Können wir Martin Luther retten?

Das Kirchhellen.Online-Team testet den Reformations-Escape-Room in der Petruskirche in Gladbeck

Das Kirchhellen.Online-Team macht den Selbstversuch im Escape-Room in der Petruskirche. Foto: Privat

Geheimnisvolle Zeichen werden durch eine Schwarzlichtlampe sichtbar. Es ist ein Code. Mit diesem Code können wir die nächste Box öffnen, in der schon das nächste Rätsel auf uns wartet. Die Uhr tickt. Uns bleiben nur noch wenige Minuten, um die Puzzleteile zusammenzusetzen und die Reformation zu retten. Jetzt ist Teamwork gefragt. Können wir es schaffen, den Escape-Room in der Petruskirche in Gladbeck vor Ablauf der Zeit zu verlassen?

Die beiden Pfarrerinnen Stefanie Erling und Birgit Krenz-Kaynak haben sich für das Lutherjahr was ganz besonderes ausgedacht: einen Escape-Room zum Thema Reformation. Über ein Jahr Arbeit steckt in dem aufwendigen Projekt. Rätsel mussten geplant und umgesetzt werden. Mit viel Liebe zum Detail haben die beiden Frauen einen Escape-Room in der Sakristei der Petruskirche geschaffen. „Wir wollten auf spielerische Weise den Gruppen das Thema Martin Luther und Reformation nah bringen“, sagt Pfarrerin Birgit Krenz-Kaynak. Drei Wochen im September können alle Interessierten sich der kniffligen Aufgaben stellen. Und das sogar kostenlos. Das ist nur möglich Dank der Unterstützung der Stiftung Stellwerk, dem Presbyterium, der EDV-Abteilung, dem Diakonieladen und vielen weiteren helfenden Händen, die dafür sorgten, dass das Projekt so stattfinden kann. „Bei den Rätseln im Escape-Room kommt man nur als Team weiter“, erklärt Birgit Krenz-Kaynak. Das wollten wir auch mal ausprobieren, also macht sich das Team von Kirchhellen.Online auf den Weg in die Petruskirche...

Der Selbstversuch startet

(v.L.) Stefanie Erling, Birgit Krenz-Kayna und Praktikant Gianni sperren uns in den Escape-Room. Foto: Julian Schäpertöns

Dort angekommen werden wir schon freudig von den beiden Spielmacherinnen Stefanie Erling und Birgit Krenz-Kaynak begrüßt. Wir sind gespannt, was uns in den drei Räumen erwarten wird, denn wir haben so etwas noch nie vorher gemacht. Die Pfarrerinnen erklären uns, worauf wir achten sollen und das wir sobald sich die Tür schließt, nur eine Stunde Zeit haben, wieder raus zu kommen. Dann erzählt uns Stefanie Erling die Geschichte: Es ist das Jahr 1521. Martin Luther ist seinem Studierzimmer eingesperrt. Draußen scheint die Reformation aus dem Ruder zu laufen. Schnell muss Luther aufräumen und alles wieder in seine Bahnen lenken. Eine Stunde hat er Zeit, die Rätsel zu lösen und den Raum zu verlassen. Sonst scheitert die Reformation und ein Bürgerkrieg droht.

 

Auf der Suche nach Hinweisen. Foto: Julian Schäpertöns

Wir sind voller Entschlossenheit Luther zu befreien und die Reformation zu retten. Wir werden in den ersten Raum geführt, die Tür hinter uns wird geschlossen... Und dann gibt es kein zurück mehr! Das Spiel beginnt. Erstmal müssen wir uns orientieren. Kryptische Zeichen hängen an den Wänden, verschlossene Kisten sind im Raum verteilt und Martin Luther steht in der Ecke und beobachtet uns. Schnell finden wir den ersten Hinweis mit dem wir den geheimen Code entschlüsseln können und die erste Box öffnet sich. Ein Schlüssel und eine Schwarzlichttaschenlampe! Die können wir bestimmt nachher noch gebrauchen. Nach ein paar Minuten geht es in den nächsten Raum.

Hier warten noch mehr Rätsel, Boxen, Schlösser und Codes auf uns. Wir werden immer neugieriger und suchen den Raum nach neuen Hinweisen ab. Unsere nächste Aufgabe: Wir sollen Martin Luther von der Angst zum Vertrauen führen. Kein Problem für uns. Doch dann wird’s knifflig. Wir durchsuchen alte Bücher, finden versteckte Botschaften mit der Schwarzlichttaschenlampe, entdecken Puzzleteile in Schubladen, vervollständigen Bibeltexte und öffnen Kisten, in denen wir einen MP3-Player und schließlich den Schlüssel für den nächsten Raum finden.

Die Zeit läuft...

14 Minuten sind übrig, noch ein Raum vor uns. Die Zeit rennt. Akribisch suchen wir alles ab. Wo ist der nächste Hinweis versteckt? Dann finden wir einen Ring. Mit Hilfe einer Lupe machen wir sichtbar, was fürs bloße Auge kaum zu erkennen ist. Der Code ist gefunden, aber das Schloss bereitet uns Probleme. Es will sich einfach nicht öffnen lassen. Wir haben im letzten Raum einen Hinweis übersehen. Hurtig finden wir den Zettel mit der Lösung. Nur noch wenige Minuten und noch eine Kiste, die geöffnet werden muss. Wir hören uns das Lied auf dem MP3-Player an, den wir zuvor gefunden haben. Was wollen die Spielemacherinnen uns damit sagen? Auf einmal macht es Klick. Wir finden die Lösung, schaffen es die letzte Kiste zu öffnen. Da ist der Schlüssel in die Freiheit!

Um die Rätsel zu lösen ist Teamwork gefragt. Foto: Julian Schäpertöns

 

Applaudierend begrüßen uns die beiden Pfarrerinnen. Fünf Minuten hätten wir noch gehabt. „Ihr habt das echt super gemacht und als Team zusammen gearbeitet“, lobt Birgit Krenz-Kaynak. „Nur eine Gruppe vor euch war noch schneller.“ Insgesamt haben es bis jetzt von 15 Gruppen nur 4 rechtzeitig aus dem Escape-Room geschafft. Wir sind stolz auf uns. „Wir hatten auch viel Spaß, euch dabei zu beobachten“, lacht Birgit Krenz-Kaynak. Denn durch eine Kamera konnten die beiden Pfarrerinnen immer sehen, was wir machen und den Teams hilfreiche Tipps geben, sollte man mal auf dem Schlauch stehen.

Es war eine spannende Erfahrung für uns und hat uns als Team gestärkt. Viele der Rätsel waren knifflig. Man musste um die Ecke denken, genau lesen und durfte nichts vergessen. Aber es hat total viel Spaß gemacht, gemeinsam die Reformation zu retten.

 

Wer selbst mal Martin Luther retten möchte, kann dies bis zum 24. September tun. Für die Teams ist die Teilnahme kostenlos. Jeder kann mitmachen, auch Nicht-Gemeindemitglieder. Allerdings ist eine verbindliche Anmeldung nötig, da die Kapazitäten begrenzt sind. Anmeldung und weitere Infos unter www.kirchegladbeck.de

von Julian Schäpertöns