OGS: Wichtiger Baustein auch in den Ferien

Die offenen Ganztagsschulen stellen nicht nur im Schulalltag eine besondere Betreuungsform dar, auch in den Ferien greifen zahlreiche Eltern auf das Angebot zurück.

Gemeinsames Essen, wie hier in der OGS an der Johannes-Grundschule, ist fester Bestandteil des täglichen Angebots - Foto: Katrin Kopatz

15 bis 70 Kinder sind es täglich, die in den offenen Ganztagsschulen (OGS) in Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen während der Herbstferien betreut werden. Eine Zahl, die zeigt, wie wertvoll diese Einrichtungen sind, die aber auch zunehmende Verantwortung seitens der pädagogischen Kräfte fordert.

In den Ferien haben die OGS bereits ab 7.30 Uhr, spätestens ab 8 Uhr geöffnet, die Betreuungszeit endet täglich um 16 Uhr. "Manche Kinder sind tatsächlich die volle Stundenzahl hier. Das heißt, wir verbringen praktisch den ganzen Tag mit ihnen, sodass unsere Aufgabe weit über den reinen Beschäftigungsgrad hinausgeht", erzählt Ulla Berger, verantwortliche Kraft in der Feldhausener Einrichtung. Damit meint sie Sozialverhalten zu schulen, für ausreichende Bewegung zu sorgen und die Bedeutung von gesunder Ernährung zu übermitteln. Eben ergänzend zu all dem, was die Kinder im Familienalltag mitbekommen und lernen.

 

Die Schule immer im Nacken

Für ausreichend Bewegung ist in der OGS in Grafenwald in jedem Fall gesorgt - Foto: Katrin Kopatz

Wer in den Ferien die OGS besucht, kennt diese natürlich schon aus dem Schulalltag: Nach Unterrichtsschluss geht es wie selbstverständlich dorthin, doch befinden sich die Räume ebenfalls auf dem Schulgelände, teilweise finden Angebote sogar in den Klassenräumen statt. Da liegt der Gedanke nah, dass es den Kindern schwer fällt, abzuschalten. "Deswegen ist es uns wichtig, das Freizeitangebot in den Ferien auszuweiten. Das gelingt recht gut über Ausflüge in die Natur oder auch mal in den Freizeitpark", so Dagmar Schnieder, pädagogische Leitung in der OGS an der Johannesschule.

In Grafenwald sieht es ähnlich aus: "Wir haben ein gewisses Budget zur Verfügung, von dem wir uns in den Ferienzeiten auch mal weitere Kräfte einkaufen, die dann speziell geschult sind im Bereich Bewegung oder Ernährung", erklärt Anne Blome. Dieses Mal dürfen die Kinder sich mithilfe einer solchen Kraft in der Turnhalle vollkommen auslassen. In Feldhausen gab es in den Ferien ebenfalls gezielte Bewegungs- und Ernährungsprojekte, so haben die Kinder sogar gemeinsam mit Stefan Bertelwick vom Landgasthof Berger kochen dürfen. "Frische Zutaten verwenden, diese zu einem leckeren Essen verbinden und dann gemeinsam essen war mal eine tolle Abwechslung, denn sonst wird uns das Essen geliefert", so Ulla Berger. So verfährt man auch in den anderen Einrichtungen, denn Zeit und ausreichendes Personal, um täglich frisch zu kochen, fehlt einfach.

Kinder und Eltern ernst nehmen

Da die Mädchen und Jungen so viel Zeit in den jeweiligen Einrichtungen verbringen, ist es jedem Team wichtig, dass sich die Kinder auch wirklich wohlfühlen. Die Grafenwälder und Feldhausener Ganztagsschulen stehen unter Trägerschaft der AWO, die sich zur Qualitätskontrolle ein besonderes System überlegt hat: In Kinderkonferenzen gehen die Betreuer auf die Belange der Kinder ein und lassen sich erklären, was sie  sich wünschen. Darauf zielt dann auch das Ferienprogramm ab. Aber auch die Eltern bekommen Mitspracherecht und die Möglichkeit, Feedback zu geben. "Auf diese Weise bleiben wir immer in Kontakt und bekommen neue Anregungen, die wir meist recht schnell umsetzen können", erzählt Blom. 

An der Johannesschule sorgen Kooperationen, wie die zum Hof Umberg, für Besonderheiten: Der Hof beliefert die OGS mit frischem Obst und Apfelsaft. "Das ist ein Weg, gesunde Ernährung zu vermitteln und die Kinder mit ein paar mehr Vitaminen zu versorgen", berichtet Schnieder. "Außerdem backen wir Jahreszeiten gerecht und lassen die Kinder natürlich mithelfen." 

Doch über allen Konferenzen, Dienstplänen und Feedbackbögen geht es - ob Schul- oder Ferienzeit - darum, dass sich die Kinder nach ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen bewegen können. Dass sie ihrer Fantasie in Form von Bastel- oder Theaterangeboten freien Lauf lassen können und vor allem, dass sie zu fast jeder Zeit mit ihren Freunden zusammen sind. Übrigens das, was die Kinder selbst am meisten mögen.  

von Katrin Kopatz