VfL feiert Jubiläum

Zum 50-/90-jährigen Bestehen plant der VfL Grafenwald eine bunte Jubiläumsfeier – Im Mittelpunkt steht natürlich der Sport

In diesem Jahr feiert der VfL sein Jubiläum. Foto: Julian Schäpertöns

Von Breitensport und Einrad über Fußball bis hin zu Kampfsport und Tennis – der VfL Grafenwald lebt sportliche Gemeinschaft und das bereits seit 50 beziehungsweise 90 Jahren. Grund genug die sportliche Spannbreite zu präsentieren und mit Mitgliedern, Freunden und allen Interessierten gebührend zu feiern. Am Samstag, 25. August steigt auf der Sportanlage am Sensenfeld 96 die bunte Jubiläumsfeier.

„An dem Tag wird auf der ganzen Anlage etwas los sein“, verrät Dr. Peter Scheidgen, Präsident des VfL Grafenwald. „Jede Abteilung wird sich mit verschiedenen Darbietungen präsentieren.“ Los geht es bereits morgens um 9 Uhr mit den Kickern vom Fußball-Jugendcamp, die den Abschluss ihrer vorangegangenen Fußballwoche bestreiten. Ab 14 Uhr kommen auch die anderen Abteilungen dazu. „Die Einradfahrer werden unter anderem Küren mit Musik präsentieren, es werden verschiedene Kampfsportarten gezeigt und die Breitensport-Abteilung zeigt eine Gymnastikvorführung“, erzählt Dr. Peter Scheidgen. Zeitgleich können die Besucher auf der anliegenden Tennisanlage die Endspiele der Clubmeisterschaft 2018 verfolgen. Hier können Interessierte auch selbst zum Schläger greifen und ein Schnuppertraining absolvieren. Doch das ist nicht die einzige Aktivität für alle Sportbegeisterten.

Abseits der Vorführungen gibt es viel zu entdecken. Und die Besucher können selbst aktiv werden, zum Beispiel beim Medizinball-Weitwurf, einem Kicker-Turnier oder der Geschwindigkeits-Ballmaschine. „Kinder und Jungendliche bekommen von uns auch eine Laufkarte, auf der sie die Stationen abhaken können. Am Ende kommen alle Karten in einen Lostopf und es werden drei Gewinner gezogen. Die erhalten dann natürlich auch einen Preis“, erklärt der Präsident. Natürlich kann man auch einfach entspannen und gemeinsam feiern. Kühle Getränke, Grillstand und Kuchentheke laden zum Verweilen ein. Ein Höhepunkt wird zudem die Live-Musik am Nachmittag werden. „Wir werden zudem Stellwände mit alten Fotos aufbauen“, betont Dr. Peter Scheidgen. Hier können sich alle Interessierten dann über die Geschichte des VfL Grafenwalds informieren.

Im Anschluss an das bunte Programm der Abteilungen wird um etwa 17.45 Uhr den Jubilaren zu ihrer 50-jährigen Mitgliedschaft gratuliert. „Es sind noch 14 Mitglieder im VfL, die bereits seit 1968 im Verein sind“, sagt der Grafenwälder. Zum Abschluss der Jubiläumsfeier findet ein kleines Fußballturnier mit dem Grafenwälder Schützenverein, der Feuerwehr und den Alten Herren des VfL Grafenwald statt.

„Jeder ist herzlich eingeladen, mit uns zu feiern. Wir freuen uns auf viele Besucher“, betont der Präsident. Jetzt gilt es nur noch Daumendrücken, dass das Wetter auch mitspielt. „Zur Not haben wir drei große Pagodenzelte, in denen wir die Vorführungen machen können.“

Foto: Privat

Zur Vereinsgeschichte

„Der Grundstein für den heutigen Grafenwälder Sportverein wurde bereits im Jahr 1928 gelegt“, erzählt Dr. Peter Scheidgen. Damals wurde der Fußballverein DJK VfL Grafenwald gegründet. Neben dem Vereinsnamen bestehen auch die Vereinsfarben grün und weiß bis heute. Jedoch schon 1934 wurde der Verein von den NS-Behörden wieder aufgelöst. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sportaktivitäten in Grafenwald wieder aufgenommen. Mit Hilfe der katholischen Jungmännergemeinschaft (KJG) unter der Leitung von Pater Vorgerd begann der Umbau einer alten Kiesgrube an dem Alten Postweg zum Sportplatz. „Vor dem Sportplatz am Sensenfeld gab es etwa einen Kilometer entfernt einen Sportplatz, auf dem erste Fußballspiele ausgetragen wurden. Die sogenannte Sandwüste oder, wie sich manche bestimmt noch erinnern, ‚Kieshumus‘ war etwas kleiner als ein Fußballfeld“, berichtet der Grafenwälder.
Am 18. Juni 1968 trafen sich sportbegeisterte Grafenwälder in der Gaststätte Buschler zur Neugründung des DJK VfL Grafenwald. 37 Gründungsmitglieder sind auf der historischen Anwesenheitsliste verzeichnet. Der damalige Vereinsbeitrag wurde auf monatliche 2 D-Mark festgelegt. Bereits bei der ersten Mitgliederversammlung zwei Monate nach der Gründung betrug der Stand der Mitglieder 138.

Die Entscheidung, den Platz am Sensenfeld zu einem neuen Sportplatz umzubauen, war lange umstritten. Die damalige Spielergemeinschaft wollte zunächst den Marktplatz am Prozessionsweg für ihr Vorhaben erwerben. Doch nach einem langwierigen Prozess mussten sie auf das Grundstück am Sensenfeld ausweichen. In den 1970er Jahren festigte der Verein sich immer mehr und vergrößerte sich ständig. Am 15. Juli 1972 wurde der neue Ascheplatz eingeweiht. In den folgenden Jahren wurden die Tennisanlage und das Clubhaus fertig gestellt. Neben der Abteilung Fußball entstanden die Abteilungen Tennis, Indiaca, Volleyball und Gymnastik. 1035 Mitglieder konnte der VfL 1979 verzeichnen. 1984 begann der VfL Grafenwald mit der Planung eines neuen Rasenplatzes, der zwei Jahre später eingeweiht wurde. Die Gesamtkosten des Rasenplatzes beliefen sich auf 293.000 D-Mark. Zudem wurden in diesem Jahr auch die Tribüne und der Trainingsplatz fertiggestellt. 1990 entstand das wohlbekannte Vereinsheim. Am 1. Oktober 1990 wurde der Grundstein gelegt und bereits im April 1991 fand die erste Jahreshauptversammlung im neuen Vereinsheim statt. Nachdem Ende der 1990er die Einrad- und Kampfsportabteilungen gegründet wurden, wurde der VfL Grafenwald im Jahr 2000 zu einem Spartenverein umstrukturiert. Im Jahr 2014 enstand aus dem einstigen Ascheplatz ein moderner Kunstrasenplatz mit einer Tartanbahn von 100 Metern und Bewässerungsanlage. Rund 520.000 Euro kostete der Umbau. In Rekordzeit wurde das Waldstadion vollkommen modernisiert. Heutzutage sind es etwa 1.100 Mitglieder.

Die Ankunft der ersten „fahrbaren“ Umkleidekabinen in Form eines ausgedienten Eisenbahnwaggons im Jahr 1969. Foto: Privat

von Katharina Boll