Sekundarschule ist angekommen

Die Sekundarschule hat ihren neuen Standort bezogen – Schulleiter Stefan Völlmert hat uns vorab in den Sommerferien einen exklusiven Einblick in das neue Gebäude gegeben

Stefan Völlmert noch vor Beginn des Schuljahres vor der neuen Sekundarschule. Foto: Julian Schäpertöns

Als sich die Sekundarschüler am Mittwochmorgen (29. August) aufmachten, um ins neue Schuljahr zu starten, war der Schulweg ein anderer. Denn es ging nicht mehr zurück in die Container an der Gregorstraße. Zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich konnten Schüler, Lehrer und Mitarbeiter endlich das neue Domizil am Kirchhellener Ring beziehen. Schulleiter Stefan Völlmert ist sich sicher: „Hier werden wir uns wohl fühlen.“

„Natürlich ist noch nicht alles fertig, aber so wie es ist, ist es schön und wir können gut starten“, sagt Schulleiter Stefan Völlmert bei seiner Begrüßungsrede am Mittwoch in der Aula. Für Schüler und Lehrerkollegium beginnt nun ein neuer Abschnitt. Der Schulleiter gibt zum Start ermutigende Worte mit auf den Weg. „Wenn man neu irgendwo anfängt, hat man erst mal ein Grummeln im Bauch. Man braucht viel Mut und Vertrauen. Das wünsche ich euch!“ Dann heißt es für die Schüler zusammen mit den Klassenlehrern die neue Schule entdecken und die Klassenräume entdecken. Besonders für die neuen Fünftklässler ist dies besonders aufregend.

 

Rückblick: Eine Schule packt Kartons

Vor den Sommerferien hieß es für Schüler und Lehrer Kartons packen und Abschied nehmen vom Containerdorf an der Gregorstraße. Hier waren die Klassen seit der Gründung im Jahr 2015 untergebracht. Stefan Völlmert ist froh, dass dieses Kapitel nun vorbei ist. „Im ersten Jahr, als wir mit vier Klassen gestartet sind, war es noch toll, weil wir viel Platz hatten. Doch im vergangenen Jahr war es rappelvoll wie in einem Hühnerstall“, so Völlmert. Immerhin besuchen jetzt nach den Ferien 336 Kinder von Klasse 5 bis 8 die Sekundarschule. Ausgelegt ist das neue Gebäude mit den Räumlichkeiten der Hauptschule auf etwa 450 bis 500 Schüler. Auch das Lehrerkollegium wächst in den nächsten zwei Jahren weiter, so dass im Jahr 2020 rund 50 Lehrkräfte im Einsatz sind.

Schon zwei Wochen vor Schulbeginn ist Stefan Völlmert in seinem Büro, dass sich im Gebäude der auslaufenden Hauptschule befindet. Hier kennt er sich gut aus, denn Völlmert war selbst zehn Jahre Konrektor der Hauptschule, bis er im Jahr 2015 Schulleiter der Sekundarschule wurde. Und doch hat sich in den Räumen so einiges verändert. Denn schließlich wurde nicht nur ein neues Gebäude gebaut, sondern das bestehende auch saniert und renoviert. Hier befindet sich zum Beispiel auch das neue Lehrerzimmer. „Das waren damals vier Räume. Nun ist es ein großer Raum mit versteckter Küchenzeile“, erzählt Stefan Völlmert. Auch die Verwaltung und ein Brötchenkiosk befinden sich in der Hauptschule. Und die ganzen Fachräume. „Die konnten wir auch in den vergangenen Jahren schon nutzen. Die Klassen sind immer mit dem Bus hier hin gebracht worden“, erzählt Stefan Völlmert.

Das Lehrerzimmer im Hauptschul- Gebäude. Foto: Julian Schäpertöns

Nun geht es mit Stefan Völlmert in das neue Gebäude. Und gleich zu Beginn öffnet er die Türen zum „Prunkstück“ der Schule, wie er die Aula nennt. Stefan Völlmert ist sichtlich stolz auf den Raum mit den hohen Wänden, der großen Bühne und dem frisch verlegten Paketboden. Einen Regieraum gibt es, von dem man die Technik in der 300 Quadratmeter großen Aula steuern kann. Und auch einen Beamer. „Das Schöne ist, dass wir Lehrer beim Bau der Schule die ganze Zeit mit einbezogen wurden“, erzählt Stefan Völlmert. „Der Architekt hat sich öfter mit uns zusammengesetzt, um alles zu besprechen.“ So wurde auch die Aula nach den Wünschen des Kollegiums ausgestattet. Hier sollen demnächst Theaterstücke präsentiert werden oder Versammlungen stattfinden. Zusammen mit dem Vestischen Gymnasium und der Hauptschule teilt sich die Sekundarschule diese neue Aula.

