Mit „Blau und Weiß“ durch die Coronazeit

Seit Beginn der Kontaktsperre unterhalten die Geschwister Kristina Sartor und Matthias Vaut die Bewohner des Seniorenheims St. Teresa

Foto: Aureus GmbH

Vor allem die Bewohner von Seniorenheimen hat die Kontaktsperre seit Ende März hart getroffen. Die für das Wohlbefinden wichtigen sozialen Kontakte konnten nicht gepflegt werden und die Abwechslung im Alltag fehlte für Viele. Matthias Vaut und seine Schwester sind auf die Idee gekommen, zweimal wöchentlich im Innenhof des St. Teresa Seniorenheims für die älteren Herrschaften zu musizieren – was mit Begeisterung angenommen wurde.

„Unsere Familie ist mit dem Seniorenheim St. Teresa seit vielen Jahren eng verbunden. Bereits unser Vater ging seit vielen Jahren in der Einrichtung ein und aus und musizierte für die Bewohner regelmäßig vor Ort und hat sein Ehrenamt stets mit viel Freude gepflegt. Als er dann selber in das Pflegeheim zog, bekamen wir mit, was für eine unglaublich tolle Arbeit die Pfleger und Schwestern des St. Teresa leisten. Sie arbeiten mit so viel Hingabe“, erzählt uns Matthias Vaut. „Im letzten Jahr an Pfingsten ist unser Vater dann leider schwer erkrankt und wird seit Weihnachten letzten Jahres schmerzlich von uns vermisst. Da haben wir uns gefragt, wie er in dieser entschleunigten Zeit das Pflegeheim und auch die Bewohner unterstützt hätte. So ist die Idee entsprungen, unseren Teil beizutragen und den Senioren durch gemeinsames Singen von bekannten Volksliedern etwas Abwechslung zu bieten. Wir möchten durch diese Aktion dem Pflegeheim auch einfach Danke sagen. Es wurde sich dort so gut um unseren Vater gekümmert, die Mitarbeiter leisten so tolle Arbeit, da möchten wir auch etwas zurückgeben.“

Zweimal in der Woche, donnerstags und sonntags um 15.30 Uhr, finden sich die Bewohner dann an den zum Hof gelegenen Fenstern ein, um einen guten Blick auf die musizierenden Geschwister zu haben. Die von Matthias Vaut genutzte Musikanlage, die dafür sorgt, dass viele Senioren den Auftritt auch mitbekommen, hat einen nostalgischen Wert: „Die Anlage, die wir benutzen, ist die leistungsstarke Musikanlage der Eigener Spatzen. Eine Karnevalsgruppe, in der nicht nur mein Vater und ich aktiv waren, sondern die auch vielen Bewohnern noch bekannt ist“, erklärt Matthias Vaut. Am Keyboard begleitet er seine Schwester, die bekannte Volkslieder, Kirchenlieder und Schlager für die Senioren singt.

Die beiden Sonderschullehrer Kristina Sartor und Matthias Vaut haben sowohl in ihrem Berufsleben, als auch privat durch ihren Vater eine starke Verbindung zur Musik und möchten damit den Bewohnern des Pflegeheims ein wenig Abwechslung bieten. Zu jedem Auftritt werden von den Pflegerinnen und Pflegern des St. Teresia Gesangshefte ausgeteilt, damit die Senioren auch kräftig mitsingen können. Sogar zum Tanzen können die betagten Bewohner animiert werden. „Wir haben in den Gesangsbüchern ein Repertoire von circa 50 Liedern, 25 davon kommen circa pro Runde zum Einsatz“, erzählt uns Matthias Vaut. „Angefangen haben wir mit Volksliedern, dann kamen Kirchenlieder dazu und schließlich sind wir bei einer Schlagerwelle gelandet. Wir gehen natürlich auch darauf ein, was die Senioren am liebsten hören wollen.“

„Wir dürfen allerdings nicht unser wichtigstes Mitglied vergessen – den Sohn meiner Schwester, meinen vierjährigen Neffen Henri, der gelegentlich auch von meiner Tochter Maartje Vaut unterstützt wird“, schmunzelt Matthias Vaut. „Henri spielt mit seinem Vater im angrenzenden Wald, bis sein großer Auftritt an der Reihe ist. Er hört dann immer schon, wenn das letzte Kirchenlied gesungen wurde und kommt dann herüber, um die letzten Lieder mit uns zu singen. Unser Schlussritual ist immer gleich: Wir singen zwei Segenslieder und daraufhin singt Henri mit uns laut „Blau und Weiß“, das macht ihm einen Riesenspaß. Am Ende gibt es immer noch das traditionelle Lied „Glück auf“, das er zwar noch nicht so gut kann, aber fleißig übt. Das finden die Senioren natürlich auch total schön“, erzählt Matthias Vaut.  

Diese schöne Aktion der Geschwister gemeinsam mit dem kleinen Henri soll auch nach einer eventuellen Aufhebung der Kontaktsperre weiterhin bestehen bleiben. Laut Matthias Vaut soll ein Auftritt wöchentlich in jedem Fall bestehen bleiben, ob es weiterhin zweimal in einer Woche funktioniert, bleibt abzuwarten, da sämtliche Planungen mit den beruflichen Verpflichtungen kombinierbar sein müssen.

von Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

Von Aileen Kurkowiak

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