Der große Jahresrückblick 2018

Was Kirchhellen im Jahr 2018 bewegt hat – Wir blicken zurück auf zwölf ereignisreiche Monate im Dorf

Grafik: Julian Schäpertöns

Januar

Nach elf Monaten Bauzeit wurde Anfang Januar das Montessori-Kinderhaus am Tappenhof fertiggestellt und an Kindergartenleitung Andrea Sareyka übergeben. Mit dem Zitat „Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen“, welches von Maria Montessori stammt, begrüßte Oberbürgermeister Bernd Tischler die Gäste, die zur offiziellen Schlüsselübergabe vorbei gekommen waren. Mehr als 40 Jahre befand sich das Montessori-Kinderhaus an der Horsthofstraße. Nun wird die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Bottrop an diesem Standort einen neuen Kindergarten bauen.

Nach fast einem Jahr Bauzeit ist das neue Montessori-Kinderhaus endlich fertig. Foto: Julian Schäpertöns

Abschied nehmen mussten die Wöller von ihren schönen Kirschbäumen entlang der Schneiderstraße. Diese wurden gefällt, damit Kanal- und Straßenbauarbeiten stattfinden können. Aufgrund von Personalmangel mussten die geplanten Arbeiten verschoben werden und sollen nun im Frühjahr 2019 verrichtet werden.

Traditionell gehört auch das Neujahrskonzert der Kirchellener Blasmusik und Blaskapelle Grafenwald in den Januar. Auch in diesem Jahr begeisterten mehr als 60 Musiker das Publikum im Brauhaus.

 

Februar

Helau und Alaaf! Im Februar wurde in Kirchhellen wieder groß Karneval gefeiert. Unter den Veranstaltungen waren die KFD-Theaterguppe mit einem eigenen Fernsehprogramm, der VfB-KarneBall und die Rosenmontagsparty mit fire&ice. Auch die KFD-Grafenwald präsentierte an vier Tagen wieder ein lustiges Bühnenprogramm.

 

Schon seit dem 17. Februar 1948 existiert die Kirchhellener Landjugend. Um ihr 70. Jubiläum zu feiern, veranstalteten die Mitglieder zusammen mit den Alten Herren der Landjugend, die bereits 2017 ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert haben, eine Ausstellung im Heimathaus Kirchhellen. Im Herbst wurde dann eine kleine Jubiläumsfeier organisiert.

Die KLJB und die Alten Herren der Landjugend haben zusammen mit dem Heimatverein eine Ausstellung auf die Beine gestellt. Foto: Julian Schäpertöns

Geburtstag feierte übrigens auch die Herzsportgruppe des TSG, die Menschen mit Herzproblemen hilft. Das zehnjährige Bestehen wurde wurde in einer kleinen Feierstunde im Brauhaus gefeiert.

 

März

Viel Geduld brauchten manche Kirchellen ab März 2018. Denn in diesem Monat begannen die Sanierungsarbeiten auf der A31 zwischen der Anschlussstelle Kirchellen-Nord und dem Dreieck Bottrop. Die Anschlussstelle Gladbeck wurde deswegen für mehrere Monate gesperrt.

Im März war es wieder Zeit die Umgebung von Müll zu säubern. Viele Vereine, Schulen, Kindergärten, Gruppen und einzelne Personen unterstützten BEST wieder tatkräftig beim Bottrop-putzt Tag. 12,7 Tonnen Müll wurden im Stadtgebiet gesammelt.

Etwas für die Umwelt taten auch mehr als 1.100 Schüler aus ganz Bottrop. Denn bei der jährlichen Auspflanzaktion wurden zusammen mit vielen Ehrenamtlichen kleine Bäume gepflanzt, die in einem Jahrgangswald wachsen werden.

 

 

Der 19. März 1868 ist für de Kirchenchor „Ecclesia“ ein besonderer Tag. Schon seit 150 Jahren stehen Musik und Geselligkeit im Mittelpunkt des Männerchores mit 35 Mitgliedern. Das Jubiläumsjahr läuteten sie im März bei einem Festhochamt ein. Auch der Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt Feldhausen feierte in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Im September luden beide Chören zu einem gemeinsamen Konzert. Außerdem organisierten gemeinsamen eine Ausstellung im Heimathaus.

Das Stück „Kunigunde draff nich sterven“ wurde von der plattdeutschen Theatergruppe der Kolpingsfamilie Kirchhellen im März im Brauhaus aufgeführt. Das Publikum war begeistert von der Darbietung. Schon seit November 2017 wurde für die Auftritte geprobt.