 

 

Die neue Aula. Foto: Julian Schäpertöns

Weiter geht es ins neue Selbstlernzentrum. „Diesen Raum werden wir für alles möglich nutzen“, erzählt der Schulleiter. Hier sollen bald Computer, Tische und Stühle stehen. Auch eine Chill-Ecke wird es geben. Schüler können diesen Raum für Gruppenarbeiten nutzen oder um sich auf Klausuren vorzubereiten.

 

In diesen Raum kommt das neue Selbstlernzentrum. Foto: Julian Schäpertöns

Nun geht es die Treppe rauf. Es gibt aber auch einen Fahrstuhl. Denn das Gebäude wurde natürlich behindertengerecht konzeptioniert. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die Klassenräume der momentan zwölf Klassen. Was als erstes auffällt: Es gibt keine Kreidetafeln. Genutzt werden so genannte Whiteboards, auf die mit einem Stift geschrieben werden kann. „Wir legen viel Wert auf Digitalisierung“, erklärt Stefan Völlmert. Darum gibt es in jedem Raum WLAN und einen Beamer. Dadurch können Inhalte vom iPad direkt an die Wand geworfen und bearbeitet werden. Nicht nur Lehrer können so interaktiv den Unterricht gestalten. Auch Schüler lernen früh den Umgang mit der Technik. Zu den Klassenräumen gehören auch Differenzierungsräume. Jeweils zwei Klassen teilen sich so einen Raum. Wenn eine Klasse in unterschiedlichem Tempo im Unterricht voran kommt, kann dieser Raum von Schülern genutzt werden, um sich dort zurückzuziehen und selbstständig an Aufgaben zu arbeiten.

Die Klassenräume wurden modern ausgestattet mit Whiteboard und Beamer. Foto: Julian Schäpertöns

Ein harter Kampf

Dies gehört auch zu den vielen Besonderheiten der Sekundarschule. Stefan Völlmert erinnert sich, wie sich im Sommer 2012 eine Vorbereitungsgruppe gegründet hat und ein Jahr lang an dem pädagogischen Konzept der neuen Schule gearbeitet wurde. „Es war ein harter Kampf, unsere Idee durch die politischen Gremien zu boxen. Aber wir konnten den Rat der Stadt überzeugen“, so der Schulleiter. „Doch es musste sicher sein, dass wir dreizügig mit mindestens 75 Kindern starten.“ Am Anfang sei es schwer gewesen, Eltern zu überzeugen, ihre Kinder an der Sekundarschule anzumelden, gibt Völlmert zu. Doch schlussendlich gab es 116 Anmeldungen und die erste und einzige Sekundarschule Bottrops konnte an den Start gehen. Wobei der Anteil der Kirchhellener Schüler noch relativ gering ist. Rund ein Drittel der Schüler kommt aus Kirchhellen, ein Drittel aus Bottrop und der Rest aus Gladbeck. „Die Anmeldungen der Kirchhellener nehmen aber zu“, weiß Stefan Völlmert.

Der Flur im Neubau. Foto: Julian Schäpertöns

Gut 8 Millionen Euro investiert die Stadt in den Neubau der Sekundarschule. „Wir sind voll im Kosten- und Zeitrahmen“, freut sich Stefan Völlmert. Der Rundgang endet auf dem Schulhof, den sich demnächst die Sekundarschule gemeinsam mit dem Vestischen Gymnasium teilen wird. Das neue Gebäude wurde auf hohen Stelzen gebaut, so dass nicht viel Platz verschenkt wurde und die Schüler auch bei schlechtem Wetter draußen sein können. Auch Spielgeräte gibt es für die Kinder. „Diese Schule ist ein Traum“, schwärmt Stefan Völlmert.

Übrigens: Wer selbst einen Einblick in die neue Sekundarschule bekommen möchte, kann im Herbst die offizielle Eröffnungsfeier besuchen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

 

Der neugestaltete Schulhof. Foto: Julian Schäpertöns

von Julian Schäpertöns