Frischer Wind in der Kirchhellener Tischlerei Schnieder

Nach 55 Jahren im Familienbesitz geht der Tischlereibetrieb Schnieder nun in andere Hände über – Bernd Schnieder bleibt dem Unternehmen aber erhalten

Bernd Schnieder (m.) gemeinsam mit Leonard Grewing (l.) und Bernhard Roring (r.). -Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Ob Fenster, Türen oder Inneneinrichtung und -ausbau - Aus Kirchhellen ist das Unternehmen von Bernd Schnieder nicht wegzudenken. Bereits seit zwei Jahren schaut sich der Inhaber nach einem Nachfolger für die Geschäftsführung um, damit er den Betrieb in vertrauensvolle Hände übergeben kann. Nun ist er fündig geworden und übergibt am 1. Januar seine Firma. Für viele kam die Nachricht überraschend – Wir haben mit Bernd Schnieder und den neuen Gesellschaftern gesprochen.

Mit Leonard Grewing und Bernhard Roring haben sich gleich zwei junge dynamische Herren – gebürtig aus Raesfeld-Erle - gefunden, die sich auf ihre neuen Aufgaben als Geschäftsführer und Inhaber der Schnieder GmbH freuen. „Es hat jetzt einfach alles gepasst“, erklärt der bisherige Inhaber Bernd Schnieder. „Ab dem 1. Januar werden Leonard und Bernhard die GmbH als gleichberechtigte und geschäftsführende Gesellschafter übernehmen. Seit nun 30 Jahren als Inhaber des Familienbetriebs ist es an der Zeit, den Tischlerei- und Fensterbaubetrieb in die nächste Generation zu übergeben.“ In der Familie gab es niemanden, der die Firma übernehmen wollte oder konnte – seine zwei Töchter hätten dankend abgelehnt, schmunzelt der Tischlermeister.

Eine gute Gelegenheit

„Schon seit längerem bin ich auf der Suche nach einer geeigneten Nachfolge und jetzt wollte ich das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist. Es herrscht ein akuter Facharbeitermangel und die Wertschätzung handwerklicher Berufe lässt stetig nach. Entsprechend hatte ich berechtigte Sorgen um den Nachwuchs im Unternehmen. Sowohl Leonard Grewing als auch Bernhard Roring arbeiten seit einiger Zeit im Unternehmen und Leonard hat schon früh geäußert, dass er eines Tages die Selbstständigkeit anstreben möchte. Mit Bernhard hat sich ein Mitstreiter gefunden, der sehr gut in die Position passt“, betont Bernd Schnieder. Die beiden jungen Männer kennen sich bereits seit Kindertagen und ergänzen sich in jeglicher Hinsicht. Weitere personelle Veränderungen innerhalb des Teams soll es allerdings nicht geben. Um die Zwei bei der Übernahme des gut laufenden Unternehmens zu unterstützen, bleibt Bernd Schnieder der Firma als angestellter Tischlermeister noch erhalten. So hat er die Möglichkeit, die Übergabe mit seiner Erfahrung zu begleiten.

Kompetenz und Potential

Auch, wenn die Entscheidung für einige überraschend war, dass Bernd Schnieder bereits jetzt das Unternehmen übergeben wird, sind seine Erklärungen plausibel: „Es ist nicht nur der Fall, dass die Gelegenheit jetzt günstig war, ich bin auch von der Kompetenz und dem Potenzial der neuen Geschäftsführung überzeugt. Frischer Wind im Unternehmen wird für neue Impulse und Ideen sorgen. In den vergangenen Jahren ist die Sparte Innenausbau ein wenig zu kurz gekommen, darauf wird jetzt ein wenig mehr Wert gelegt.“ Auch die neuen Geschäftsführer sind optimistisch und freuen sich auf die Herausforderung. „Das Untereinander mit den Kollegen ist so eingespielt, dass es auch keine Probleme geben wird, weil wir jetzt die Geschäftsführer sind. Das Vorhaben von Bernd Schnieder wurde offen im Kollegium kommuniziert und auch er selbst wird uns schließlich vorerst erhalten bleiben. Ich freue mich außerdem einen kompetenten Geschäftspartner wie Bernhard an meiner Seite zu haben, mit dem ich mich beraten kann“, erzählt Leonard Grewing.

Als Ausbildungsbetrieb bleibt Schnieder unserem Dorf erhalten, denn Leonard Grewing hat seinen Techniker und darf somit Auszubildende im Betrieb beschäftigen. Auch in Zukunft wird also der Tischlerei- und Fensterbaubetrieb eine sichere Adresse für Kirchhellener sein.

von Aileen Kurkowiak

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