Jugendzentrum am Spargelhof: Ab jetzt geht es los

Interessierte warfen erste neugierige Blicke in die neuen Räumlichkeiten des “f!”, dem neuen Jugendzentrum im Dorf

Foto: Julia Liekweg

Nach Monaten des Umbaus, Wartens und des Überstehens der Corona-Krise war es am Samstag (4. Juli) endlich soweit: Das neugebaute Jugendzentrum am Spargelhof an der Hackfurthstraße hat die ersten Besucher bei sich begrüßen dürfen. Noch ist nicht alles komplett fertig eingerichtet, aber das wird Teil der Jugendarbeit, die Einrichtungsleiter Patrick Westermann und Sozialarbeiterin Anna Schmidt ab sofort leisten werden.

“Noch sind die Wände hier weiß. Bald wird hier aber noch ordentlich Farbe dazukommen”, erzählt uns Anna Schmidt. Da die Übergabe des Neubaus aber erst vor wenigen Tagen stattgefunden hatte, wird die Wandgestaltung ein Projekt, das die Falken mit den Jugendlichen zusammen übernehmen möchten. “Das ist Teil des Falken-Konzepts: Wir entwickeln zusammen mit den Kindern und Jugendlichen ein Zentrum genau nach ihren Vorstellungen. Das gilt sowohl für die Gestaltung und Einrichtung als auch die Gestaltung des Freizeitprogramms bei uns”, ergänzt Patrick Westermann. 

Unsere Redaktion interessiert natürlich, wie das aussehe, dieses Mitgestalten und Mitreden. Der Einrichtungsleiter erzählt: “Wir schaffen hier etwas für Jugendliche, also wollen wir ihnen auch keinen streng durchgetakteten Plan geben wollen, wie sie ihre Zeit hier bei uns verbringen, sobald der reguläre offene-Tür-Betrieb nach den Ferien beginnt.” Kritik in Richtung Strukturlosigkeit und an diesem freien Modell der pädagogischen Arbeit gebe es bisher nicht. “Eigentlich finden es alle immer toll, dass wir den Jugendlichen so viel Raum geben. Das ist auch Teil unseres politischen Hintergrundes, denn ein Grundpfeiler der Falken ist die Partizipation junger Menschen”, bekommen wir erklärt. Weitere Grundpfeiler der sozialistischen Falken sind die Gleichberechtigung der Geschlechter, Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt in jeglicher Hinsicht sowie eben die frühe Verantwortungsübertragung an junge Menschen. “Wir geben den jungen Menschen Testfelder für ihre persönliche Entwicklung. Außerdem ist es bei den Falken nicht unüblich, dass schon junge Menschen in Vorstandspositionen gehoben werden und eigenverantwortlich handeln, wenn sie beispielsweise gerade 18 Jahre alt sind”, sagt Patrick Westermann dazu ergänzend.

f! - Jetzt offiziell

Am Nachmittag des Eröffnungstages wurden dann alle Besucher in den Saal berufen, denn noch hatte das Jugendzentrum am Spargelhof, das diese eher zweckmäßige Bezeichnung bis dahin trug, keinen offiziellen Namen. Das Mitentscheiden der Jugendlichen in den Vordergrund gestellt wurde nach dem neuen Namen auch gemeinschaftlich gesucht. Markus Klein, Bildungsreferent der Falken Recklinghausen und Verantwortlicher für das Kirchhellener Jugendzentrum, berichtet von einem langen Weg. “Es gab viele Ideen und noch mehr Vorschläge. Wir haben uns oft besprochen und sind auf immer wieder neue Namen gekommen. Jetzt aber können wir endlich das ‘f!’ vorstellen. Ganz schlicht und einfach”, verkündet er. Denn in dem schlichten, aber eindrücklichen Namen “f!” steckt alles, wofür die pädagogische Arbeit in Kirchhellens neuem Jugendzentrum steht: Freiheit, Freiraum, Freundschaft, Freigeist, farbenfroh, Fürsprecher, Falkentreff, Fürsorge, Future, Frieden und natürlich Feiern.

Ferienprogramm ausgebucht

Foto: Julia Liekweg

In dieser Woche startet das Ferienprogramm. “Alle Plätze sind komplett ausgebucht. Die ersten Interessierten waren schon vor dem Tag der offenen Tür zu einer persönlichen Anmeldung hier, um sich die Räumlichkeiten anzuschauen. Alle fanden es toll”, berichtet Anna Schmidt. Und auch ein kleiner Besucher am Samstag erzählte freudig: “Beim Gartenworkshop bin ich auch dabei!” In der zweiten Programmwoche wird ein Graffiti-Künstler den Kindern zeigen, was sie alles mit den Farbsprühdosen zaubern können. “Bei diesem Workshop werden wir dann auch schon anfangen, die Räume und den Außenbereich zu gestalten”, sagt das f!-Team. 

Ab der vierten Wochen können die Kinder und Jugendlichen dann einen Eindruck bekommen, wie das Jugendzentrum nach den Sommerferien arbeitet. Im klassischen offene-Tür-Prinzip ist jeder herzlich willkommen. Vom 20. bis 24. Juli können sich die Kinder und Jugendlichen in zwei Altersgruppen und zeitlich voneinander getrennt im f! treffen. Von 15 bis 18 Uhr gehört die gesamte Fläche allen bis 14 Jahre, ab 18 Uhr sind Jugendliche ab 15 Jahre herzlich willkommen. “Wir gestalten das Programm altersgerecht. Damit das funktioniert und sich jeder in seinem Rahmen entwickeln kann, mussten wir den Kinder- vom Jugendbereich zeitlich trennen”, sagt Patrick Westermann. So wird es dann auch nach den Sommerferien weitergehen. Von montags bis freitags können sich Kinder und Jugendliche hier zum gemeinsamen Zeitvertreib treffen.

Mehrzweckraum

Die Chilllounge bietet viel Platz für gemeinsame Gespräche oder Videospiele. - Foto: Julia Liekweg

Geplant sind für die Zukunft auch Veranstaltungen im f! für ganz Kirchhellen: Konzerte, Lesungen oder Poetry Slams stehen auf der Ideenliste, aber: “Das liegt erst einmal noch auf Eis. Ich weiß auch nicht, ob es dieses Jahr noch was wird. Das hängt von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen ab”, sagt der Einrichtungsleiter. 

Außerdem können die Räumlichkeiten inklusive Außenbereich und Grillfläche auch für private Zwecke genutzt werden. Wer für eine nächste geplante Feier einfach nicht genug Platz hat, darf die Räume des Jugendzentrums gegen einen Unkostenbeitrag nutzen.

von Julia Liekweg

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