 

April

Die Manege konnte in den Osterferien wieder von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren betreten werden, als die Familie Casselly ihre Zelte in Kirchhellen wie gewohnt aufschlug. Jeweils eine Woche trainierten fast 200 Kinder für ihren großen Auftritt. Bei einer Galashow wurden die gelernten Kunststücke präsentiert.

 

Auch in Grafenwald kam die Unterhaltung diesen Monat nicht zu knapp, denn wieder einmal wurde dort das Seifenkistenrennen veranstaltet. Schon 2017 war das Rennen, das vom Schützenverein Grafenwald organisiert wurde, ein großer Erfolg. Florian Vienken und der Schützenverein Barmingholten holten sich in diesem Jahr die ersten Plätze. Auch in diesem Jahr soll die Veranstaltung wieder stattfinden.

 

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen begann im April der Feierabendmarkt auf dem Johann-Breuker-Platz. Dieser fand bis Oktober an jedem ersten Freitag im Monat statt.

Ein spannendes Projekt realisierte der Heimatverein in diesem Jahr. Durch eine interaktive Karte kann man eine Zeitreise in das Jahr 1914 machen. Alte Fotos von Gebäuden sowie interessante Informationen sind hier zu finden.

Sportlich hat die Einradabteilung des VfL Grafenwald bei der deutschen Meisterschaft in Burghausen abgeräumt. Mit der Gruppenkür zum Thema Neandertaler wurden sie sogar deutscher Meister im Einrad Freestyle.

 

Mai

Achtung! Die Fässer fliegen. Zu einem Spiel, bei dem Kraft und Geschick gleichermaßen gefragt ist, luden die „Fetenstürmer“ am Pfingstsonntag in diesem Jahr erneut ein. 33 Teams haben um Ruhm und Ehre beim Kirchhellener Fass-Weitwurf gekämpft. Den Sieg bei den Herren brachte dieses Jahr der „KC Rappelpudel“ zum zweiten Mal nach Hause. Bei den Frauen hatte die Truppe „Genial Daneben“ die Nase vorne. Organisiert wird die spaßige Veranstaltung seit 2003 im Dreijahrestakt vom Kegelclub „Die Fetenstürmer“ und lockt jedes Mal hunderte Schaulustige an.

 

Das Haus St. Johannes hatte dieses Jahr etwas zu feiern. Die Senioreneinrichtung der Caritas Bottrop ist schon zehn Jahre alt. Das Haus soll den 100 Einwohnern ein Gefühl von Selbständigkeit vermitteln. Die Pflege läuft dabei eher im Hintergrund.

Auch in der Saison 2018 lockte der Movie Park in Feldhausen mit einer Neuerung. In diesem Jahr wurde die Wasserbahn „Mystery River“ aufwendig neu thematisiert. Die Besucher konnten sich erstmalig im Mai auf die Suche nach dem geheimnisvollen Schwert Excalibur machen. Die Geschichte um Artus und den Rittern der Tafelrunde ist nämlich das neue Thema der Attraktion.

Die beliebte Wasserbahn bekam in diesem Jahr einen neuen Anstrich. Foto: Movie Park Germany

 

Juni

Im Juni wurde bei den Grafenwälder Schützen gefeiert. Da das nächste Schützenfest ja erst 2019 ist, wurde 2018 Bataillonsfest zelebriert. Einige Programmpunkte waren das Tageskönigsschießen, ein kleiner Umzug im Dorf und die Scheunenparty. Auch für das leibliche Wohl war mit Getränken und Grillgut gesorgt.

Auch das Vater-Kind-Zelten der Kolpingsfamilie fand dieses Jahr wieder statt. Trotz bescheidenen Wetter an Fronleichnam hatten Väter und Kinder an dem Wochenende ohne Mutti viel Spaß. Ein Höhepunkt war die große Lagerolympiade.

Der Rasse- und Geflügelzuchtverein Kirchhellen lud in diesem Jahr wieder zum traditionellen Hähnewettkrähen, diesmal erstmalig auf dem Hof Königshausen. Gesucht wurde wieder der Hahn, der in einem Zeitraum am häufigsten kräht. Den Pokal mit nach Hause nahm Julian Götz mit seinem Antwerpener Bartzwerg.

 

Einen witzigen Wettbewerb veranstaltete auch die Freiwillige Feuerwehr Feldhausen. In 13 Spielen kämpften mehr als 300 Einsatzkräfte beim diesjährigen Leistungsmarsch um den Sieg. Als Gewinner konnte die Freiwillige Feuerwehr Kirchhellen den Wanderpokal „Jupp“ mit nach Hause nehmen. Sie haben nun die Ehre, den nächsten Leistungsmarsch auszutragen.

