Die Geschichte des Heidhofs

Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde haben wir uns auf Spurensuche am Heidhof begeben

Foto: Privat

Wer in Kirchhellen und Umgebung aufgewachsen ist, kennt wohl das beliebte Ausflugsziel in der Kirchheller Heide – den Heidhof. Wo im Sommer besonders der große Spielplatz und die Grillstation Anziehungspunkte sind, freuen sich die Besucher in der Winterzeit auf den beliebten Adventsmarkt „Wild und Weihnacht“, der auch in diesem Jahr wieder am 11. Dezember stattfindet. Gemeinsam mit dem Verein für Orts- und Heimat­kunde haben wir uns mit Förster Werner Meemken und RVR-Mitar­beiter Michael Kamp getroffen, um mehr über die Vergangenheit des Heidhofs zu erfahren.

Das Grillo Schlösschen

Die Geschichte des Heidhofs, wie wir ihn heute kennen, geht zurück bis ins Jahr 1910. Das damalige Hauptgebäude des Heidhofs wurde um die Jahrtausendwende vom Duisburger Industriellen Grillo errichtet und bis zum Verkauf als Jagdhaus genutzt.

„Um 1920 wurde neben dem Schlösschen ein Bauernhof gebaut“, berichtet Michael Kamp. Die landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes wurde jedoch schnell wieder aufgegeben, da sie sich aufgrund des zu feuchten und nährstoffarmen Bodens nicht rentierte. „Der damalige Bauernhof ist noch nicht das heutige Hauptgebäude des Heidhofs. Dieses entstand erst nach dem Verkauf des Grundstückes.“

Der Heidhof wird gebaut

Am 25. März 1939 kamen das Schlös­schen und der Hof in Besitz des Halvener Unternehmers Paul Bouche. „Dieser ließ 1948/49 das heutige Hauptgebäude mit angrenzender Scheune bauen“, erzählt Michael Kamp. Der damalige Bauunternehmer war der Kirchhellener Paul Peuler.

Wechselnde Eigentümer

Ab dem 23. März 1959 ging der Besitz über zum Rheinstahl Bergbau, der bis ins Jahr 1963 als Eigentümer eingetragen war. Bis dahin führten sie das Gehöft als sogenannten Pachthof weiter.

Die Westdeutschen Quarzwerke vermuteten später enorme Sand- und Kiesvorkommen unter dem Gelände des Heidhofs. Aus diesem Grund wurde das Gebiet von der Dorstener Firma erworben. Als sich dies als Irrtum herausstellte, wurde das Gelände 1970 an den Kreis Dinslaken veräußert.

Abriss des Grillo Schlösschen

Bis zum Jahr 1976 wurde das Herrenhaus sechs Jahre lang als Jugendbildungsstätte für Luftfahrt und Technik genutzt. „Danach stand es einige Jahre leer. Es fehlte wohl das Geld für eine Renovierung“, erklärt Michael Kamp. 1981 wurde das Grillo Schlösschen abgerissen. Die Sanierungskosten wurden nach damaligen Wert auf rund 800.000 DM geschätzt.

Der Heidhof wird Waldkompetenzzentrum

„Der heutige Regionalverband Ruhr hat im Jahr 1973 begonnen, Waldflächen in der RVR-Region aufzukaufen. In diesem Zuge kam auch der Heidhof in den Besitz des RVR“, erklärt Werner Meemken. Der Regionalverband Ruhr hat den Heidhof und 2.000 Hektar Wald in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre erworben und zum attraktiven Anziehungspunkt für Ausflügler umgebaut. Darüber hinaus ist der Hof ein Zentrum für Umweltbildung sowie ein Forst- und Pflegestützpunkt geworden. Heutzutage gibt es einen Waldspielplatz, einen Jugendzeltplatz, die Ausstellung „Wald-Baum-Holz“, die Umweltpädagogische Station, einen Kiosk und mehrere Grillmöglichkeiten.