Die Weichen sind gestellt

Bereits sechs Jahre und noch mehr: Wir haben dem designierten Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder die wichtigsten Fragen für Kirchhellen gestellt

Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Am 3. November wird Ludger Schnieder voraussichtlich aus dem Gremium der Bezirksvertreter heraus im Amt bestätigt. Obwohl die CDU keine absolute Mehrheit mehr hat, gilt seine Wahl fast als sicher. Wir haben nachgefragt: Wie wird es weitergehen? Was wird sich ändern?

Was sind für Sie relevante Themen 2020 /21?

Eines der relevantesten Themen in der nächsten Zeit ist sicherlich die Wohnbebauung in unseren Ortsteilen. Wie stellen wir uns da auf? Stellen wir die richtigen Weichen für die Zukunft? Dies sind keine Entscheidungen, die wir für die nächsten 5 Jahre treffen, sondern für die nächsten zehn bis 20 Jahre.

Die Notwendigkeit, eine neue Feuer- und Rettungswache zu bauen, darf nicht bei der aktuellen Standortfrage in den Hintergrund rücken. Sie wird unbedingt benötigt, denn die Zustände in der alten Wache sind unzumutbar.

In den nächsten Monaten wird dies sicherlich ein wichtiges Thema für die Verwaltung und dann auch für die Politik sein.

 

Wie richten Sie jetzt ihre Arbeit aus?

Der Vorteil ist, dass ich jetzt bereits sechs Jahre diese Position bekleidet habe und mich nicht mehr neu einarbeiten muss. So kann ich sicherlich an viele Themen anknüpfen und sie weiter verfolgen.

 

Möchten sie etwas anders machen?

Vielleicht noch mehr auf die zügige Umsetzung von beschlossenen Maßnahmen der Bezirksvertretung in der Verwaltung drängen.

Es kann nicht sein, dass Beschlüsse der Bezirksvertretung aus dem Jahr 2015 noch nicht umgesetzt oder abgeschlossen sind. Dies hat die Bezirksvertretung in der letzten Sitzung am 21. September der Verwaltung gegenüber auch deutlich gemacht.

 

Welche Baustellen möchten Sie zuerst angehen?

Der Glasfaserausbau im Norden, verbunden mit dem Radweg an der Gahlener Straße liegt, mir sehr am Herzen sowie die gesamte Versorgung Kirchhellens mit schnellem Internet. Die Pandemie hat uns die Wichtigkeit der schnellen und guten Internetverbindung gezeigt, auf die wir zeitnah unbedingt reagieren müssen.

Außerdem muss das Schulwesen eine noch höhere Priorität einnehmen: Die Verbesserung der Sicherheit unserer Verkehrsteilnehmer auf Rad- und Fußwegen, speziell für Schulkinder, ist in der näheren Zukunft unverzichtbar. Außerdem wird der Bau einer neuen Sporthalle und die Gestaltung unserer Bezirkssportanlage vorangetrieben.

Um auf die Thematik der Feuerwache zurückzukommen: Wir brauchen von der Stadt verlässliche Entscheidungshilfen, um auch hier den Prozess voranzutreiben.

Ebenso brauchen wir nun Untersuchungen und Gutachten zur Entscheidung, ob neue Wohneinheiten für Feldhausen oder Grafenwald jetzt oder später sinnvoll sind. Gleichzeitig ist aber auch die Gestaltung des Dorfkerns immer noch ein wichtiges Thema. Der neue Bücherschrank ist vielleicht der Auftakt, um die Aufenthaltsqualität in Kirchhellen Mitte zu verbessern. Hier ist sicherlich noch Luft nach oben.

 

Die CDU hat einen Sitz im Bezirk verloren und hat somit keine absolute Mehrheit mehr.

Was wird sich ändern?

Wir haben in der Bezirksvertretung immer versucht, die Entscheidungen auf eine breite Mehrheit zu stellen. Ich kann mich in der Vertretung an keine Abstimmung erinnern, bei der die absolute Mehrheit notwendig gewesen wäre. Eine absolute Mehrheit beruhigt, lässt einen aber vielleicht auch den eigenen Blick für andere gute Ideen trüben. Ich bin recht zuversichtlich, dass gute Entscheidungen für Kirchhellen getroffen werden.

 

Wie wird mit der AFD in der Bezirksvertretung umgegangen?

Die AFD ist durch die Stimmen von Bürgern in die Bezirksvertretung hineingewählt worden. Also haben wir es zu akzeptieren, dass ein Vertreter dem Gremium jetzt angehört. Ich denke, wir werden alle fair und demokratisch miteinander umgehen. Dies wünsche ich mir natürlich von allen Seiten.

 

Sehen Sie in Kirchhellen mehr Herausforderungen als zuvor?

Nein. Herausforderungen gab es immer und wird es immer geben. Vielleicht war es früher etwas einfacher für die Politik, was nicht heißen soll, dass es besser war. Man wird und muss seine Entscheidungen immer wieder hinterfragen und gegebenenfalls auch korrigieren dürfen.

Dies würde ich auch nicht als „Umfallen“, sondern eher als eine zeitgemäße Anpassung werten.

von Aileen Kurkowiak

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