Wochenende ohne Mutti

Väter und Kinder trotzen beim Zeltlager der Kolpingfamilie Kirchhellen dem Regen

Bei der Lagerolympiade müssen die Kinder gemeinsam verschiedene Aufgaben meistern. Foto: Julian Schäpertöns

Es regnet am Freitagvormittag (1. Juni), als die Lagerolympiade des diesjährigen Vater-Kind-Zelten beginnen soll. Doch warten bis es aufhört – das kommt für die Kinder nicht in Frage. Denn sie sind heiß auf die fünf Spiele, die die Väter vorbereitet haben und rennen ungeniert Richtung Spielfeld. Bei Geschicklichkeits- und Gemeinschaftsspielen messen sich die Kinder miteinander. Nur ein Höhepunkt des beliebten Vater-Kind-Zelten der Kolpingfamilie.

 

„Frauen sind das ganze Wochenende nicht erlaubt“, erzählt Cheforganisator Andre Scharf. „Kommt trotzdem eine Mutter vorbei, wird der Vater bestraft.“ Das Wochenende gehört nur den Vätern, die sichtlich Spaß daran haben, Zeit mit ihren Kleinen zu verbringen. Seit mehr als vierzig Jahren findet das Vater-Kind-Zelten der Kolpingfamilie statt. Ein unvergessliches und besonderes Freizeiterlebnis für viele. Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Kirchhellener ihre Zelte für vier Tage auf dem Feld zwischen Hiesfelder Straße und Heuweg aufgeschlagen. Dass diese liebgewonnene Tradition mittlerweile generationsübergreifend ist, zeigt die Tatsache, dass auch in diesem Jahr wieder ein Großvater mit seinen drei Enkelkindern dabei ist, der auch schon als Vater mit seinen Kindern dabei dabei war. „Das Zeltlager ist jedes Mal eine super Gemeinschaft“, weiß Andre Scharf. „Groß hilft hier Klein. Das ist das tolle!“

 

Kolping Polizei sorgt für Ordnung

Das Zeltlager versorgt sich komplett autark. Lebensmittel, Frischwasser, Stromaggregat, Kühlwagen, Sanitäre Anlagen sowie die fachgerechte Müllentsorgung sind eine logistische Herausforderungen, die mittlerweile zur Routine geworden sind. Die Väter müssen an diesem Wochenende den Dienst in der Küche antreten. Gekocht, gegrillt und die Frühstückszubereitung liegt in Männerhänden. Rohkost und Frischobst statt Knabberei oder Bonbons. Denn Süßigkeiten sind nicht erlaubt! Die „KoPo“ (Kolping Polizei), eine zehnköpfige Kinderschar, die täglich neu ausgewählt wird, sorgt für die Einhaltung der Regeln im Zeltlager. Bei Regelverstößen verhängt ein eigenes Lagergericht angemessene Strafen. Väter haften für ihre Kinder.

 

In diesem Jahr steht das Zeltlager unter dem Motto „Highlandgames“. Ein Magnet ist erneut die große Strohburg mit vielen labyrinthischen Geheimgängen, in denen die Kinder nach Herzenslust spielen und toben. Aber auch ein gemeinsamer Wortgottesdienst, ein Fußball- und Völkerballturnier oder die Verteidigung der Lagerfahne gehören dazu. „Dass das Zeltlager so stattfinden kann, ist auch den vielen Betrieben und Landwirten zu verdanken, die uns tatkräftig unterstützen“, bedankt sich Andre Scharf. Dankbar darüber sind sicherlich auch die meisten Mütter, die ein erholsames Wochenende genießen dürften, während Vati und die Kinder ein Abenteuer nach den anderen erleben. So hat schlussendlich die ganze Familie was davon.

 

Der Regen hält Väter und Kinder nicht davon ab, gemeinsam Spaß zu haben. Foto: Julian Schäpertöns

von Julian Schäpertöns