So krass war Halloween noch nie!

Der Movie Park Germany präsentiert viele Neuheiten zum Halloween Horrorfest

Die Folterszenen aus „Hostel“ werden in der neuen Attraktion explizit nachgestellt. Foto: Julian Schäpertöns

Nur noch einen Tag schlafen, dann erwacht das Böse in Kirchhellen-Feldhausen wieder zum Leben und der Movie Park Germany wird wieder zu Horrorwood. In diesem Jahr präsentiert sich das 19. Halloween Horrorfest zudem in neuem Licht. Viele kleinere und größere Veränderungen sorgen für einen noch intensiveren Gruselspaß. Besonders hervorzuheben ist die neue FSK 18 Horror-Maze „Hostel“.

 

Vom Rotlichtviertel in Amsterdam, über das scheinbar harmlose Hostel irgendwo in der Slowakei bis hin zu den Folterräumen auf einem verlassenen und heruntergekommenen Fabrikgelände erleben die Gäste in der neuen Hostel-Maze gleich 20 verschiedene Szenen in der Chronologie des bekannten Horrorstreifens. Dabei dürfen sich die Besucher wie gewohnt auf die Detailverliebtheit des Movie Park-Teams freuen, das bereits seit einem halben Jahr auf Hochtouren an der neuen Maze arbeitet. Die Storyline der Attraktion, die Abfolge und kreative Gestaltung der Räume resultiert aus einer Zusammenarbeit des Movie Park Germany mit der niederländische Designfirma Del Dracco. „Wer den Film kennt, wird viele Szenen und Details wiedererkennen. Authenzität und Detailtreue hatten hier Priorität“, erklärt der Projektleiter Manuel Prossotowicz. Für den Movie Park ist Hostel die erste Maze ab 18 Jahren und setzt sich auch vom Konzept her von den anderen ab. „Wir haben an einigen Stellen Smellpots eingerichtet, die das ganze Erlebnis noch authentischer machen. Zudem haben wir zwei Showsequenzen eingebaut, die für die Besucher eine immersive Erfahrung darstellen“, betont der Projektleiter.

 

Neben der neuen Horror-Attraktion zeichnen sich Manuel Prossotowicz und sein Kreativteam auch für den Rest des Halloween Horror Festes verantwortlich. „Wir werden noch eine neu konzipierte Hypnose-Show im Western Saloon präsentieren. Sinnverwirrer Stephan Nölle entführt die Zuschauer an einen wahrhaft mysteriösen Ort, an dem das Jenseits und die Realität durch die Kraft der Gedanken bei einer scheinbar harmlosen Geisterbeschwörung verschmelzen.“ Zudem werden weite Teile der Parkstraßen neu thematisiert und gestaltet. Eine neu LED-Lichtinstallation sorgt für ein noch stimmigeres Bild im gesamten Park.

Das Halloween Horror Fest im Movie Park Germany ist das größte Event seiner Art in Europa und Vorreiter in Deutschland, denn mittlerweile findet es im 19. Jahr statt. Über 250 Monster machen an 17 Aktionstagen im Oktober und November die Straßen des Parks unsicher. Los geht es am 7. Oktober.

 

