Feuerwache sorgt für Diskussionen

In den vergangenen Tagen war er bereits in aller Munde: Der Neubau einer Feuerwache in Kirchhellen. Doch ist der neue Standort so sicher, wie viele denken?

Die Überlegungen zu den Standorten der Feuerwachen wurden im Rathaus vorgestellt. -Foto: Aileen Kurkowiak

Die Nachricht von den zwei neuen Feuerwachen für Bottrop und Kirchhellen ging durch die lokalen Medien. Besonders diskutiert wurde der bereits erfolgte Grundstückkauf der Stadt in Kirchhellen am Standort an der Koppel. Doch wird dort wirklich die neue Feuerwache Kirchhellen entstehen? Warum die ersten Schritte zwar eingeleitet sind, der endgültige Bau auf genau diesem Grundstück noch längst nicht sicher ist, erfahren Sie hier.

Es wirkt für viele so, als sei alles in trockenen Tüchern und das letzte Wort zum Standort der neuen Feuerwache in Kirchhellen durch den bereits erfolgten Grundstückkauf gesprochen. Doch nein, bis es tatsächlich soweit kommen kann, dass genau dieses Grundstück an der Rentforter Straße/ An der Koppel bebaut wird, liegt noch ein weiter Weg vor den beteiligten Gremien.

Ein erster Schritt ist gemacht. Die Bezirksvertretung Kirchhellen hat in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, den Flächennutzungsplan dahingehend zu ändern, dass das vormals als Feuerwehrstandort vorgesehene Grundstück im Pinntal künftig als Grünfläche ausgewiesen wird. Damit wird die Ausweisung einer neuen Feuerwache an anderer Stelle erst möglich. Anschließend erfolgte die Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss, sprich die Realisierung des Bebauungsplans der Feuer- und Rettungswache 2 an dem von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Standort an der Koppel.

Eine erste Hürde erlegte die Bezirksvertretung aber auf. Gebaut werden soll, wenn überhaupt, direkt an der Rentforter Straße. Diese Vorlage erhält nun der Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz, der mit seiner Zustimmung den Weg zum Planverfahren und zur öffentlichen Beteiligung frei macht.

Kurz gesagt stehen nun folgende Schritte an: Der Flächennutzungsplan muss dahingehend geändert werden, dass das zuvor für den Feuerwehrstandort vorgesehene Grundstück am Pinntal als Grünfläche ausgewiesen wird. Anschließend muss im Zuge des Aufstellungsbeschlusses ein Bebauungsplan der Feuerwache ausgearbeitet werden, der dann für die Öffentlichkeit sowie der betroffenen Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange ausgelegt wird. Anmerkungen zum Bebauungsplan werden dann aufgenommen und entsprechend berücksichtigt oder mit Begründung abgelehnt. Nach Abschluss des Verfahrens wird der Bebauungsplan 98 den zuständigen Gremien zum Beschluss vorgelegt. Sie merken, der Weg zu einer tatsächlichen Realisierung der neuen Feuerwache an dem von der Stadt Bottrop bevorzugten Standort ist weit und voller Hürden.

An der Koppel alles andere als sicher

Wichtig ist hier zu betonen, dass noch immer die Option besteht, das Gelände anderweitig zu nutzen, obwohl es ursprünglich zum Zwecke des Baus der Feuerwache von der Stadt erworben wurde.

Eine Feuerwache mit direktem Zugang zur Rentforter Straße sei durchaus besser denkbar als an das Wohngebiet anschließend, heißt es aus Reihen der Bezirksvertretung. Zumal dies auch die ursprüngliche Idee für einen Neubau war. Zum Zeitpunkt erster Gespräche und Sichtung geeigneter Grundstücke sei das benachbarte Gebiet bevorzugt worden, der Besitzer war zu einem Verkauf allerdings nicht bereit. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder legte der Verwaltung nahe, hier noch einmal nachzufassen und noch einen Versuch zu unternehmen, das Grundstück zu erwerben. Planungsamt und Feuerwehr bevorzugen wie auch die große Mehrheit in der Bezirksvertretung eine Lösung mit direktem Zugang zur Rentforter Straße. Einem entsprechenden Antrag konnte nur die SPD-Fraktion nicht folgen. Dieser Standpunkt des Grundstückinhabers habe sich jedoch nun geändert und ein Antrag zum Kauf jenes Grundstücks lege der Bezirksverwaltung vor. Auch vom Planungsamt und der Feuerwehr wird der alternative Standort am benachbarten Grundstück bevorzugt. Mit Ausnahme der SPD-Bezirksvertretung wurde diesem Antrag zugestimmt.

Am 16. Juni entscheidet der der Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz, ob die Änderung des Flächennutzungsplans in die Wege geleitet wird und ein Aufstellungsbeschluss ergeht.

 

von Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

Von Aileen Kurkowiak

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