Profi-Slammer unterrichtet VGK-Schüler

Bei einer Poetry-Slam-Werkstatt lernten Schüler des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen zusammen mit Marco Jonas Jahn wie man kreative Texte verfasst

In der Projektwoche konnte Oberstufenschüler des Vestischen Gymnasiums bei der Poetry-Slam-Werkstatt das kreative Schreiben lernen. Foto: Julian Schäpertöns

Ob gereimt oder auch nicht, humorvoll oder nachdenklich, banal oder kreativ, provokativ, aggressiv oder euphorisch: Slam Poetry ist eine Ausdrucksform der neuen Generation. So entstand die Idee, in Kooperation mit dem Bürgerverein Hof Jünger auch Schüler des Vestischen Gymnasiums für diese neue und moderne Form der Lyrik zu begeistern und die Unterrichtsinhalte mit der Lebenswelt der Schüler zu verknüpfen. Im Rahmen der diesjährigen Projekttage zeigte Profi-Slammer Marco Jonas Jahn worauf es beim Schreiben von Slam-Texten ankommt.

„Am schwierigsten war es, überhaupt eine passende Idee zu finden“, da sind sich die 17-jährigen Schülerinnen Jana Leuchtmann und Anna Scheiker einig. An drei Tagen feilten sie und die anderen 13 Schüler zusammen mit Marco Jonas Jahn und den Lehrerinnen Sabrina Peinecke und Vivian Pereira an ihren Texten. Es ging darum, wie man das Publikum am besten anspricht, wie man Überraschungseffekte erzeugt und alltägliche Themen in spannende Worte fassen kann. Dazu wurden Text-Tricks, Stilmittel und Einblicke in die aktuelle Slam-Szene vermittelt. „Die Schüler haben super mitgearbeitet und waren vor allem offen gegenüber Neuem“, ist Marco Jonas Jahn zufrieden. „Vielleicht sind ja jetzt auch ein paar Schüler motiviert, beim nächsten SlamHellen im Dezember aufzutreten.“

Im Juni besuchten Sabrina Peinecke und Vivian Pereira mit einigen Schülern den dritten Poetry Slam im Hof Jünger. Dort entstand auch die Idee, zusammen mit Marco Jonas Jahn eine Poetry-Slam-Werkstatt am Vestischen Gymnasium anzubieten. „Beim Poetry Slam geht es darum, spielerisch mit Sprache zu arbeiten. Durch diesen Workshop wollten wir die Lust am kreativen Schreiben wecken und Impulse für Texte geben“, erzählt Vivian Pereira. Im Rahmen der Projektwoche konnte dann kurzfristig der Workshop angeboten werden. Unterstützung erhielt die Schule dabei vom Förderverein und vom Hof Jünger.

Bei einer Präsentation am heutigen Mittwoch (11. Juli) schnupperten die Oberstufenschüler dann auch richtige Bühnenluft. Im Theatersaal des Hof Jüngers trugen sie ihre selbstgeschriebenen Texte vor. Diese behandelten ganz verschiedene und vor allem persönliche Themen wie das Leben in einer perfekten Welt, die eigene Unsicherheit oder der Umgang mit Fremdenfeindlichkeit. „Dieser Workshop hat viel Spaß gemacht, weil ich eine Seite an mir entdeckt habe, die ich vorher nicht kann“, erzählt Jana Leuchtmann. „Und ich hab gemerkt, dass ich doch kreativer bin, als ich dachte.“

von Julian Schäpertöns