Kommentar: Mehr Gewalt, weniger Spannung

Vorab muss ich gestehen, dass ich ein großer Horrorfilm-Fan bin und auch während meines Studiums mich intensiv mit verschiedenen Horror-Genres beschäftigt habe. Das führte dazu, dass ich nicht schnell aus der Fassung zu bringen bin und ich so wohl ein schwieriger Besucher bin, wenn es um Horror-Mazes geht. Trotzdem habe ich versucht ohne große Erwartungen in die neue Horror-Maze des Movie Parks zu gehen. Wohl gemerkt die erste, die erst ab 18 Jahren freigegeben wird. Den Toture-Film „Hostel“ habe ich nicht nur einmal gesehen. Auch mehr als zehn Jahre nach seinem Kinodebüt zähle ich ihn immer noch zu den grausamsten Filmen überhaupt. Mit dem Namen weckt der Movie Park also doch schon eine gewisse Erwartungshaltung, die bei mir leider nicht erfüllt wurde. Die Kulisse, der damaturgische Aufbau der Musik und die wirklich ekeligen Gerüche sind zweifelsohne authentisch dem Film nachempfunden. Hier merkt man die Liebe zum Detail des Movie Parks an jeder einzelnen Stelle. Auch die Darsteller haben grandiose Kostüme und gehen in ihren Rollen auf. Doch zu meinem Bedauern ist der letzte Horrorfunke bei mir trotz allem nicht übergesprungen. Während des Durchhetzens durch die einzelnen Szenen bleibt der Spannungsaufbau auf der Strecke. Ich hatte das Gefühl von jeder Szene nur einzelne Bilder aufnehmen zu können und fühlte mich eher wie ein stiller Beobachter als mitten im Geschehen. Mit den natürlichen Ängsten des Menschen könnte hier viel mehr gespielt werden. Ich habe besonders eine große Schwäche und das ist die Dunkelheit. Wenn ich nicht genau sehen kann, was auf mich zukommt, was im Dunkeln auf mich wartet oder geschieht, habe ich persönlich mehr das Gefühl machtlos zu sein. Und genau damit spielen auch viele Toture-Film – mit dem Gefühl der Machtlosigkeit. Genau das hätte ich mir auch in der „Hostel“-Maze gewünscht. Hier wird mehr Wert darauf gelegt, die Gewalttaten offen zu zeigen. Deshalb bleibt die Spannung auf der Strecke. Doch zum Glück hat jeder eine andere Vorstellung davon, was gruselig ist.

Ein Kommentar von Katharina Boll

 

 

Kommentar: Horror in einer neuen Dimension

Ich muss zugeben: Auch wenn ich ab und zu gerne Horrorfilme sehe, so habe ich mich nie an die „Hostel-Filme“ gewagt. Zu krank fand ich die Idee des Films, zu abschreckend empfand ich die explizite Gewaltdarstellung. Hellhörig wurde ich als bekannt gegeben wurde, dass es zu Halloween eine neue „Hostel-Maze“ im Movie Park geben würde. Gehen sie damit nicht etwas zu weit? Kann man wirklich so einen kontroversen Film in Form eines Horrorlabyrinths umsetzen? Angespannt wartete ich auf den Einlass ins „Hostel“. Die schlimmsten Minuten waren die, bevor es losging. Nicht zu wissen, was einen erwarten wird und wie schlimm es ist – das geht an die Nerven. Im Labyrinth erlebte ich dann Horror in einer ganz neuen Dimension. Verglichen mit den anderen Mazes im Movie Park verfolgt man im „Hostel“ ein anderes Konzept. Durch den dramaturgischen Aufbau der Szenen gleitet man nach und nach in die Perversionen menschlicher Abgründe. Zu Beginn befindet man sich noch im Amsterdamer Rotlichtviertel, im Zug nach Bratislava und in einer Disco. Erst nach einigen Räumen beginnt der eigentliche Horror und es werden dem Besucher fiese Folterszenen, abgetrennte Körperteile und viel Blut aufgetischt. Ein großer Pluspunkt der neuen Maze sind die vielen kleinen Details, die man überall finden kann. Gut gefallen hat mir auch, dass verschiedene Sinne angesprochen werden: durch sogenannte Smellpotts riecht es im Bahnhof nach Urin, man spürt die Kälte im Kühlraum und hört die Kettensäge kreischen. Von der Brutalität ist das neue „Hostel-Labyrinth“ um einiges krasser als die anderen Mazes im Park. Weniger subtil und mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Es ist eine andere Form des Horrors, die einem hier geboten wird, und eine sinnvolle Ergänzung zu den restlichen Angeboten im Park. Daumen hoch!

Ein Kommentar von Julian Schäpertöns

 

von Katharina Boll