Nachgedacht - Kolumne

Pfarrer Klaus Klein-Schmeink

Über den Autor: Klaus Klein-Schmeink

Klaus Klein-Schmeink, Jahrgang 1970 und seit September 2005 Pfarrer in St. Johannes d. T., Kirchhellen:

„Nachgedacht" ist für mich die Möglichkeit, das, was mich bewegt und mir wichtig scheint, einem Personenkreis mitzuteilen, den ich möglicherweise in der Kirche nicht erreichen kann. Mein Nachdenken soll zum Nachdenken anregen.“

Die Botschaft von Weihnachten nicht vergessen

Die Zeitungen, Radio- und Fernsehsendungen sowie das Internet sind voll mit Schlagzeilen. Solche Schlagzeilen spiegeln etwas vom Seelenzustand einer Gesellschaft wider.

Zum einen werden wir mit Belanglosigkeiten bombardiert, z. B. dem Gefühlszustand der Teilnehmenden in „Bauer sucht Frau“ oder „Schwiegertochter gesucht“. Man kann lesen, welcher sogenannter Prominenter sich wo ein Tattoo hat entfernen und wo ein neues hat einbrennen lassen. Nachrichten, die die Welt wahrhaftig nicht braucht, und die an Inhaltslosigkeit fast nicht zu unterbieten sind.


Zum anderen werden wir durch viele Nachrichten auch im Innersten beunruhigt: Die Politik von Erdogan, Putin oder Trump bereiten Sorgen. Manche sehen Europa zusammenbrechen nach dem Brexit und dem Referendum in Italien. Die Rentenfrage wird wohl im nächsten Wahlkampf Thema sein. Der Umgang mit Flüchtlingen ist auch für viele nach wie vor bedrängend. Belanglosigkeit und tiefe Beunruhigung. Beides prägt die Schlagzeilen unserer Tage. Beides prägt die Gemütsverfassung unserer Gesellschaft. Und da hinein hören wir die Botschaft des kommenden Weihnachtsfestes: Gott wird Mensch in Jesus Christus. Gott wird Mensch auf der Erde. In Jesus Christus teilt Gott unser Schicksal.

Gott wird Mensch in Jesus Christus

Wenn Gott unser Leben auf Erden lebt in seinem Sohn, dann kann dieses Leben der Menschen nicht belanglos sein. Die Botschaft von Weihnachten mahnt uns, unser Leben ernst zu nehmen. Weil Gott unser menschliches Leben gelebt hat, können wir unser Leben nicht mit Belanglosigkeiten vertun, wenn wir wirklich menschlich leben wollen.

Vorbildlich leben diejenigen, die in ihrem konkreten Lebensumfeld ihren Mann oder ihre Frau stehen. Und nicht in einem medial konstruierten Wolkenkuckucksheim. Die Botschaft von Weihnachten lautet: Gott wird Mensch in Jesus Christus. Wenn Gott unser Leben teilt, dann sind wir ihm wichtig. Wenn er, der Ewige, in unsere Zeit hinabsteigt, dann ist ihm nicht gleichgültig, was aus uns wird. Auch daran erinnert uns das Weihnachtsfest. Und das kann uns Halt geben angesichts der Nachrichten, die uns zu Recht beunruhigen.

Auch wenn die politischen und wirtschaftlichen Systeme, unser Staat ins Wanken geraten sollten: Gott ist da für uns. Und auch angesichts vieler persönlicher Anfechtungen durch Krankheit oder andere Schicksalsschläge: Bei Gott ist niemand vergessen. Unsere Namen sind in seine Hand geschrieben. Er wird uns nicht aus seiner Hand fallen lassen. Für jede, für jeden einzelnen von uns ist er Mensch geworden, um jeden einzelnen, jede einzelne von uns zu erlösen. Die Botschaft von Weihnachten lautet: Gott wird Mensch in Jesus Christus.

Er ist nicht umsonst für uns Mensch geworden. Er hat sich nicht ohne Sinn erniedrigt. Durch seine Menschwerdung hat er uns erlöst, damit wir nicht unser Heil in einer halt- und heillosen Welt suchen. Die Botschaft von Weihnachten bewahrt uns davor, dass unser Leben in Belanglosigkeiten dahindümpelt. Die Botschaft von Weihnachten schenkt uns Hoffnung, wo andere verzweifeln, weil sie sich allein an vergängliche Güter festmachen. In Betlehem wird Christus geboren. Das ist die Schlagzeile, aus der wir Hoffnung und Zuversicht schöpfen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen gesegnete Advents- und Weihnachtstage. Kommen Sie gut ins neue Jahr.