Freiwillige Feuerwehr in Kirchhellen zieht Bilanz

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhellen muss die alljährliche Generalversammlung verschoben werden – Dennoch gibt es bereits jetzt viel zu berichten

Die Freiwillige Feuerwehr aus Kirchhellen zieht eine Bilanz des Corona-Jahres 2020
2020 - die Freiwillige Feuerwehr blickt zurück. - Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Mit seinen insgesamt 82 Mitgliedern war die Freiwillige Feuerwehr auch im vergangenen Jahr mit voller Kraft für die Kirchhellener da.

Dieses turbulente Jahr hat viele von uns in Atem gehalten und auch die Feuerwehr hatte einiges zu tun. Was es über das Feuerwehrjahr 2020 zu erzählen gibt, fasst das Team in dem traditionellen Jahresbericht zusammen.

Im Jahr 2020 wurde die Ortswehr Kirchhellen insgesamt 79 mal alarmiert. Darunter fallen neben Alarmierungen der gesamten Ortswehr auch Einsätze der Kirchhellener Drehleiter im Stadtgebiet. Mit Blick auf die Statistik fällt auf, dass die Gesamtzahl der Einsätze niedriger ausfällt als in den vergangenen Jahren. Insbesondere der Bereich der technischen Hilfeleistung schlägt mit 31 Alarmierungen deutlich geringer zu Buche. Mögliche Gründe dürften eine glücklicherweise ausgebliebene Unwetterlage größeren Ausmaßes sein sowie ein Rückgang der Einsätze im Bereich der Autobahn 31, der auch mit einer rückläufigen Verkehrsdichte aufgrund der Coronapandemie zusammenhängen könnte. Die Quote der Brandeinsätze ist konstant geblieben, hier werden 45 Alarmierungen zu Schadenfeuern unterschiedlichen Ausmaßes gezählt.

Über die Einsätze in Kirchhellen

„Jedes Jahr gibt es immer wieder Einsatzstellen, die aus unterschiedlichen Gründen besonders in Erinnerung bleiben. Zum zurückliegenden Jahr seien hier nur ein paar genannt, zum Beispiel der Vollbrand einer Wohnung im 5. OG eines Wohnheims am Kirchhellener Ring, wo wir als ersteintreffende Einheit und durch sofort eingeleitete Löschmaßnahmen den Schaden auf die betroffene Wohnung beschränken konnten. Des Weiteren gab es wenige Tage später noch einen ausgedehnten Werkstattbrand auf dem Gelände einer Tankstelle. Auch der schwere Verkehrsunfall mit mehreren PKW und LKW auf der A31 oder ein nächtlicher Schlafzimmerbrand auf der Hauptstraße hielten uns auf Trab“, weiß Simon Glogowski, Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhellen. Unter die Rubrik „Außergewöhnlich“ fielen Alarmierungen wie die zu einer Geldautomatensprengung oder zu einem gemeldeten Flugzeugabsturz, der sich im Nachhinein als kontrollierte Notlandung eines Kleinflugzeugs herausstellte. Auch auf größere Einsätze außerhalb des primären Einsatzgebietes blickt Simon Glogowski zurück: „So wurde die Drehleiter in diesem Jahr bei Einsatzlagen wie dem Dachstuhlbrand im Eigen, einem Gebäudebrand in der Boy, dem Strohmietenbrand in Feldhausen oder einem Kellerbrand in Grafenwald zur Einsatzstelle oder zum Grundschutz auf der Feuerwache 1 alarmiert. Bei Großeinsätzen wie dem Lagerhallenbrand an der Oberhausener Straße im Januar mit Vollalarm für alle Kräfte der Feuerwehr Bottrop, einem ausgedehnten Flächenbrand am Schnepfenweg in Grafenwald, einem Wohnungsbrand in Feldhausen oder einem gemeldeten Gefahrstoffaustritt im Bereich einer Bahnanlage in der Welheimer Mark kam die gesamte Ortswehr Kirchhellen zum Einsatz.“

Die Planung der neuen Feuerwache in Kirchhellen

Das bereits einige Jahre währende Thema hat nun endlich Fahrt aufgenommen. Am 18. Februar hat der Rat der Stadt Bottrop sowohl den Neubau als auch den Erwerb eines geeigneten Grundstücks beschlossen. „Mit dem Kauf der Fläche an der Rentforter Straße Ecke In der Koppel sind wir der Realisierung unseres Wunsches nach einem neuen Gerätehaus einen entscheidenden Schritt nähergekommen“, betont Ortswehrführer Dieter Heidermann. Erste Hürden auf kommunalpolitischer Ebene wurden bereits genommen. So wurde auf der öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Kirchhellen im Juni beschlossen, die Änderung des Flächennutzungsplans zu prüfen. Daraufhin folgte der Ratsbeschluss, den Bebauungsplan entsprechend anzupassen. Nun kann in die Planungsphase eingestiegen werden. Unter anderem werden diverse Fachgutachten erstellt und Anwohnerbelange, insbesondere zum Immissionsschutz, geprüft. „Der Standort Rentforter Straße / In der Koppel ist für uns als Freiwillige Feuerwehr aus vielerlei Gründen sehr gut geeignet. Ein wichtiger Aspekt ist die gute Erreichbarkeit von den jeweiligen Wohnadressen unserer aktiven Kameraden im Einsatzfall. Anhand entsprechender Weg- und Fahrzeitanalysen wurden die in Frage kommenden Standorte gewichtet und bewertet. Hier erfahren wir am neuen Standort eine massive Verbesserung. Auch der Aspekt der guten Erreichbarkeit von potenziellen Einsatzorten wurde natürlich in der Bewertung berücksichtigt. Etwas getrübt wird das Bild durch für uns in Kirchhellen unerwarteten Widerstand in Form einer Anwohnerinitiative, die uns nach eigener Aussage am vorgesehenen Standort „unerwünscht“ sieht. Statements dieser Art muss man als Freiwillige Feuerwehr im Ehrenamt erstmal wirken lassen. Wir hoffen inständig, dass hier diverse Vorbehalte ausgeräumt und eine im Sinne unseres Dorfes gute Lösung am vorgesehenen Standort gefunden werden kann“, erklärt Dieter Heidermann.

Letztendlich schaut man optimistisch in eine Zukunft ohne eine baufällige Fahrzeughalle, einen viel zu kleinen Schulungsraum und vor allem ohne unnötige Verzögerungen des für die Freiwillige Feuerwehr so wichtigen Bauvorhabens.

von Aileen Kurkowiak

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