Schultenkamp: So geht es weiter

Die CDU lud zu einer Bürgerversammlung zum Thema „Neubaugebiet Schultenkamp“ ins Brauhaus ein und erfuhr dabei eine große Resonanz

Foto: Privat

Die Gastgeber Anette Bunse und Rainer Hürter, Vor­sitzender des Ortsverbandes Kirchhellen, freute es, dass sie mit dem Thema Schultenkamp großes Interesse wecken konnten. Um zu zeigen, wie die künftige Bauentwicklung aussehen wird, gab es im Brauhaus bei der Bürgerversammlung wichtige Informationen.

Zunächst gab die Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins einen aktuellen Überblick für die zahlreichen Interessierten Das bisher größte Baugebiet Bottrops umfasst rund 650 Wohneinheiten – im Wesentlichen sind das Einfamilienhäuser, aber auch Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Das entspricht einem Investitionsvolumen von mehr als 75 Millionen Euro.  Christina Kleinheins: „Zwei Bauabschnitte sind fertiggestellt, der dritte befindet sich in der Umsetzung und der vierte in der Vorbereitung. Ein fünfter Bauabschnitt ist optional geplant.“ Diplom Ingenieur Stefan Höing vom Büro Haas und Höing, mitverantwortlich für die Entwicklung des Gebietes, ergänzte weitere Details rund um das Baugebiet und betonte, dass insbesondere Wert auf eine gute Regenentwässerung über den Schölsbach sowie auf eine besondere Wärmepumpentechnologie (erneuerbare Energie) gelegt wurde. Auch zeichne sich das Wohngebiet durch verschiedene Bautypen aus, die generationenübergreifend genutzt werden können, womit barrierefreie Miet- und Eigentumswohnungen zur Verfügung stehen. Weiter stehen Ruhezonen und Spielmöglichkeiten für Kinder zur Verfügung.

Ausbau des Verkehrsnetzes

Für die Bürger von besonderem Interesse war aber auch der Ausbau des angrenzenden Verkehrsnetzes, das Baudezernent Klaus Müller darstellte. Zusammengefasst ist zu sagen, dass die Planungen für die Dorfheide schon abgeschlossen sind. Es handelt sich hier um eine Haupterschließungsstraße mit einer Länge von 330 Metern und einer Breite von 14 bis 14,5 Meter. In einer Bauzeit von acht bis zehn Monaten könne die Straße fertiggestellt werden. Bei einer Tempobegrenzung von 30 km/h werde es keine Radverkehrsanlage geben und an der südlichen Seite können aufgrund einer Versorgungsleitung leider keine Bäume stehen, erklärte Müller.

Auch zur weiterführenden Horsthofstraße gab Klaus Müller nähere Informationen: Diese gelte mit einer Länge von 620 Metern als Kreisstraße und erfülle eine überörtliche Funktion. Mit einer Breite von 17,5 bis 18,5 Metern kann auf Fördergelder zur Finanzierung von Um- und Ausbauarbeiten zurückgegriffen werden. Der Bewilligungsbescheid dafür liegt bereits vor und im Frühjahr 2020 wird es hierzu von Seiten der Stadt eine Bürgerversammlung geben, um auf Anregungen und Verbesserungsvorschläge einzugehen. Aktuell muss mit einer Bauzeit von 18 Monaten gerechnet werden. Der Radverkehr wird neben der Fahrbahn erfolgen. Die Straße wird mit einem separaten Bürgersteig versehen, mit Bäumen eingefasst und durch zwei Kreisverkehre an der Dorfheide und am Kirchhellener Ring eingebunden. Der Kirchellener Ring von der Hackfurthstraße bis In der Koppel ist ebenfalls eine Haupterschließungsstraße mit einer Tempo 30-Zone. Das führt zu einem Verzicht auf einen eigenen Radverkehr, aber zu breiteren Parkstreifen, größeren Baumscheiben und einem breiteren Fußweg. 

Raum für Radfahrer erwünscht

Rainer Hürter bedankte sich für die Vorstellungen und legte nun besonderen Wert auf die Fragen der Zuhörer. Er selbst brachte ins Spiel, dass die Rentforter Straße zwar in der Trägerschaft des Landes liege, aber immer mehr ins Dorf einbezogen werde und somit auf Dauer mit Bürgersteig, Radweg und Beleuchtung ausgestattet werden müsse. Kaum zu überhören war der Unmut seitens der Bürger als deutlich wurde, dass beide oben genannten Straßen ohne Radwege ausgebaut werden sollen. Gerade in der heutigen Zeit müssten dem Radfahrer sichere Fahrmöglichkeiten eingeräumt werden, gaben die Bürger zu bedenken. Zudem ist nicht auszuschließen, dass die Fortsetzung des Kirchhellener Rings als Auto-Schnellverbindung genutzt werden könnte. Klaus Müller zeigte sich bereit, diese Anregung in die politischen Beschlüsse einzubringen.

Die CDU Kirchhellen hat noch am gleichen Abend die CDU Fraktion in der Bezirksvertretung gebeten, sich des Themas Fahrradverkehr im Baugebiet Schultenkamp anzunehmen.
Dieses hat die CDU Fraktion sofort aufgenommen und einen Antrag zum Kirchhellener Ring als Fahrradstraße formuliert. Sie bittet darin die Verwaltung um eine wohlwollende Prüfung dieses Themas, da für die CDU das Thema Sicherheit auf diesem Abschnitt des Kirchhellener Rings von besonderer Bedeutung ist, wie Rainer Hürter betonte.

Ausreichend Kita- und Schulplätze?

Mit dem weiteren Ausbau des Gebietes Schultenkamp wächst auch die Einwohnerzahl in Kirchhellen. Für Familien sind die Immobilien besonders interessant, sodass neben der Verkehrsstruktur auch Sorgen darüber groß werden, ob Kitas und Schulen ausreichend Kapazitäten haben, um mehr Kinder aufnehmen zu können. Diese Sorgen nimmt Karl Trimborn, Fachbereichsleiter Jugend und Schule der Stadt Bottrop aber zunächst: „Ich sehe in Kirchhellen überhaupt keine Probleme. Der Ausbau im Kitabereich schreitet voran, vor allem in der U 3-Betreuung.“ Auch die Grundschulen seien nicht voll ausgelastet und könnten problemlos weitere Kinder aufnehmen. „Zudem gilt es immer zu bedenken, dass nicht alle Kinder, die hierherziehen, im selben Alter sind, sondern sich die Altersstrukturen mischen. Sie werden also weder alle gemeinsam in die Kita gehen, noch zum selben Zeitpunkt eingeschult werden.“ Der Bedarf werde jedoch noch einmal aktuell errechnet und sollte ein Handlungsbedarf entstehen, gehe die Stadt unmittelbar darauf ein.

von Katrin Kopatz