Mut lernen, stark werden

Während der Kinderbibeltage in der Paulusgemeinde erfahren die jungen Teilnehmer, dass jeder Mensch andere, aber immer besondere Eigenschaften hat.

Mit Bastelarbeiten und Spielen werden die Kinder an das biblische Motto herangeführt - Foto: Katrin Kopatz

Unter dem Motto "Jeremia gibt Gas" kommen von heute (13. Oktober) bis Samstag (15. Oktober) 62 Fünf- bis Zwölfjährige zusammen, um sich Gedanken darüber zu machen, was sie können und was sie auszeichnet - und wieviel Mut es braucht, auch einmal seine Kanten zu zeigen.

Jeremia ist ein echt cooler Held. Was dem Propheten nach biblischer Überlieferung passiert, ist unglaublich: Er, der von sich selbst gar nicht so viel hält, wird von Gott auserwählt und bekommt einen schwierigen Auftrag... "Mit jedem Tag erfahren die Kinder mehr von der Geschichte und können die Botschaft dann auf sich selbst übertragen", erklärt Pfarrerin Kerstin Rödel. "Wir möchten den Teilnehmern mit auf den Weg geben, dass sie mutig sein dürfen. Daraus ergibt sich Stärke und Selbstvertrauen."

Verschiedene Workshops im Angebot

So haben die Jungen und Mädchen heute zunächst damit begonnen, sich Gedanken darüber zu machen, was sie richtig gut können. Aber auch welche Aufgaben sie erfüllen, ohne sich diese vielleicht selbst ausgesucht zu haben: auf den kleinen Bruder aufpassen, zum Beispiel. Oder Mama beim Einkaufen helfen. "Wer eine Aufgabe hat, hat auch einen Sinn im Leben. Das soll am Ende der Kinderbibeltage mitgenommen werden", so Kerstin Rödel.

Um sich im Leben aber behaupten zu können, braucht es einige Voraussetzungen, die in unterschiedlichen Workshops erarbeitet werden: Ein selbst gemachter personalisierter Mutstein soll helfen, Ängste zu überwinden und sich etwas zuzutrauen. Ein selbst genähter Schlüsselanhänger symbolisiert die Nähe zu Gott, indem man sich auch an ihn "hängen" kann und Unterstützung erfährt. Bemalte Blumentöpfe stehen für Hoffnung und Leben - hoffen, dass aus der gesetzten Blumenzwiebel auch wirklich eine Pflanze wächst, die das Gefäß mit Leben erfüllt.

Zum Abschluss ein Familiengottesdienst

Sich durchsetzen heißt auch, Nein zu sagen. Dafür können die Kinder Türschilder für ihre Zimmer fertigen, auf denen die eindeutige Botschaft steht: "Bitte draußen bleiben!" Auch beim gemeinsamen Singen und Tanzen sowie einem selbst gestalteten Theaterstück darf dem persönlichen Empfinden Ausdruck verliehen werden. "Das ganze ist übrigens konfessionsübergeifend ausgerichtet, wir sprechen also nicht nur Kinder aus der Paulusgemeinde an, sondern jeden, der Interesse hat", betont die Pfarrerin.

Möglich ist das umfangreiche Angebot aufgrund der Mithilfe etwa 20 freiwilliger Helfer, die bei den Workshops, in der Küche und während des Freispiels mitwirken.

Am Sonntag, 16. Oktober, um 11 Uhr findet zum Abschluss der Kinderbibeltage ein Familiengottesdienst in der Pauluskirche statt, in dem auch das ein oder andere Ergebnis präsentiert wird.

von Katrin Kopatz