Mit großen Schritten in Richtung Digitalisierung

25 iPads hat der Förderverein dem VGK ermöglicht - Der digitale Unterricht wird bisher positiv angenommen

Das Vestische Gymnasium in Kirchhellen hat vom Förderverein iPads im Rahmen der Digitalisierung und zum Ausbau des Distanzunterrichtes gespendet bekommen.
Tanja Gregor (l., komm. Leitung Erprobungsstufe), Dirk Willebrand (m., Schulleiter) und Pascal Endres (r., Pressesprecher Förderverein). - Foto: aureus GmbH - Julia Liekweg

Die Digitalisierung in Bottroper Schulen ist nicht nur seit Corona ein großes Thema. Seit dem Ausfall des Präsenzunterrichts ist das Thema aber umso akuter.

Die städtische Digitalisierungsstragie hatte ohnehin vorgesehen, Schulen mit Endgeräten auszustatten, auch, um die Medienkompetenz der Schüler- und Lehrerschaft weiter auszubauen. Zwar sei von städtischer Seite bereits die Lieferung einiger iPads zugesagt worden, der Förderverein des Vestischen Gymnasium aber wollte die Schule zusätzlich in puncto Digitalisierung unterstützen. „Wir als Förderverein sind natürlich stolz, dass wir die Schule mit den 25 digitalen Endgeräten erst einmal ausstatten konnten. Jetzt können sich zunächst einmal die Schüler in der Notbetreuung und in der Freiarbeit mit den Geräten vertraut machen und auch die Lehrer haben die Möglichkeit, sich an die Handhabung zu gewöhnen“, sagt Pascal Endres, Pressesprecher des VGK-Fördervereins und selbst Vater eines 13-jährigen Gymnasiasten. Neben den 25 iPads, die bereits an die Schule übergeben worden sind, hat der Förderverein zusätzlich noch 16 weitere bestellt. „Außerdem hat Corona uns ja gezeigt, wie viele Vorteile die Digitalisierung mit sich bringen kann und welche Möglichkeiten sich überhaupt eröffnen. Dank Videokonferenzen verliert man sich nicht aus den Augen und es gibt zahlreiche Apps, die das Unterrichtsgeschehen unterstützen können“, berichtet der Familienvater weiter.

Medienkompetenz ist auf dem Vormarsch

„Die Kinder heute wachsen sowieso mit einer viel größeren Medienkompetenz auf. Da gilt es natürlich, diese zu fördern und zu fordern“, findet Pascal Endres. Auch Guido von Saint-George, stellvertretender Schulleiter des VGK, sieht die Entwicklung: „Die nächste Generation Lehrkräfte wird schon wieder viel versierter mit den digitalen Medien umgehen können. Wir müssen aber auch mit der Zeit gehen und unsere Kompetenzen erweitern. Deswegen sind, sobald alle Lehrkräfte mit einem eigenen Dienstgerät ausgestattet sind, Schulungen geplant, damit wir die Geräte auch effektiv im Unterricht nutzen können.“

Dass sie aber den Schulunterricht komplett in den digitalen Raum heben können, sieht der stellvertretende Schulleiter nicht. „Die Lehrperson ist und bleibt das Zentrum des Unterrichts, das belegen auch Studien. Deswegen werden wir nicht auf den Unterricht in Präsenzform verzichten. Als Unterstützung kann die Digitalisierung aber in jedem Fall den Unterricht bereichern“, sagt Guido von Saint-George. Und das funktioniere bisher sehr gut, berichtet der stellvertretende Schulleiter. Kleine Referate und Vorträge sind dank der Lernplattformen auch schon möglich. Die Schüler können die Vorträge vorher als Video aufzeichnen und dann der Klasse zur Verfügung stellen.

Unterrichten im digitalen Raum

Mit digitaler Unterstützung lernen die Schüler des VGK. Medienkompetenz wird dadurch ausgebaut.
Die iPads werden in der schulischen Notbetreuung bereits ausprobiert. - Foto: aureus GmbH - Julia Liekweg

