Ausfall Schützen- und Brezelfest Kirchhellen: Die Geschäftsführer im Gespräch

Schweren Herzens haben sich die Schützen- und die Brezelgesellschaft dazu entschieden, dass 2021 doch kein Festjahr für Kirchhellen wird

Ausgelassene Stimmung beim Kirchhellener Schützen- und Brezelfest 2017.
Das Festjahr 2017. - Das Festjahr 2017.

Umso ausgelassener soll das Jahr 2023 werden, blicken Stefan Janinhoff und Markus Josten in die Zukunft.

Ein kleiner Schock ging am vergangenen Freitag (12. Februar 2021) durch das Dorf, als Schützen- und Brezelgesellschaften mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gingen: Anders als ursprünglich geplant werden auch in diesem Jahr die Kirchhellener Feste ausfallen.

„Leicht haben wir uns die Entscheidung nicht gemacht, aber wir waren uns einig, dass das der einzig vernünftige Weg ist“, sagt Stefan Janinhoff, Geschäftsführer der Kirchhellener Brezelgesellschaft. Donnerstagabend haben sich die Vorstände der Brezelgesellschaft und der Bürger-Schützengesellschaft per Zoom-Meeting getroffen und die Entwicklung der Corona-Pandemie sowie die damit einhergehenden Sicherheitsaspekte besprochen. „Die Entscheidung war einstimmig. Am Freitagmorgen haben sich dann die Geschäftsführer unserer beiden Gesellschaften noch einmal besprochen und die Ergebnisse aus den Vorstandstreffen zusammentragen. Damit war die Entscheidung gefallen, dass wir erst im Jahr 2023 wieder zusammen feiern werden“, berichtet der Brezelaner weiter. Dann kam der Schritt an die Öffentlichkeit. Die örtliche Presse wurde informiert und der Rest Kirchhellens wurde durch den Facebook- beziehungsweise Instagrampost benachrichtigt. Die Kommentare und Reaktionen auf den Plattformen waren sich ebenso einig wie die Geschäftsführer: Man trauert um den Ausfall und die Kirchhellener Tradition, auf die man seit 2020 gehofft hatte. Man ist sich aber auch einig, denn Gesundheit und Sicherheit stehen nach wie vor an oberster Stelle.

„Wir haben keine Planungssicherheit – für niemanden“

„Natürlich ist es schade, aber einen anderen Weg als diesen gibt es für uns nicht. Wenn bis März ohnehin alles geschlossen bleibt, dann erst stufenweise Öffnungen kommen, können wir nicht im Sommer mit unserem Fest beginnen“, sagt auch Markus Josten, Geschäftsführer der Allgemeinen Kirchhellener Bürger-Schützengesellschaft. Die beiden Geschäftsführer erklären außerdem: „An so einem Fest hängt auch eine lange Organisationskette. Wir buchen Kapellen, Kutschen, wir haben Vertragspartner und, und, und. Wenn wir schon nicht wissen, ob und, falls ja, wie so ein Fest überhaupt stattfinden kann, können auch unsere Partner nicht planen.“ Stefan Janinhoff weiß auch, dass viele Kirchhellener sich für das große Festwochenende, die Ausmärsche, Übungen und für die vielen anderen kleinen Aktionen oft Urlaub nehmen, um dabei sein zu können. „Je nach dem, wie die Lage im Sommer aussieht, möchten die Leute ja in den Urlaub fahren und können so für sich jetzt auch besser planen.“

Ungewisse Aussichten für 2022

Das Brezelkönigspaar 2017 Egbert Schnieder und Beate Möhlen.
König Egbert und Königin Beate - 2017. - Foto: aureus GmbH - Katharina Boll

Die Entscheidung, das Brezel- und Schützenfest erst im übernächsten Jahr stattfinden zu lassen, basiert ebenfalls auf organisatorischen Gründen. Stefan Janinhoff und Markus Josten erklären: „Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt nichts. Auch die Politik kann noch nichts Genaues sagen – das gilt auch für das kommende Jahr. Keiner weiß genau, welche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen, wenn Veranstaltungen stattfinden dürfen. Außerdem hat die Stadt Bottrop gerade andere Dinge zu klären als die Organisation von Brezel- und Schützenfest.“

Beide Gesellschaften aber setzen sich ab jetzt an die Planung für das Festjahr 2023. „Bis dahin wissen wir sicherlich auch mit einer höheren Gewissheit als jetzt, unter welchen Auflagen und mit welchen Vorkehrungen Veranstaltungen stattfinden können. Außerdem sind wir dann auch wieder in unserem Dreijahresrhythmus“, sagt Markus Josten.

Das Schützenkönigspaar 2017 Sara Schlegl und Burkhard Kosse.
König Burkhard und Königin Sara. - Foto: aureus GmbH

Sowohl Brezel- als auch Schützenkönigspaar stehen hinter ihren Gesellschaften. „Unser Königspaar, Egbert Schnieder und Beate Möhlen, steht absolut hinter uns. Die beiden sind sich einig, dass sie ihr Amt auch bis 2023 weiter bekleiden“, freut sich Stefan Janinhoff. Er weiß auch, dass das letzte der drei Jahre für das Königspaar auch das schönste ist, denn: „Das Paar nimmt dann die Wagen für das Fest ab und spricht mit den ganzen Leuten und kann eigentlich wirklich Abschied feiern, bis es einen neuen König gibt. Das Königspaar hat in seinem Jahr Amtsjahr immer viele Termine, die ja auch immer alle schön. Aber das hätte es im vergangenen Jahr nicht geben können.“ Vom gleichen Rückhalt berichtet auch Markus Josten: „Auch unser Königspaar steht zu 100 Prozent hinter der Entscheidung. Das freut uns natürlich sehr.“

Alternativveranstaltungen sind noch unklar

Sowohl die Brezelbrüder als auch die Schützen können momentan noch nicht sagen, ob es in diesem oder dem kommenden Jahr Alternativen geben. „Die Verkaufsaktion der Bier-Sonderedition kam ja sehr gut an. Noch wissen wir aber nicht, was wir anbieten könnten oder möchten, um die Zeit zu überbrücken“, sagt Markus Josten. Stefan Janinhoff ergänzt: „Aber vielleicht können wir uns im nächsten Jahr alle zusammen auf der Bauernolympiade treffen. Vielleicht bleibt unser Dorf nicht ganz ohne Feste bis zum übernächsten Jahr.“

von Julia Liekweg

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