Die Geschichte vom Weihnachtssee

Warum in der Kirchheller Heide an den Feiertagen im Jahr 2003 ein See entstanden ist

Der kleine See in der Kirchheller Heide wird an diesem Weihnachtsfest 15 Jahre alt. Foto: Julian Schäpertöns

Während das Christkind seine Geschenke verteilte, Familien gemütliche Stunden miteinander verbrachten und Weihnachtlieder aus den Häusern schalten, entstand ganz still und heimlich in der Kirchheller Heide ein kleiner See. Wir schreiben das Jahr 2003. Um genau zu sein sind es die Weihnachtstage, als sich in der Kirchheller Heide die Landschaft verändert...

Bei einem Spaziergang durch die Kirchheller Heide ist es ein schöner Platz, um eine Rast einzulegen. Mitten im Wald liegt ein kleines Biotop. Kahle Baumspitzen ragen aus dem Wasser. Heimische Vögel fliegen übers Gewässer. Hier fernab der Zivilisation kann man noch die Ruhe genießen. Doch dieser See war nicht immer schon da. Ursprünglich schlängelte sich hier der Schwarzbach durch seinen Auenwald. Doch an einem Wintermorgen im Dezember 2003 wurden Mitarbeiter des Regionalverbands Ruhr (RVR) darauf aufmerksam, dass sich der Schwarzbach an der Stelle, an der zu der Zeit noch die Schwarzbachbrücke stand, ungewöhnlich stark verbreitert hatte. Denn seit dem Jahr 2001 hat sich durch Bergsenkungen eine Mulde gebildet, in der sich das Bachwasser zu einem See aufstaute. Die Geburtsstunde des Weihnachtsees war gekommen.

Nach und nach liefen die Auen mit Wasser voll. Mit den Jahren veränderte sich die Natur in diesem Gebiet. Die Brücke sowie der geflutete Baumbestand wurden größtenteils entfernt – einzelne Bäume blieben aber stehen und bieten Tiere wie dem Eisvogel einen Ansitz für die Jagd. Auch Rauhgeier, Nilgans, Teichhuhn oder Silberreiher können hier häufig beobachtet werden. Der RVR hat auch eine Beobachtungshütte am Weihnachtssee gebaut sowie eine Infotafel aufgehangen. Aus der Absenkung des Waldes, den der Bergbau hinterlassen hat, entwickelte sich ein Biotop von ungewöhnlicher Atmosphäre, das einen Besuch lohnenswert macht.

von Julian Schäpertöns