Guido von Saint-George selbst unterrichtet Mathematik und hat sich bereits mit den Möglichkeiten, die ein iPad so bietet, auseinandergesetzt: „Es gibt eine Plattform, mit der die ganze Klasse synchron an der Tafel arbeiten kann. Ich kann die Schüler beispielsweise auch virtuell an der Tafel etwas vorrechnen lassen. Das geht nicht nur mit dem iPad, sondern auch mit der Maus am PC.“ Trotzdem sind für den Lehrer vor allem gerade die Videokonferenzen mit der Klasse essenziell. „Jede Unterrichtsstunde wird von Videokonferenzen begleitet. Sie bearbeiten dann die Stundenaufgabe und besprechen sie dann zum Schluss gemeinsam mit dem Lehrer. Die Schüler sehen sich so nicht nur und wir erhalten die Klassengemeinschaft damit, ich kann vor allem auch den schulischen Stand meiner Schüler beurteilen“, sagt er. „Nur so sehe ich, ob sie beim Lernstoff weiter mitkommen oder ob irgendwo besondere Unterstützung notwendig wird.“ Das Unterrichtsgeschehen sei bei ihm momentan in zwei Aufgabenarten geteilt. Die Wochenaufgaben lädt er auf einer Lernplattform hoch, die Schüler bearbeiten sie zuhause und laden die Ergebnisse anschließend wieder auf der Plattform hoch. „So vermeiden wir den immensen E-Mail-Verkehr und riskieren auch nicht, dass eine Mail verloren geht. Auf der Lernplattform korrigieren wir die hochgeladenen Ergebnisse, es gibt sofort ein Feedback und auch eine Bewertung. Die Videokonferenzen aber sind notwendig, denn ich muss weiter beurteilen können, ob die Schüler die Aufgaben aus eigener Kraft oder vielleicht mit Unterstützung erledigt haben.“

Besserer Kontakt durch digitale Umfragen

Der Lehrer erklärt weiter: „Ich habe auch entdeckt, wie unkompliziert wir Umfragen auf unserer Lernplattform durchführen können. Es hat zwar einige Youtube-Videos, Zeit und Ausprobieren gebraucht, aber eigentlich geht das ganz schnell. Die Umfragen können entweder anonymisiert oder personalisiert durchgeführt werden.“ Dabei merke er, dass die Resonanz besser als im Klassenraum sei. Hier herrsche oft eine gewisse Hemmung, sich zu Probleme zu äußern oder um Hilfe zu bitten. Das sehe dank der Umfragen aber jetzt ganz anders aus. „Die anonymisierten Umfragen geben uns eine bessere Rückmeldung hierzu. Die personalisierten Umfragen sind dann wiederum sinnvoll, wenn Schüler Probleme mit dem Internet oder der schulischen Situation zuhause ansprechen. So kann ich als Lehrer auch viel besser ein Gespräch mit den Eltern suchen“, sagt Guido von Saint-George. Er ist sich auch sicher, dass er das Umfragen-Modell auf der Lernplattform auch nach dem Corona-Lockdown weiter umsetzen möchte, um diesen besseren Zugang zu den Schülern beizubehalten.

Weitere Pläne für die digitale Zukunft

„Wir haben das Glück am VGK, dass das WLan hier an der Schule bislang einwandfrei funktioniert. Zumindest für unsere Notwendigkeit. In Zukunft werden wir uns aber auch mit dem Ausbau des Breitbandes auseinandersetzen, denn wie die Situation ist, wenn wir wirklich mit zwei Schulen ständigen Zugriff auf das Internet benötigen, können wir nicht absehen. Aber bisher läuft die Arbeit reibungslos“, sagt Guido von Saint-George.

Weiter in Planung sei auch, pro Klasse eine gewisse Anzahl an iPads zum Ausleihen zur Verfügung zu stellen. So können dann Gruppenarbeiten direkt mit den technischen Möglichkeiten des Gerätes erstellt und auch präsentiert werden. Auch die notwendigen Mitarbeiterschulungen seien in Überlegung. „Da müssen wir aber erst einmal warten, bis alle aus dem Kollegium ein eigenes Dienstgerät haben. Es bringt auch nichts, wenn wir Schulungen anbieten und dann niemand die Möglichkeit hat, das Gelernte selbst zu üben“, ist sich der stellvertretende Schulleiter sicher.

 

Die Umsetzung und Realisierung vieler Dinge werde sich dann zeigen, wenn die Schulen wieder öffnen. Auch die Arbeit mit den iPads wird dann erst ihren Weg in den geregelten Schulalltag finden. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir unsere Schüler wieder bei uns haben, obwohl wir froh sind, dass das Lernen auf Distanz durch die vom Förderverein gespendeten Geräte jetzt auch für Familien möglich ist, die nicht über solch eine eigene technische Ausrüstung verfügen“, sagt Guido von Saint-George.

von Julia Liekweg

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