Runkelfest: Frank Janinhoff ist neuer König!

Traditionsfest in Hardinghausen wird zum zehnten Mal gefeiert – Frank Janinhoff und Janka Rottmann regieren nun das Runkelvolk

Durch einen zielsicheren Wurf konnte Frank Janinhoff den Wettbewerb für sich entscheiden. Zusammen mit seiner Wurfpartnerin Janka Rottmann regiert er nun das Runkelvolk. Foto: Julian Schäpertöns

Was war das wieder für ein spannendes Finale, dass sich am Samstag (15. September) auf dem Hof Rottmann abgespielt hat. Elf Paare buhlten darum, die letzte Runkel runterzuholen. Die Holzknüppel flogen und plötzlich ging alles ganz schnell. Zielsicher haute Frank Janinhoff sein Wurfgeschoss um 18.40 Uhr gegen die letzte Runkel. Diese fiel zu Boden, Frank Janinhoff riss seine Arme empor und das Volk jubelte. Zusammen mit Janka Rottmann wird er nun die nächsten drei Jahre das Runkelvolk regieren.

 

Am Wochenende war es mal wieder soweit und hunderte Menschen in bäuerlicher Tracht pilgerten nach Hardinghausen, um dort ein neues Runkelkönigspaar zu suchen. Neun, auch als Futterrüben bezeichnete Runkeln, hingen in circa drei Meter Höhe an einer Holzstange und mussten durch gezielte Würfe mit Holzknüppeln abgeworfen werden. „Aufgrund der Hitze im Sommer war es in diesem Jahr schwer, große Runkeln zu finden, die sich für den Wettkampf eignen“, erzählte Michael Stappert, der zusammen mit Ricarda Wenker von 2015 bis 2018 das Runkelvolk regierte. Denn je kleiner die Runkel ist, desto schwieriger ist es auch, diese zu treffen. Doch der Runkelvorstand wurde fündig und der Wettbewerb konnte beginnen.

 

Frei nach dem Motto „Sei Teil des Ganzen!“ konnte jeder mitmachen – egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, Kirchhellener oder Gast. „Der Spaß steht im Vordergrund und wir nehmen den Wettkampf nicht zu Ernst“, erklärte Michael Stappert, der an diesem Tag seine Königskette mit einem lachenden und weinenden Auge weiter gab. „Es waren drei geile Jahre, die wie im Flug vergingen.“ Zwar warfen er und seine Königin in der Vorrunde ein paar mal mit drauf, doch als am Ende nur noch zwei Runkeln hingen, traten sie nicht mehr an.

Elf Paare kämpfen um die Königswürde

Rund 200 Teilnehmer versuchten ihr Glück, eine der begehrten Runkeln von der Stange zu holen. Als Ansporn wurde für die rechte Runkel ein Fass Bier versprochen, für die linke Runkel gab es eine Flasche Sekt. Gute Chancen auf die Königswürde hatte Tim Ridder. Gleich drei von neun Runkeln holte er an diesem Tag. Doch die letzte konnte er sich nicht sichern. Nach einem zähen Werfen, das sich länger als geplant hinzog, ging es ins Finale. Elf Paare hatten sich gefunden, die um die Königsehre kämpfen wollten. Einer nach den anderen traten sie an. Und dann ging alles ganz schnell und innerhalb von zehn Minuten stürzte auch die letzte Runkel gen Boden. Gefeiert von der tosenden Menge wurde Frank Janinhoff die Königskette überreicht und zusammen mit seiner Wurfpartnerin Janka Rottmann ließen sie sich vom Volk feiern.

 

Bereits zum zehnten Mal fand in diesem Jahr das Hardinghausener Runkelfest statt. 1994 begann es als kleines Nachbarschaftsfest und wuchs von Mal zu Mal, ohne jedoch seinen generationsübergreifenden, freundschaftlich-nachbarschaftlichen Charakter zu verlieren. Im Hintergrund unterstützen viele Kirchhellener ehrenamtlich den Runkelvorstand, ohne die so ein Fest gar nicht zu stemmen wäre. Neben dem Runkelwerfen wurde auf dem Hof Rottmann nämlich ein buntes Programm für alle Besucher geboten. Ein Höhepunkt: die gemütliche Ecke der Traditionsgaststätte Schulte-Wieschen, in der nachher zünftig gefeiert wurde. Bei einer wohltätigen Cafeteria wurden Spenden für das Kinderhospiz gesammelt und die kleinen Gäste konnten sich auf der Hüpfburg, beim Hau den Lukas oder beim Runkeldarts austoben. Zur Feier in der Festscheune legte HS Sound auf und die Feierwütigen machten die Nacht zum Tag.

 

von Julian Schäpertöns