Kulinarische Weltreise

In der Johannesschule Kirchhellen kochen Schüler einmal die Woche Gerichte aus anderen Kulturen

Die Projektgruppe probiert einmal in der Woche Spezialitäten aus fremden Ländern. Foto: Julian Schäpertöns

Pfannekuchen und Milchreis – das isst die neunjährige Romy am liebsten. Doch in der Johannesschule schaut sie nun regelmäßig über den Tellerrand hinaus. Zusammen mit ihren Mitschülern begibt sie sich einmal die Woche auf eine kulinarische Weltreise. Beim Projekt „Internationale Küche“ lernen Kinder Essen und Kultur von fremden Ländern kennen.

 

„Zuhause kochen wir ganz anders als hier“, berichten manche Schüler im Offenen Ganztag der Johannesschule ihren Mitschülern am Mittagstisch. 18 verschiedenen Nationen sind an der Kirchhellener Grundschule vertreten. In manchen Kulturen wird schärfer gekocht, andere verzichten auf Schweinefleisch und wieder andere verwenden exotische Zutaten für die Gerichte. Geschmäcker sind eben verschieden. „Damit die Kinder die anderen Kulturen besser verstehen, haben wir nach den Sommerferien ein Projekt gestartet“, berichtet Schulpädagogin Sonja Glogowski. „Jeden Mittwoch ist eine andere Nation dran und es wird ein für das Land typisches Gericht gekocht.“ Eine Gruppe aus sechs festen Schülern plus wechselnde Gastkinder bereiten gemeinsam mit Eltern die jeweiligen Gerichte vor, recherchieren zu den Ländern und dokumentieren alles mit der Kamera. Denn am Ende des Projektes soll auch ein Kochbuch entstehen.

 

„Wir haben die Regel aufgestellt, dass alles wenigstens probiert wird“, erklärt Sonja Glogowski. Daran halten sich die Schüler und sind sehr experimentierfreudig und interessiert. Der kleinen Romy hat das Katayef aus Jordanien, ein gefülltes arabisches Dessert mit Pistazien und Krokant, besonders gut geschmeckt. „Das war lecker und süß“, erzählt sie. Auch die russischen Pfannekuchen seien super angekommen, weiß Sonja Glogowski. „Beim indonesischen Essen waren die Kinder allerdings geteilter Meinung.“

 

Bei unserem Besuch gestern (17. Oktober) steht das iranische Essen im Vordergrund. Gemeinsam mit zwei Müttern schnibbeln die Kinder Ei, Gurken, Brot und Hähnchen, decken den Tisch und malen die iranische Flagge. Zwei 'Reporterkinder' füllen einen Steckbrief über das Land aus und berichten den anderen davon. Olivieh, eine Art Kartoffelsalat, steht heute auf dem Speiseplan. Dazu wird Safranmilchreis sowie ein Kartoffelgericht mit Zwiebeln serviert. Gespannt hocken die Kinder am Tisch und können es kaum noch abwarten, endlich reinzuhauen. Dann wird alles probiert und schnell blickt man in zufriedene Gesichter. Das iranische Essen kommt gut an. Bis zu den Weihnachtsferien werden die Grundschüler noch Gerichte aus Albanien, Portugal, Brasilien, Ägypten und Polen zubereiten und probieren.

von Julian Schäpertöns