 

Juli

Der Verein „Natürlich Kirchhellen“ feierte seinen zehnjährigen Geburtstag. Der Verein engagiert sich schon seit 2008 für alle sieben Ortsteile und ist zum Beispiel für die Blumenampeln und den Wappenbaum im Dorfkern verantwortlich. Auch viele Feierlichkeiten wie der Wintertreff auf dem Johann-Breuker-Platz oder der Kirchhellen-Tag werden von dem Verein organisiert. Am mittlerweile vierten Kirchhellen-Tag im Juli öffneten ortsansässige Firmen, Unternehmen und Läden ihre Türen, um Besuchern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben. Die Stationen wurden mit Fahrrädern, Oldtimerbussen und Kutschen besucht.

Am Kirchhellen-Tag konnte man mit der Kutsche die verschiedenen Ortsteile besuchen. Foto: Julian Schäpertöns

 

Auf dem Hof Jünger rollten im Juli die Bagger an. Denn der Innenhof des Kulturzentrums wurde im Sommer komplett neugestaltet. Eine rote Betonstele dient als Erkennungsmerkmal und ein roter Teppich aus Glas-Schotter verbindet die beiden Häuser optisch. In dem Zuge wurde auch die Außenbühne an beiden Seiten um einen Meter erweitert.

Im Sommer kam Pater Willy mit 15 Studenten aus Indonesien nach Kirchhellen und lernte das Leben in Deutschland vom Jugend Kloster aus kennen. Zwei Wochen waren sie zu Gast. Eine Planwagentour, Schulbesuche oder der Movie Park standen auf dem Programm.

 

August

Für die Schüler und Lehrer der Sekundarschule war der erste Schultag nach den Sommerferien Ende August etwas ganz besonderes. Denn nach einer zweijährigen Bauphase konnte das neue Gebäude der Schule am Kirchhellener Ring bezogen werden. Gut acht Millionen Euro investierte die Stadt in den Neubau der Sekundarschule. Ausgelegt ist das neue Gebäude mit dem Räumlichkeiten der angrenzenden Hauptschule auf etwa 450 bis 500 Schüler. 2020 wird die Hauptschule ihren letzten Jahrgang verabschieden.

Stefan Völlmert noch vor Beginn des Schuljahres vor der neuen Sekundarschule. Foto: Julian Schäpertöns

 

Der VfL Grafenwald veranstaltete in den Sommerferien ein großes Fest zum 50./90. Jubiläum des Vereins. Mit Darbietungen der verschiedenen Sportarten und sportlichen Aktionen wie Medizinball-Weitwurf oder einer Tennis Schnupperstunde wurde man hier den ganzen Tag lang unterhalten.

Nachdem das Dorffest zuletzt 2004 gefeiert wurde, wurde die Tradition 2018 wieder aufgenommen. An einem Wochenende im August hieß es in Kirchhellen „Dät Dörpe mäckt die Porten up“. Viele Attraktionen wie ein Bungee-Trampolin, ein Menschen-Kicker und verschiedene Mitmachaktionen konnten auf dem Fest besucht werden. Zudem gab es auch von früh bis spät ein großes Angebot an Speisen und Getränken.

An der langen Tafel konnten Vereine und Gruppen am Sonntagmorgen gemeinsam frühstücken und gemütlich in den Tag starten. Foto: Julian Schäpertöns

 

September

Eine weitere Kirchhellener Großveranstaltung, die nur alle drei Jahr stattfindet, ist das Hardinghausener Runkelfest. In diesem Jahr war es mal wieder soweit und Nachfolger für Michael Stappert und Ricarda Wenker wurden gesucht. Zum zehnten Mal wurde das Spektakel veranstaltet und auch dieses Mal versuchten wieder viele Anwärter in bäuerlicher Kleidung die letzte Runkel mit einem Knüppel abzuwerfen. Genug Zielwasser hatte Frank Janinhoff getrunken. Zusammen mit Janka Rottmann regiert er nun für drei Jahre das Runkelvolk. Gefeiert wurde beim anschließenden Ball bis spät in die Nacht.

