Burkard Kosse und Sara Schlegl – Das Schützenkönigspaar im Gespräch

Für die Regenten der Schützengesellschaft steht fest: Wir amtieren bis zum Festjahr 2023

Burkhard Kosse und Sara Schlegl, das amtierende Schützenkönigspaar, freut sich auf das Schützenfest im Jahr 2023, wenn die Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie aufgehoben sind.
Burkhard Kosse und Sara Schlegl - das amtierende Schützenkönigspaar. - Foto: aureus GmbH

Die Hoffnungen und Wünsche des Schützenkönigs und seiner Königin sind eindeutig: Die Normalität bis zum Schützenfest soll wieder hergestellt sein.

„Wir sind nicht das erste Königspaar, das länger als drei Jahre regiert“, erinnert sich Burkhard Kosse. Als Johann Brauckmann und Anna Wienert im Jahr 1911 das Amt übernahmen, folgte kurz darauf der Erste Weltkrieg. Das Schützenfest 1914 war zwar schon geplant, konnte aufgrund des Ausbruchs des Krieges dann nicht stattfinden. „Die beiden waren dann bis 1921 König und Königin, denn in diesen zehn Jahren fiel das Fest nicht nur wegen des Weltkrieges aus, sondern auch wegen der spanischen Grippe, die in Deutschland wütete“, erklärt der amtierenden König weiter. Rund 30 Jahre später folgte dann der Zweite Weltkrieg. Der damalige König August Schulte Kellinghaus und seine Königin Maria Borgmann übernahmen das Amt 1936, erst 1952 folgte ihnen die Schützenkönigspaar Bernhard Brauckmann und Johanna Janinhoff. „In den 1950er und 1960er Jahren gab es dann noch weitere Königspaare, die eine verlängerte Amtszeit innehatten. Für meine Königin und mich war also klar, dass wir unser Amt dementsprechend auch nicht einfach niederlegen“, betont Burkhard Kosse. „Es ist eine Ausnahmesituation. Abzudanken kam nicht infrage“, bestätigt auch Königin Sara Schlegl.

„Wir leben vom Kontakt zu den Menschen“

Für die Schützen war 2020 ein stilles Jahr. „Wir durften noch unsere Gründungsversammlung halten und danach kam schon der Shutdown“, resümiert der Schützenkönig. Alles, was in dem Jahr als Königspaar auf Burkhard Kosse und Sara Schlegl zugekommen wäre, musste ausfallen. „Wir hätten Geburtstagsfeiern unserer Schützen besucht, den ehemaligen Majestäten und Offizieren gratuliert. Ich hatte mich auch darauf gefreut, denn es ist für mich ja auch das erste Mal, dass ich Schützenkönigin bin“, erzählt Sara Schlegl. Doch die Motivation verliere sie nicht: „Nein, das passiert nicht. Natürlich bin ich auch traurig und dass wir das Fest auf 2023 verschoben haben, ist sehr schade, aber dann warte ich jetzt eben einfach ab. Ich freue mich, wenn wir dann übernächstes Jahr zusammen feiern können.“ Burkhard Kosse ergänzt: „Wir hätten sicherlich vier bis fünf Termine pro Woche im Festjahr gehabt. Vieles, wie die Gratulationen, haben wir wenigstens telefonisch erledigt. Anders geht es nun einmal jetzt nicht und wir müssen hauptsächlich auf die Sicherheit und die Gesundheit aller achten.“

Die Jugend in den Startlöchern

„Die ganze Situation momentan ist vor allem für unsere Jugend schwer. Nicht nur fehlt ihnen insgesamt der Kontakt zu ihren Freunden und sicherlich mussten auch viele Erfahrungen, die man in seiner Jugend und mit seinen Freunden so macht, im vergangenen Jahr warten“, bedauert die Schützenkönigin. Das betreffe auch das Schützenfest, denn: „Die Jugend steht so stark hinter unserem Schützenfest, das ist unglaublich. Dass wir das Fest nun noch für einige Zeit verschieben müssen, ist für die jungen Menschen mindestens genauso enttäuschend wie für uns“, berichtet das Königspaar. „Es fällt einfach der gesamte persönliche Kontakt weg und von dem lebt ja auch unser Schützenfest“, bestätigt Burkhard Kosse. Nicht nur habe die Stadt Bottrop momentan Wichtigeres zu erledigen, als Festivitäten auszurichten, auch etwaige Hygiene- und Personenkonzepte würden die Feststimmung drücken. „Unsere Entscheidung war richtig. Diesen Sommer mit so vielen Tausenden Menschen zu feiern wäre unvernünftig. Um eine Planungssicherheit uns und unseren Schützenfestpartnern gegenüber zu gewährleisten, wäre auch eine Ausrichtung des Festes 2022 sehr sportlich. Wenn nur ein kleiner Teil unserer Besucher in Zelt dürfte, wäre es aber auch nicht das Schützenfest, das wir kennen“, sagt Burkhard Kosse auch.

Das Warten auf 2023

„Wir wünschen uns einfach, dass wir das Virus bis zum übernächsten Jahr besser kontrollieren können und dass uns auch die Impfungen bis dahin mehr Sicherheit geben“, hofft Sara Schlegl. Ob es in der Zwischenzeit kleinere Alternativangebote der Schützen geben wird, können weder der König noch die Königin sagen. „Es geht uns wie allen: Wir können noch keine Aussage zu irgendwas treffen. Wir hoffen aber, dass wir vielleicht im Frühjahr 2022 eine Kleinigkeit auf die Beine stellen können. Aber ob das funktioniert, wissen wir frühestens Ende dieses Jahres“, sagt Burkhard Kosse.

von Julia Liekweg

Wir sind für Sie da!

Ihr persönlicher Werbespot