auf die Kirche Grafenwald inklusive der Vorgeschichte zu Bau und Erwerb des Grundstückes. Ein zweites Thema beschäftigt sich mit der Entstehung der heutigen Grundschule Grafenwald. Für beide Institutionen beziehungsweise deren Errichtung zeichnete ein Mann verantwortlich: Franz May.

Franz May hat nicht nur sämtliche Grundstücke für Schule und Kirche gestiftet, sondern auch bei allen Formalitäten und Anträgen in erheblicher Weise mitgewirkt.

Vier Generationen, ein Name

Viele Jahre ging man davon aus, dass der Käufer des Grafenwaldes, der Gemeindevertreter, der sich für den Bau der Schule einsetzte und derjenige, der das Grundstück für die Kirche spendete, ein und dieselbe Person seien. Diese Annahme stellte sich jedoch als Trugschluss heraus. „Der Franz May, der das Grundstück für die Kirche spendete, war zu dem Zeitpunkt, als der Grafenwald gekauft wurde, erst acht oder neun Jahre“, erklärt Rainer Weiß vom Arbeitskreis Grafenwald. „Also muss das sein Vater gewesen sein. Durch Nachforschungen haben wir herausgefunden, dass es mehrere Generationen mit dem Namen Franz May gab.“ Von vier Generationen in Grafenwald weiß der Verein für Orts- und Heimatkunde. Der erste Franz May, von welchem wir die Existenz wissen, kam aus Essen Borbeck-Gerschede. Sein Sohn, Franz Gerhard May, kaufte im Jahr 1856 den Grafenwald. „Über die Größe der Fläche gibt es unterschiedliche Angaben. Zwischen 642 und 1.100 Morgen bewegen sich die Spekulationen (1.000 Morgen = 2,5 Quadratkilometer). Folglich musste ihm fast ganz Grafenwald gehört haben.“ Zu seinem Stück Land gehörte auch die Grafenmühle. Passend dazu schmückt heute ein Mühlenstein der Grafenmühle den Franz-May-Platz. „Um den Namen in geeigneter Weise zu präsentieren, konnten wir dank der Zustimmung der Familie Wiesweg den ehemaligen Mühlstein der Familie Oleynik von der Grafenmühle verwenden, der bislang das Grab der Familie Oleynik geschmückt hat“, sagt Rainer Weiß.

Wer ist wer?

„Wir gehend davon aus, dass der Franz May der zweiten Generation der Gemeindevertreter war und sich 1872 für den Bau der Schule einsetzte. Denn er war zu diesem Zeitpunkt 52 Jahre alt und sein Sohn (3. Generation) erst 24 Jahre. Das wäre für damalige Verhältnisse zu jung gewesen“, erklärt Rainer Weiß. Der dritte Franz May wurde 1847 geboren. Er setzte sich
für den Bau der Kirche in Grafenwald ein und spendete sein Grundstück der Gemeinde. „Die genauen Beweggründe für seine Spende kennen wir nicht. Hier könnte man nur mutmaßen.“ Die Maystraße, die an der Kirche herführt, wurde
vermutlich nach Franz May benannt.