Gastronomie – mehr als nur Essen

Stefan Bertelwick, Geschäftsführer des Gasthofs Berger in Bottrop-Feldhausen, berichtet von der Corona-Zeit und seinen Hygienekonzepten

Der Gasthof Berger in Bottrop-Feldhausen ist für viele Senioren und einsame Menschen ein Familienersatz.
Der Gasthof Berger bei Nacht. - Foto: Privat - Gasthof Berger

Nachdem im November erneut alle Freizeitmöglichkeiten und die Gastronomien durch einen Corona-bedingten Beschluss der Bundesregierung geschlossen wurden, setzen Gastronomen wieder auf das Außer-Haus-Geschäft. Die vorher ebenfalls durch die Bundesregierung verlangten Hygienekonzepte befolgt Stefan Bertelwick aber bereits seit Jahren.

„Seit Krankheitswellen wie dem Noro-Virus oder der Grippe, die nach dem Schützenfest 2002 in Kirchhellen ausbrach, haben wir im Gasthof Berger keinen Spülboy mehr und seit mehr als sechs Jahren ein No-Touch-System auf den Toiletten installiert“, berichtet der Gastronom. Als Spülboy bezeichnet man die Vorrichtung in Gastronomien, in der die Gläser auf installierten Bürsten gesäubert werden. „Da der Spülboy und kaltes Wasser aber die Viren nicht ausreichend abtöten, spülen wir jedes Glas bei 90 Grad in der Spülmaschine.“ Für Stefan Bertelwick also kamen die Vorschriften, die im Zuge der Corona-Pandemie den gastronomischen Betrieben auferlegt wurden, nicht überraschend. „Das, was sich in unserem Gasthof wirklich geändert hat, sind die Abstände zwischen den Tischen, das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes und die Erfassung der Kontaktdaten.“ Außerdem – und auch das sei keine Überraschung gewesen – besucht sein Team regelmäßig einmal im Jahr die vorgeschrieben Handhygieneschulung und ist dadurch immer auf dem aktuellsten Stand.

Auch wenn der Geschäftsführer von guten Sommermonaten berichtet, merkt er die Veränderungen. „Erst kamen die Gäste nur zögerlich und wollten möglichst draußen sitzen. Wir haben eine große Außenfläche, von daher war das kein Problem. Aber erst nach und nach trauten sie sich auch wieder in unsere Innenräume.“ Obwohl auch in den Räumen des Gasthofes ebenfalls bereits seit Jahren ein gutes Abluftsystem die Luft rein hält. „Das stammt aus einer Zeit, als in Gastronomien noch geraucht wurde. Hier musste schon damals ein starkes und gutes Abluftsystem dafür sorgen, dass die Luft sauber bleibt. Bei uns läuft das so, dass die schlechte Innenluft durch frische, saubere von draußen komplett getauscht wird. Die ganze Zeit“, berichtet Stefan Bertelwick.

Gastronomen als Ersatzfamilie

Bei einem Restaurant-Besuch geht es in erster Linie nicht um das reine Essen. Es ist die Gesellschaft mit Familie und Freunden, die Gespräche und für viele auch der freundschaftliche Bezug zu den Gastronomen. „Gerade im Gasthof Berger haben wir viele Gäste, die mehrmals in der Woche kommen. Häufig sind es Senioren oder Menschen, deren Familie nicht in der Nähe wohnt oder deren Ehepartner nicht mehr am Leben sind. Für diese Gäste werden mein Team und ich zu einer Ersatzfamilie. Wir kennen die Vorlieben und Geschmäcker und deswegen kommen die Menschen auch so gerne zu uns“, erzählt der Geschäftsführer. Dass das jetzt durch den zweiten Lockdown wegfällt, macht Stefan Bertelwick schon Sorgen. „Ich habe die Befürchtung, dass manche unserer Stammgäste vereinsamen“, sagt er offen.

Das Gänse-Geschäft im Gasthof Berger

Der Gasthof Berger in Bottrop-Feldhausen ist für viele Senioren und einsame Menschen ein Familienersatz.
Foto: Privat - Gasthof Berger

„Ärgerlich für uns ist natürlich, dass der November eigentlich immer der stärkste Monat war. Firmen veranstalten ihre jährlichen Gänse-Essen und auch Familien kamen immer sehr gerne am St.-Martins-Wochenende zu uns. Im November 2019 waren wir an jedem Wochenende voll ausgebucht. Wir werden unsere Gänse aber trotzdem zum Mitnehmen anbieten, denn in unserer Küche können wir bis zu 100 Portionen gleichzeitig garen oder eben auch 20 Gänse auf einmal.“ Wenn das jährliche Familien-Gänseessen also nicht ausfallen soll, können die Gänse oder auch nur kleinere Portionen im Gasthof Berger vorbestellt werden.

„Auch sonst werden wir, solange die Gastronomien geschlossen sind, einen Auszug aus der Karte für den Außer-Haus-Verkauf anbieten. Neben den bekannten gutbürgerlichen Speisen gibt es auch wieder Tagesempfehlungen, die wir auch Nachfrage gerne zubereiten“, erzählt Stefan Bertelwick. Von Dienstag bis Sonntag zwischen 12 und 19.30 Uhr können Speisen bestellt und abgeholt werden, der Kuchenverkauf startet schon um 11 Uhr an den gleichen Tagen. Die Speisen können entweder telefonisch unter (02045) 2668 oder per Mail an info@gasthof-berger.de vorbestellt werden. Stefan Bertelwick macht aber darauf aufmerksam, dass die Vorbestellung per E-Mail einen Tag im Voraus an den Gasthof Berger geschickt wird. Weitere Informationen zum Gasthof, dem Angebot und dem Außer-Haus-Geschäft gibt es online unter www.gasthof-berger.de.

von Julia Liekweg

Wir sind für Sie da!

Ihr persönlicher Werbespot