Zwischen Spiel, Natur und Bewegung

Auf dem Hof Janinhoff toben sich derzeit 80 Kinder während der Stadtranderholung so richtig aus.

Diese drei Kids haben sich heute für das Basteln entschieden - Foto: Katrin Kopatz

Tiere, Wiesen zum freien Spiel, eine Hüpfburg und ein großes Zelt, in dem täglich wechselnde Freizeitangebote stattfinden: Der Kirchhellener Hof am Kletterpoth bietet ausreichend Platz, um jedem Teilnehmer eine kurzweilige und spaßige Ferienzeit zu bereiten.

"Es ist toll, wie sehr die Kinder die Natur hier genießen", freut sich die leitende Betreuung der Stadtranderholung, Marlene Stricker. Sie kümmert sich schon seit mehr als 25 Jahren um eine attraktive Freizeitgestaltung Sechs- bis Zwölfjähriger, die aus verschiedenen Gründen nicht in den Urlaub fahren können oder deren Eltern in den Sommerferien arbeiten müssen. Begonnen hat alles mit der Betreuung der Kinder in einer Bottroper Schule, "doch dann kamen die Zeiten der OGS, sodass wir den Kindern auch einmal abseits des Schulgebäudes etwas anbieten wollten", so Stricker.

Es geht ums Erleben

In den vergangenen Jahren hat sich aber auch sonst viel verändert: Die Kinder seien selbstbewusster geworden, lassen sich aber auch schlechter auf Regelwerke ein. "Doch das ist bei so einer großen Teilnehmerzahl unabdingbar." Zudem wissen viele in den ersten Tagen erst einmal gar nichts mit sich anzufangen, da sie sonst viel Frezeit am Computer oder mit dem Handy verbringen.

Nicht so auf dem Hof Janinhoff: Wer hierherkommt, der braucht elektronische Beschäftigung ganz sicher nicht. Hier steht das Füttern der Tiere auf dem Programm - und wer hat Schweine vorher schon einmal so nah um sich herum gehabt? Das Spielmobil Rollmobs ist auch auf dem Hof untergebracht und lockt mit jeder Menge Spielzeug - für drinnen und draußen. "Doch man glaubt nicht, wie sehr die Kinder es genossen, bei dem starken Regen zu Beginn der Ferien, in die großen Pfützen zu springen und sich darin so richtig auszutoben", erzählt Marlene Stricker und sieht in solchen Momenten das Ziel der Ferienfreizeit erreicht - nämlich die Natur wirklich zu erleben.

Etwas Struktur muss sein

Die gesamten Sommerferien über sind Kinder zwischen einer und drei Wochen auf dem Hof zu Gast. Sie kommen morgens um neun Uhr an und machen sich um 17 Uhr auf den Rückweg. Jeder darf sich tagsüber mit den Dingen beschäftigen, auf die er am meisten Lust hat. "Da ist bisher noch jeder fündig geworden, zudem kommen Teilnehmer mit denselben Interessen auch schnell ins Gespräch und es entsteht eine tolle Gruppendynamik."

Marlene Stricker ist umgeben von elf weiteren Betreuern, die sich bei den angebotenen Aktivitäten oder in der Küche engagieren und damit für einen strukturierten Tag sorgen. Flora (6), Niklas (7) und Arthur (8) haben sich heute für das Basteln entschieden. Konzentriert bemalt die Sechsjährige einen kleinen Baumstamm mit Pinsel und Farbe, während die Jungs Wolken aus blauer Pappe schneiden. "Eigentlich basteln wir fast jeden Tag was. Das macht hier am meisten Spaß", sind sich die Kinder einig. "Aber, na gut, die Spielescheune ist auch super zum Spielen." Und die wird nicht nur zum Schaukeln und Rutschen genutzt, sondern auch zum Mittagessen, wie Stricker erklärt: "Die jüngeren Kinder essen hier für sich. Damit entzerren wir das ganze etwas und sorgen für Ruhe während des Essens." Eine Ruhe, die nur kurz währt, denn kaum aufgegessen, gehen Spiel und Spaß in die nächste Runde. Aber so soll es ja auch sein.

von Katrin Kopatz