Wie die Rentiere nach Feldhausen kamen...

Vor fünf Jahren wollten ein paar Freunde aus Feldhausen anderen Menschen etwas Gutes tun – und kauften drei Rentiere

Beim Rentierbasar konnten die Besucher die Tiere aus der Nähe betrachten. Foto: Julian Schäpertöns

Es ist der Abend vor Heiligabend. Wie in jedem Jahr treffen sich einige Freunde aus Feldhausen zum Jahresausklang in einer Kneipe. „Uns geht es doch so gut. Warum machen wir nicht etwas für Leute, denen es nicht so gut geht wie uns?“, sagt der eine. Die anderen Freunde stimmen zu. „Hat von euch schon mal jemand ein Rentier gehabt?“, wirft einer in die Runde. Eine Idee ist geboren, die die Freunde den ganzen Abend nicht mehr los lässt. Noch am selben Abend rufen die Freunde bei einem Rentierzüchter in der Uckermark an. Bald schon sollen Sólv, Ronya und Freya nach Feldhausen kommen. Es ist die Geburtsstunde der Rentierfreunde Feldhausen.

Die Idee, Rentiere zu kaufen, ist mittlerweile schon fünf Jahre her. Der Gedanke, dadurch etwas Gutes zu tun, ist immer noch präsent. Anfang 2013 wird auf einem gepachteten Gelände neben dem Movie Park ein Stall hergerichtet, die Weiden bearbeitet und Zäune gezogen. Auf 6.000 Quadratmetern sollen die Rentiere hier eine neue Heimat finden. Ende 2013 fahren einige der heute 21 Rentierfreunde in die Uckermark. Dort holen sie die drei Rentiere (ein Männchen und zwei Weibchen) ab. Seitdem kümmern sich die Freunde um die Tiere. Wöchentliche Stalldienste werden eingeteilt, Futter bestellt, sich um die Tiere gekümmert. Das Gelände wird ein kleiner sozialer Treffpunkt für die Rentierfreunde.

Foto: Julian Schäpertöns

 

Schnell spricht sich herum, was die Rentierefreunde machen – und die Leute beginnen, Geld zu spenden. Aktionen werden von den Freunden geplant. Zusammen mit Sólv, einem Schlitten und dem Nikolaus fahren die Freunde zur Kinderklinik nach Datteln, um dort Weihnachtstüten und einen Scheck zu übergeben. 2015 wird der Rentierbasar ins Leben gerufen. Auch die Frauen der Freunde wollen helfen. Sie wollen Dinge basteln, Speisen und Getränke verkaufen und so Spenden sammeln.

In diesem Jahr geht das gesammelte Geld des Rentierbasars an das Friedensdorf in Oberhausen. In familiärer Atmosphäre trafen sich am Samstag (25. November) viele Besucher auf dem Gelände der Rentierfreunde. Die „Band of St Francis“ stimmte auf die Weihnachtszeit ein, Glühwein und Eierpunsch wurden getrunken und bei Kutschfahrten konnte Feldhausen entdeckt werden. Auch die Frauen hatten wieder einiges gebastelt und verkauften ihre handgemachten Weihnachtsdekorationen. Und natürlich waren Sólv, Ronya und Freya in ihrem Gehege und beobachteten die ganze Zeit das Geschehen rund um den Basar.

von Julian Schäpertöns