Durch einen zielsicheren Wurf konnte Frank Janinhoff den Wettbewerb für sich entscheiden. Zusammen mit seiner Wurfpartnerin Janka Rottmann regiert er nun das Runkelvolk. Foto: Julian Schäpertöns

 

Ebenfalls nur alle drei Jahre findet das Baumstammwettziehen „Treck de Boomstamm“ der Trecker-Freunde statt. Mehr als 100 Teilnehmer gingen am Start, um sich in zwölf Klassen zu messen. Ziel war es, einen Baumstamm über einer 100 Meter langen Strecke zuziehen.

Im September wurden wieder die Baumstämme durch die Gegend gezogen. Foto: Julian Schäpertöns

 

Die Gaststätte „Zum Weißen Igel“ gehört zur Kirchhellener Geschichte, denn das Gasthaus steht schon seit über 130 Jahren an der Utschlagstraße. Doch im September hat das Haus seine Türen zum letzten Mal vor seinem Abriss geöffnet. Das Haus muss aufgrund von Bergschäden abgerissen werden. „Eine Sanierung würde sich nicht mehr lohnen“, erzählte Hauseigentümer Hermann Igelbüscher.

 

Oktober

Den 15. Erntedankteppich der Landfrauen konnte man im Oktober wieder in der St. Johannes-Kirche bestaunen. Mehr als 50 verschiedene Nuss-, Frucht-, Getreide- und Blumenarten waren in das Kunstwerk eingearbeitet und sogar das Ende des Bergbaus war in das Bild integriert.

In diesem Jahr haben sich die Landfrauen das Motiv vom guten Hirten ausgesucht. Auch der Abschied vom Bergbau findet sich im Bild wieder. Foto: Julian Schäpertöns

 

O'zapft is, hieß es im Oktober auch in Kirchhellen. Erneut luden die Landjugend und der VfB Kirchhellen zur Feier im Festzelt am Mühlenpatt ein. Schnell waren alle Karten vergriffen. Mehr als 2.000 Kirchhellener feierten ausgelassen zur Musik von DJ Peter Suttrop und der bayerischen Liveband Alpenbanditen.

 

Der Monat Oktober ist der schaurigste aller Monate. Auch in Kirchhellen. Zum 20. Mal öffnete der Movie Park in diesem Jahr seine Tore zum „Halloween Horror Fest“, bei dem es in diesem Jahr viele Neuerungen gab. Zum dritten Mal in Folge toppte der Park seinen eigenen Bestrekord und begrüßte so viele Besucher wie noch nie an den Halloweentagen. Ein bittere Nachgeschmack hatte ein Telefonstreich eines 19-Jährigen: dieser wollte aus persönlichen Gründen einen Parkbesucher den Abend verderben und hatte vor einer Bombe im Park gewarnt. Daraufhin wurde der gesamte Park evakuiert.

 

November

Eine überraschende Nachricht teilte Pfarrer Manfred Stücker mit: Er wird im Februar diesen Jahres die Gemeinde St. Johannes der Täufer verlassen, um fortan in Wachtendonk tätig zu sein. Dieser Stellenwechsel war ein Wunsch des Bistums, da die Gemeinde Wachtendonk keinen leitenden Pfarrer mehr hat. Ein Nachfolger für Kirchhellen steht nach jetzigen Stand noch nicht fest, soll aber im Laufe des Jahres gefunden werden.

Es ist der 10. November 1818, als Hermanus Pels einen Gastwirtschaftsbetrieb in Kirchhellen eröffnet. 200 Jahre später bewirtet Susanne Lehrich-Jandewerth das Café Haus Pels. In den vergangenen beiden Jahrhunderten hat sich viel getan in der ehemaligen Gaststätte. Das Jubiläum wurde in diesem Jahr gefeiert.

Das Team vom Café Haus Pels freut sich über das Jubiläum. Foto: Julian Schäpertöns

 

Dezember

Schicht im Schacht. Für die Kumpels, die unter Kirchhellen malocht haben, hieß es in diesem Jahr Abschied nehmen. Die RAG schloss im Dezember 2018 mit Prosper Haniel das letzte Bergwerk im Ruhrgebiet. Damit ging in Bottrop eine Ära zu Ende, die die ganze Region über Jahrzehnte geprägt hat.

 

Ein Thema spaltete die Kirchhellener im Dezember besonders: die neue Einbahnstraßenregelung auf der Hauptstraße. Diese wurde aufgrund der Baustelle an der ehemaligen Gaststätte Dickmann-Keßler eingeführt, um den Verkehr auf der Straße zu beruhigen. Erlaubt ist seitdem nur noch, die Einkaufsstraße in der Höhe der Johanneskirche zu befahren. Andersrum nicht. Fahrradfahrer sind von dieser Regelung nicht betroffen.

von Julian Schäpertöns