Das neue Heimathaus

Nach neun Jahren Umbauphase ist das Heimathaus im Mai 2016 neu eröffnet worden

Der ehemalige Hof Hilp/Heisterkamp ist selbst Teil unserer Dorfgeschichte. Der alte Bauernhof steht an einem historisch markanten Ort, über den es mit dem dortigen Oberhof die ersten Aufzeichnungen von Kirchhellen überhaupt gibt. Auch der Verein für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen erkannte diesen Hof als idealen Standort für das neue Heimathaus. Nach jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit können wir nun unsere Geschichte da erleben, wo sie ihren Ursprung hat.

 

Viele Dokumente und Gegenstände, die ein Stück Ortsgeschichte in sich tragen, liegen seit Jahren in Schränken und Kisten im kleinen Archiv des Vereins für Orts- und Heimatkunde verborgen. „Viel zu schade“ waren ich die Mitglieder des Vereins schon vor 20 Jahren einig. Denn nur mit Hilfe dieser Relikte der Vergangenheit kann die Geschichte für die Kirchhellener Bürger lebendig werden.

 

So reifte bereits damals der Gedanke ein Heimathaus zu errichten. Der perfekte Raum war schnell gefunden. Der alte Hof Hilp/Heisterkamp, der auf dem Gelände des Kulturzentrums Hof Jünger steht, stand zu dieser Zeit leer. Die ersten Aufzeichnungen des Hofes reichen bis in das Jahr 1660 zurück. Im Vestischen Lagerbuch, das nach dem 30-jährigen Krieg errichtet wurde, erschien der Kirchhellener Bauernhof das erste Mal. Mit der Hochzeit von Angela und Heinrich Heisterkamp im Jahr 1906 wurde der ehemalige Hof Hilp zum Hof Heisterkamp. „Die letzte Bewohnerin dieses historischen Hauses war Anna Schulte-Bockum“, erzählt Peter Pawliczek, 1. Vorsitzende des Vereins für Orts- und Heimatkunde, bei der Übergabe des Heimathauses.

Gemeinsam angepackt

Doch bis aus dem alten und verlassenen Bauernhof ein lebendiges Heimathaus wurde, stand viel Arbeit vor den ehrenamtlichen Helfern. Denn als der Hof 1997 dem Bürgerverein Hof Jünger von der Stadt Bottrop übergeben wurde, war er in einem umbewohnbaren Zustand. Eine komplette Renovierung war dringend notwendig. Der Verein für Orts- und Heimatkunde stand vor einer finanziellen Aufgabe, die alleine nicht zu bewältigen war. So wurde es zu einem Gemeinschaftsprojekt, das sie gemeinsam mit dem Bürgerverein Hof Jünger und der Kolpingsfamilie anpackten. Die Arbeiten begannen zunächst an dem Haus 1 des Gebäudekomplexes.

Es war ein langer Weg

Nach den Plänen des Architekten Hans Biefang konnte das ehemalige Hofgebäude bereits im Jahr 2001 fertiggestellt werden. Zahlreiche Freiwillige halfen bei der schnellen Durchführung des Projektes. Doch das war nur der erste Schritt auf dem Weg zum eigenen Heimathaus. Der Ausbau des Hauses 2 wurde eine Aufgabe für die nächsten 15 Jahre. Mit rund 125.000 Euro Kosten wurde damals gerechnet. Geld, das die drei Vereine zunächst aufbringen mussten. Das Konzept des Heimathauses stand dagegen schon früh fest: Es sollte ein lebendiger Ort werden mit wechselnden Ausstellungen. Bis zum Jahr 2012 wurde das Dach erneuert, das Gebäude trocken gelegt und entkernt. Alles mit Hilfe von örtlichen Handwerkern und Vereinsmitgliedern. Doch der richtige Aufschwung kam im Jahr 2013, als der Verein für Orts- und Heimatkunde sein 100-jähriges Bestehen feierte. Eine Lotterie für das Heimathaus wurde ins Leben gerufen. Zahlreiche Spenden halfen den finanziellen Engpass zu überwinden und die Arbeiten wieder voranzutreiben. Als dann noch im April 2015 die erhoffte Förderzusage der NRW-Stiftung in Höhe von 63.000 Euro kam, erhielt das Projekt den letzten Schub, den es brauchte. Mit vereinten Kräften wurde das Kirchhellener Projekt nun fertig gestellt und im Mai 2016 konnte die Eröffnung gefeiert werden. Der ehemalige Hof Hilp/Heisterkamp wird nun auch in Zukunft ein lebendiger Teil unserer Geschichte bleiben.