Unterwegs mit Kolping

Die diesjährige Winterwanderung der Kolpingsfamilie Kirchhellen führte entlang am Flugplatz Schwarze Heide – Auf dem Weg erfuhren die Teilnehmer jede Menge interessante Informationen

Nachdem 2018 der Golfplatz erkundet wurde, war das Ziel der Winterwanderung in diesem Jahr der Flugplatz Schwarze-Heide. - Foto: Julian Schäpertöns

 

Gemeinsam wandern ist schöner als allein – frei nach diesem Motto organisiert die Kolpingsfamilie seit vielen Jahren ihre traditionelle Winterwanderung. Auch in diesem Jahr machte sich wieder eine muntere Truppe auf den Weg, um die Gegend rund um den Flugplatz Schwarze Heide zu erkunden. Bei den 5,3 Kilometer langen Marsch lernten die Teilnehmer allerhand über den Flugplatz sowie den angrenzenden Sprengplatz und das ehemalige Munitionslager.

 

Der Winter zeigte sich von seiner schönsten Seite als die 28 Männer und Frauen sich am Nachmittag aufmachten. Kurz nachdem es losging, kam die Sonne zwischen den Wolken hervor. Staunend konnte den starteten Flugzeugen zugeschaut werden als die Wandergruppe zunächst entlang des Zaunes lief. Ferdi Butenweg, der zum zweiten Mal die Organisation der Wanderung übernommen hatte, wusste einige interessante Fakten währenddessen zu berichten.

 

Ein Bauernhof als Attrappe

Bereits vor dem zweiten Weltkrieg gab es diesen Flugplatz. Damals wurde er noch militärisch genutzt, um im Krieg Angriffe gegen die Engländer zu fliegen. Im angrenzenden Wald habe man die Flugzeuge versteckt und eine Bauernhof-Attrappe als Tarnung aufgebaut, so dass der damalige Feind aus der Luft zunächst nichts vom Flugplatz in der Kirchheller Heide ahnte. Selbst Tiere aus Pappmaché wurden aufgestellt, damit der Flugplatz möglichst unauffällig aussah.

Heute wird der Flugplatz hauptsächlich von verschiedenen Segelflug-Vereinen genutzt. Betrieben wird er von der Stadt Bottrop (die als größte Gesellschafterin noch 44 Prozent der Anteile hält), Hünxe, Dinslaken, Voerde und dem Kreis Wesel sowie einem Privatunternehmen. Seit Anfang der 2000er gibt es hier eine asphaltierte Start- und Landebahn, die im Jahr 2010 von 900 auf 1.500 Metern ausgebaut wurde.

 

Explosive Gegend

Weiter geht es für die Wandertruppe entlang des Munitionszerlegebetriebes Hünxe. Hier konnte Antonius Jansen einiges erzählen, der nur unweit vom Sprengplatz entfernt wohnt. „Früher konnte ich öfters Zuhause die Bomben, die hier hochgegangen sind, hören“, erzählt er der Truppe. Auf dem 32 Hektar großen Gelände werden Bomben, die in Nordrhein-Westfalen gefunden werden, entschärft, kontrolliert gesprengt und gelagert.

Nach einer kleinen Teepause ging es weiter entlang des Waldesrandes, in dem sich von 1976 bis 1999 ein Munitionsdepot befand. 49 Bunker befinden sich auf dem ehemaligen Militärgelände, das vom Regionalverband Ruhr gekauft wurde und nun renaturalisiert wird.

Schließlich ging es für die Wanderer wieder zurück zum Flugplatz, wo Kaffee und Kuchen auf sie warteten. „Es war sehr schön und informativ. Ich wusste zum Beispiel vorher gar nicht, dass es dieses Munitionslager hier gibt“, so Doris Scholz-Napieraj, die zum ersten Mal bei einer Winterwanderung von Kolping dabei war. Und auch die anderen Teilnehmer schlossen sich der Meinung an. Gemütlichen ließen sie den Nachmittag ausklingen.

 

von Julian Schäpertöns