Kirchhellen und seine Seen

Geschichten aus der Kirchheller Heide – erzählt von Alfred Hilp

Alfred Hilp erinnert sich an viele Geschichten aus der Kirchheller Heide. Foto: Julian Schäpertöns/Gundis Jansen-Garz

Genau ein Jahr ist es bereits her, seitdem der Kirch­hellener Alfred Hilp uns mitnahm auf eine Reise in die Vergangenheit der Kirchheller Heide. Damals berichtete der 91-Jährige uns von Bienenwölfen und Beerenscheinen. Nun ist es an der Zeit für weitere spannende Anekdoten aus seiner Vergangenheit in der Kirchhellener Natur.

Jeden Strauch und jeden Baum in der Kirchheller Heide kennt er so gut wie seine Westentasche! Alfred Hilp war den Großteil seines Lebens in der Kirchheller Heide zuhause. Er weiß vieles, an das sich sonst kaum mehr jemand erinnert. Auch heute noch wühlt sich der 91-jährige noch immer gerne durch seine alten Unterlagen und erinnert sich an seine Zeit als Jäger und Jagdpächter, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle bis 1991 und leidenschaftlicher Heidegänger.


So berichtet er uns dieses Mal von der Entstehung der Seen in der Kirchheller Heide. „Heute haben wir fünf Seen in unserer Umgebung“, weiß der Kirchhellener. „Von denen ist der Heidesee in Grafenwald der erste, der entstanden ist.“ Das ursprüngliche Waldgelände wurde in den 1950er und 1960er Jahren mit Saugbaggern ausgekiest. Heute ist der Heidesee 30 Hektar groß und trotz Badeverbot ein beliebter Ausflugsort. Auch Wildgänse, Wildenten, Haubentaucher und Bläßhühner fühlen sich auf dem heute geschützten Gewässer wohl.

Ein heute sehr beliebter Ausflugsort ist zudem der Heidhof See. „Auch der See ist damals durch Auskiesungen entstanden“, erzählt Alfred Hilp. „Durch seine Entstehung ist der See am Kletterpoth versumpft.“ Ihm wurde das Wasser entzogen, da der Heidhof See tiefer gelegen ist und so die unterirdischen Quellen dahin abfließen. „Der Kletterpoth war vor 1950 ein beliebtes Freizeitziel. Hier hat man sich getroffen und ist geschwommen“, erinnert sich der Heidekenner.

„Der Töttelbergsee ist einer der jüngeren Seen, der sich gebildet hat. Dieser hat jedoch noch nicht seine endgültige Größe erreicht“, erklärt Alfred Hilp. Der Töttelbergsee liegt im vorderen Holthausen und wird durch den Elsweg und die Töttelberg Straße begrenzt. „Das Gelände wird zur Zeit noch ausgesandet und wird irgendwann wahrscheinlich bis zum Alten Postweg heranreichen.“ Ob hier der langersehnte Badesee entsteht, ist noch fraglich. Die endgültige Nutzung ist noch nicht entschieden.

„An der Entstehung der zwei weiteren Seen ist der Untertageabbau schuld“, erzählt der Naturliebhaber. Der Senkungssee, der zwischen dem Elsweg und der Hiesfelder Straße liegt sowie der Weihnachtssee entstanden durch die Absenkungen.

Dieser See ist entstanden aufgrund der Absenkungen des Bergbaus. Foto: Julian Schäpertöns

Ein kleines Weihnachtswunder

An die besondere Entstehungs­geschichte des Weihnachtssees erinnert sich der Naturliebhaber mit einem Lachen auf den Lippen zurück. „Der See entstand urplötzlich über Weihnachten im Jahr 2003. Es war wie ein kleines Weihnachtswunder.“ Alle anderen Seen in der Heide haben sich über Jahre gebildet und man konnte den Entstehungsprozess langsam mitverfolgen. Nur der Weihnachtssee war auf einmal da. „Die Hohlräume, die durch den Untertageabbau entstanden sind, müssen zusammengebrochen sein“, erklärt Alfred Hilp das Phänomen.

Auch noch heute macht sich der Kirchhellener Gedanken über sein geliebtes Dorf. „In diesem Jahr war der Sommer so heiß, da hätte ein Wassertretbecken in Kirchhellen doch eine schöne Abkühlung geboten“, überlegt Alfred Hilp. „Das Kämper-Dreieck wäre meiner Meinung nach ideal für eine solche Anlage. Die nie versiegende Quelle liegt an einer gut zu erreichenden Stelle und sogar Sitzgelegenheiten sind vorhanden.“  

In seine geliebte Kirchheller Heide kehrt der ehemalige Jäger zur Hubertusjagd im November zurück und bringt sicher wieder spannende Geschichten mit.

Der Weihnachtssee ist an den Feiertagen im Jahr 2003 entstanden. Foto: Julian Schäpertöns

von Katharina Boll