In der Schieflage

Die Gregorschule hatte große Pläne für den Einsatz versprochener Fördergelder, doch das letzte Bauvorhaben, die Begradigung des OGS-Containers, ist nun erstmal auf Eis gelegt worden

Foto: Katrin Kopatz

Die Kirchhellener Gregorschule hatte die Zusage für Fördergelder aus dem Projekt „Gute Schule 2020“ schon zugesagt bekommen. Nun kam die vorläufige Absage der Stadt Bottrop, da es auf der OGS-Prioritätenliste andere „OGSen“ gab, die nach Ansicht des Schulausschusseseine höhere Dringlichkeit für Sanierungsarbeiten aufwiesen. Somit sank die Priorität des schiefen OGS-Pavillons und Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der OGS müssen warten.

Mit Schieflagen kennen sich die Schüler und Beschäftigten der Gregorschule nur zu gut aus: Vor einiger Zeit ist bereits das gesamte Schulgebäude baulich angehoben und begradigt worden, da das Gefälle in den Fluren und Räumen nur zu deutlich zu merken war. Der nächste Schritt sollte nun der Pavillon auf dem Schulhof sein, in dem einige der Schüler des offenen Ganztags untergebracht sind. Betritt man den Pavillon, sieht und spürt man direkt die enorme Schieflage des Bodens. Der Eingang liegt mittig zum Rest des Pavillons – rechts vom Besucher steigt der Boden an, nach links führt das Gefälle. „Und hier halten sich die Kinder auf. Das ist natürlich alles andere als optimal“, bedauert Schulleiter Georg Fontein, während er von dem tiefer gelegen Raum den Eingangsbereich hinauf zum zweiten Raum schaut.

Sowieso war in dem Pavillon nicht genug Platz, um die 163 OGS-Schüler von insgesamt 192 Gregorschülern unterzubringen. „50 Kinder können im Container Platz finden. Allein zu Beginn der OGS hatten wir einen Bedarf zwischen 80 und 90 Plätzen“, erzählt der Schulleiter Fontein. Die Gregorschule hat bereits einen Teil der Fördergelder bekommen und für Bauarbeiten eingesetzt, denn das Platzproblem ist seit der Einführung der OGS äußerst akut. Wegen des hohen Bedarfs an OGS-Plätzen wurde bereits das ehemalige Hausmeistergebäude, das sich am Torbogen am Eingang des Schulhofs befindet, modernisiert. „Die Kinder freuen sich riesig über den neuen Platz.“ Zusätzlich ist der Keller der Schule modernisiert worden: Hier gibt es nun eine Mensa für die Schüler und weiteren Platz für die OGS-Kinder.

„Wir bedauern dennoch, dass der letzte Sanierungsschritt jetzt nicht durchgeführt werden kann. Im Zuge dessen wollte wir weitere Ideen konzipieren“, sagt Georg Fontein. Da die Schule keinen Versammlungsraum besitzt, sollte ein Mehrzweckraum entstehen. So könnte der Schulleiter wieder problemlos Einschulungsveranstaltungen planen und Elternabende an der Schule abhalten. „Vor allem könnte ich auch wieder die Eltern der Marienschüler und der Gregorschüler gemeinsam einladen.“ Momentan gehe das aufgrund der Raumlage aber nicht. Bei schlechtem Wetter hat die Schule keine Möglichkeit, große Veranstaltungen abzuhalten. „Besonders bei den Einschulungsveranstaltungen ist es immer ein großes Ärgernis. Ich muss die Begleitpersonen der Erstklässler planen und einschränken, denn wenn am Einschulungstag das Wetter nicht mitspielt, bleibt uns nur das Foyer der Schule, das auch nicht begrenzten Platz bietet“, sagt Georg Fontein.
Auch Thekla Spell, die Einrichtungsleiterin der OGS, bedauert die Verzögerung der Sanierungen. „Natürlich ist das schade, aber wir können im Moment nichts daran ändern“, zeigt sie sich verständnisvoll. In der OGS ist man einfach nur beruhigt, dass die Kinder von der Schräglage nicht sehr viel mitbekommen. „Allerdings gibt es einige Großeltern, die lieber draußen als drinnen warten. Viele der älteren Leute haben bereits über Schwindel geklagt“, berichtet Thekla Spell. Nichtsdestotrotz gehe es sowohl den Kindern als auch den Betreuern gesundheitlich gut. Doch auch die Einrichtungsleiterin verlässt sich auf: Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. „Wir müssen eben warten“, heißt es von Thekla Spell. Das einzige, was die Beschäftigten der Schule und der OGS wissen, ist, dass der Pavillon umgebaut werden soll. Nur das Wann ist eben die große Frage. „Ich bin mir sicher, dass wir dann noch frühzeitig benachrichtigt werden. Unser Kontakt zur Stadt Bottrop war bisher immer gut und ohne Komplikationen, deswegen gehe ich davon aus, dass das auch weiter so bleibt“, versichert sie.

Trotz des großen Bedauerns über das Warten auf die neuen Räume, zeigt man sich an der Schule insgesamt optimistisch. Die Pläne, einen Mehrzweckraum für Sport- und Einschulungsveranstaltungen und andere größere Begebenheiten an der Schule zu errichten, bleiben aber weiter bestehen. Sowohl der Schulleiter als auch die OGS-Einrichtungsleiterin sind sich einig, dass es aktuell keinen Grund zu Zorn gebe. Man müsse sich mit der Situation nun abfinden und abwarten, bis die OGS-Gebäude mit einem höheren Sanierungsbedarf erneuert sind. Dass das für den Einzelfall OGS Gregorschule nicht optimal ist, da ist man sich einig. Da man aber an der Situation nichts ändern könne, müsse man jetzt erstmal mit dem arbeiten, was gegeben ist. 

von Julia Liekweg

Julia Liekweg

Von Julia Liekweg

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