Gaststätte 'Zum Weißen Igel' schließt für immer!

Haus wird wegen Bergschäden abgerissen – Pächter sucht sich einen neuen Job

Das Haus an der Utschlagstraße wurde um 1960 neu erbaut und die Gaststätte heißt seitdem „Zum Weißen Igel“. Foto: Julian Schäpertöns

Anfang September wird Kirchhellen eine Gaststätte ärmer sein. Nach mehr als 130 Jahren schließt das Restaurant „Zum Weißen Igel“ an der Utschlagstraße für immer seine Türen. Aufgrund von Bergschäden muss das Haus abgerissen werden.

 

„Eine Sanierung würde sich nicht mehr lohnen“, sagt Hermann Igelbüscher, Eigentümer des Hauses. Besonders in den vergangenen zwei Jahren seien immer wieder vermehrt neue Risse aufgetaucht, so dass er nun eine Entscheidung treffen musste, die viele Kirchhellener traurig stimmt: Das Haus wird abgerissen! Und auch in Zukunft ist an dieser Stelle keine neue Gaststätte geplant. „Wir werden neu bauen, allerdings ein Wohnhaus“, sagt Hermann Igelbüscher.

 

Auch der aktuelle Pächter Ivan Zahirovic verabschiedet sich nach mehr als drei Jahren vom Weißen Igel. Wie es für ihn weiter geht, das weiß er noch nicht genau. „Ich werde mir irgendwo einen neuen Job suchen“, so Zahirovic. Bis zum 2. September haben die Kirchhellener noch die Möglichkeit, sich von der Gaststätte zu verabschieden. Am 31. August findet noch ein Sparclubfest statt. Zwei Tage später schließt die Gaststätte.

 

Bereits seit dem Jahr 1885 soll an dem Standort Utschlagstraße 55 eine Gaststätte gewesen sein, die damals von Heinrich Igelbüscher als Nebengewerbe betrieben wurde. Schon damals sollen dort Fuhrleute, die Holz aus der Kirchheller Heide zum Sägewerke Liesenklas transportieren, Schnaps getrunken haben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Hauses zerstört. Erst um 1960 wurde das heutige Haus von Hermann Igelbüschers Vater Wilhelm neu aufgebaut und seitdem wieder als Gaststätte genutzt. Wie es zu dem Namen „Zum Weißen Igel“ kam, daran erinnert sich Hermann Igelbüscher noch genau: „Damals gab es schon eine Gaststätte 'Schwarzer Igel', unweit von unserer entfernt. Wir hatten bei uns vor der Tür eine Wanne mit Kalk stehen und eines Tages kam ein Igel vorbei und fiel in die Wanne. So ist der Name entstanden.“ Bis ins Jahr 1990 betrieben Vater und Sohn gemeinsam die Gaststätte. Danach wurden die Räume verpachtet.

 

So sah die Gastätte um 1912 rum aus. Foto: Privat

von Julian Schäpertöns