Digitale Zeitreise durch Kirchhellen

Der Heimatverein hat eine interaktive Karte mit historischen Orten des Dorfes veröffentlicht

Jan Marien und Marita Krome haben auf einer Karte historische Gebäude verzeichnet. Foto: Julian Schäpertöns

Wie kann man Kirchhellener Geschichte digital und interaktiv erlebbar machen? Diese Frage stellte sich der Student Jan Marien. Die Idee, die er aus dieser Frage entwickelte, kann nun alle Kirchhellener mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1915 nehmen. Zusammen mit Marita Krome hat er für den Heimatverein eine Google-Karte entwickelt, auf der mehr als 700 Häuser verzeichnet sind, die vor über 100 Jahren im Dorf standen.

 

„Es waren schon viele Stunden Arbeit, die wir in das Projekt gesteckt haben“, erzählt Jan Marien, der beim Verein für Orts- und Heimatkunde in den Arbeitskreisen Archiv und Internet mitarbeitet. Im Januar 2018 hatte er zusammen mit Marita Krome begonnen, ein Adressverzeichnis von 1914 zu digitalisieren. Um die 700 Häuser gab es zu der Zeit in Kirchhellen. Für die einzelnen Häuser setzten sie jeweils eine Markierung bei Google-Maps, fügten Informationen, die damalige und heutige Adresse, die Namen der ehemaligen Eigentümer und wenn es gab, ein altes Foto des Gebäudes hinzu. Zur besseren Orientierung, wurden die Markierungen in drei Farben gewählt. „Die Gebäude mit den schwarzen Symbolen stehen heute noch, die roten Häuser existieren nicht mehr und bei den grauen Markierungen ist es unbekannt, ob die Häuser noch stehen“, erklärt Jan Marien.

 

Schon damals ist eine starke Konzentration an Gebäuden in der Ortsmitte zu sehen. Dabei aber auch viele rote Markierungen. „Im Krieg wurden viele Häuser zerstört“, weiß Jan Marien. Viele Häuser wurden an selbiger Steller wieder neu aufgebaut, andere sind mittlerweile ganz verschwunden. Auffällig ist auch, dass einige Häuser im heutigen Stadtgebiet von Dorsten stehen. „Das ist so, weil wir die Grenzen vor der Eingemeindung genommen haben“, erklärt der Student.

 

Doch auch wenn es jetzt schon in der Karte viel zu entdecken gibt: fertig ist das Projekt noch lange nicht! Die Karte soll weiter mit Informationen und Bilder gefüttert werden. Da setzten Jan Marien und Marita Krome auf die Unterstützung der Kirchhellener. Zu vielen der verzeichneten Häusern werden noch historische, aber auch aktuelle Fotos und Informationen gesucht. Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter fotos@heimatverein-kirchhellen.de beim Heimatverein melden.

 

von Julian Schäpertöns